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Keine Bewerber in Sicht

Wo sind die IT-Fachkräfte?

Hohe Gehälter und verlockende Benefits sind schön. Aber das reicht nicht, um den "War for Talents" für sich zu entscheiden, sagt Franz Hill von Hill Woltron.

10.000 nicht besetzbare Stellen in der IT – so lautet eine aktuelle Schätzung des WKO-Fachverbandes UBIT. Unternehmen überbieten sich derweil gegenseitig mit hohen Gehältern, großzügigen Benefits und flexiblen Arbeitszeit-Modellen. Nur wird dies allein nicht ausreichen, um den "War for Talents" zu gewinnen, so Franz Hill, General Manager beim österreichischen Personalmanagement-Spezialisten Hill Woltron. Denn gerade diese begehrten Fachkräfte sind auf dem klassischen Arbeitsmarkt praktisch nicht präsent.

Dabei brummt der österreichische Wirtschaftsmotor – laut Schätzung der EU-Kommission liegt das Wachstum mit 2,9 Prozent deutlich über den bisherigen Erwartungen. Die heimische IT-Branche rechnet sogar mit Wachstumszahlen im zweistelligen Bereich. Schließlich schreitet die Digitalisierung unaufhaltsam voran und erfasst zunehmend sämtliche Lebensbereiche und Wirtschaftszweige. So überrascht es auch nicht, dass viele Unternehmen händeringend auf der Suche nach entsprechenden Fachkräften sind, um sich auch künftig im Wettbewerb behaupten zu können.

Das bestätigt sich auch in den Gesprächen, die monitor.at mit den Vertretern der heimischen IT-Branche führt. "Wir brauchen drei bis sechs Monate, um gute Leute auf passende Positionen zu bringen. Das ist ein Wahnsinn", erzählte zum Beispiel kürzlich BRZ-Geschäftsführerin Christine Sumper-Billinger im Interview. Auch Veronika Gruber, HR-Leiterin von Dynatrace Österreich, tut sich mit der Suche nach geeigneten Kandidaten schwer. "So wie jedes Unternehmen, egal ob rein in der IT-Branche oder ein Unternehmen mit interner IT, stehen auch wir vor der Herausforderung, Fachkräfte zu finden oder spezielle Positionen zu besetzen", so Gruber stellvertretend für viele andere Kolleginnen und Kollegen in Österreich.

Stellenanzeige? Fehlanzeige!

"Volle Auftragsbücher, aber nicht genügend Leute, um Projekte im vorgesehenen Zeitrahmen umzusetzen: so sieht die aktuelle Situation bei vielen IT-Unternehmen aus – von branchenfremden Betrieben, die nach einer IT-Fachkraft für ihre eigene Digitalisierung suchen, ganz zu schweigen. Ob nun mittels Offshoring, dem Ausbau von Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten oder dem Umschulen des bestehenden Personals – es wird sich zeigen, wie Österreich dem Fachkräftemangel auf lange Sicht beikommen wird. Fest steht, dass es bereits heute schwierig ist, an diese Fachkräfte zu kommen", fasst Franz Hill die Situation zusammen.

Der Wiener Personalmanager und Eigentümer des familiengeführten Traditionsunternehmens HILL Woltron Management Partner GmbH weiß, wo die begehrten Fachkräfte zu finden sind und warum sich so viele Betriebe schwer damit tun, die offenen Stellen zu besetzen: "Auf dem klassischen Arbeitsmarkt werden sie die begehrten Kräfte nicht finden. Denn bewerben müssen sie sich in der Regel nicht – sie werden in den meisten Fällen abgeworben oder innerhalb ihres eigenen Netzwerks an potenzielle Arbeitgeber empfohlen. Dahinter steckt ein enormer Aufwand, den die meisten Unternehmen, selbst nicht stemmen können."

Keine Angst vor dem Wandel

Dabei ist ein erstklassiges, über viele Jahre aufgebautes Netzwerk von entscheidender Bedeutung. Franz Hill rät Unternehmen daher, einen professionellen Personaldienstleister zurate zu ziehen, der genau das leisten kann und ein präzises Gespür für neue Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt hat.

Ihm zufolge haben sich etwa auch die Werte und Erwartungen aufseiten der Arbeitnehmer stark gewandelt: während die Höhe des Gehalts in den Hintergrund getreten ist, spielen Aspekte wie Selbstverwirklichung, Work-Life-Balance und Identifikationsmöglichkeit heute eine bedeutende Rolle. "Unternehmen müssen über den Tellerrand schauen und dürfen nicht davor zurückschrecken, sich selbst weiterzuentwickeln, um die begehrten Fachkräfte halten zu können – gerade auch in Hinblick auf die disruptiven Entwicklungen, die mit der Digitalisierung einhergehen. Dass das nicht immer einfach ist, ist uns bewusst", resümiert Hill.

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