Dimension Data Austria auf Wachstumskurs: Umsatz steigt von 72 auf 82 Mio. Euro

"Wir sehen uns als Integrator vor Ort und Cloud-Integrator"

Dimension Data Chefin Margarete Schramböck will neben dem Kerngeschäft jetzt auch Cloud-Angebote massiv ausbauen, dazu gibt es welweit eigene Datacenter von Dimension Data. Derzeit werden rund 6.000 heimische Kunden von den 330 Mitarbeitern in Österreich betreut. Foto: Timeline/Rudi Handl

Dimension Data hat sich in Österreich vom TK-Dienstleister zum IT-Systemintegrator gewandelt - mit starkem Willen auch Cloud-Systemintegrator zu sein. Monitor sprach mit Margarete Schramböck, die seit 20 Jahren bei Dimension Data (vormals NextiraOne) tätig ist und das Unternehmen in Österreich seit 2002 leitet.

von: Christine Wahlmüller

Monitor: Die Übernahme von NextiraOne durch Dimension Data ist jetzt schon knapp zwei Jahre her, wie schauen Sie auf diese Zeit jetzt zurück?

Schramböck: Wir haben das Glück, dass wir mit der Dimension Data in einen absoluten Wachstumskurs hineingekommen sind. Wir haben Ende September das Geschäftsjahr abgeschlossen und einen Umsatz von 82 Mio. Euro erreicht. Im Vorjahr waren es 72 Mio. Euro, das ist ein Umsatzplus von rund 14 Prozent. Im kommenden Jahr wollen wir 88 Mio Euro Umsatz erreichen. Dieses Wachstum und die gute Entwicklung verdanken wir auch der Integration in die Dimension Data. Wir sind jetzt in der Lage, Kunden mit internationalen Standorten, das sind auch viele mittelständische Kunden, komplett zu betreuen. Wir haben etwa gerade einen Vertrag mit einem Unternehmen unterschrieben, wo wir 114 Standorte weltweit betreuen, 110 davon können wir selbst abdecken. Da geht es um den Aufbau von NW-Infrastruktur, Security und WANs. Ein neuer internationaler Kunde der Dimension Data ist z.B. auch der Pharmakonzern Baxter, wir bauen da jetzt quasi die "Intelligenz", die NW-Infrastruktur und Security, zum Netz in Österreich dazu.


Monitor: Das heißt Internationalität ist einer der Trümpfe...

Schramböck: Genau, es gibt keinen anderen Telekom-Integrator, der in 58 Ländern weltweit im Bereich NW-Infrastruktur, Security, Communications (UC) und Datacenter tätig ist. Wir können etwa mit den Kunden jetzt nach China oder Brasilien "mitgehen", weiters haben wir noch Partner in vielen Ländern, wo wir nicht vertreten sind, etwa Türkei oder Irak. Es freut mich natürlich, dass wir auch in unsere Kerngeschäft Kommunikation und UC wachsen. Früher ging es um Telefonanlagen, heute geht es um alle multimedialen Wege der Kommunikation. Da sind jetzt alle Hersteller, wie Cisco, Alcatel und Microsoft so weit, dass die Produkte und Services funktionieren, da entstehen jetzt schöne Projekte.


Monitor: Neu dazu gekommen ist ja der Bereich Datacenter und Cloud...wie sieht es da aus?

Schramböck: Das Next Generation DC wächst stark, durch die Steigerung der Datenmengen ist da ein großer Bedarf entstanden. Die Dimension Data ist der größte Cisco Partner weltweit mit einem Einkaufsvolumen von drei Mrd. Euro. Auch bei Alcatel-Lucent Enterprise sind wir der größte Partner. Generell bauen wir auf Technologie-Partnerschaften, neu ist die Partnerschaft mit EMC ("Catalyst Allicance"), bei Backup kooperieren wir mit Commvault, mit SAP/HANA gibt es jetzt neu eine Kooperation und mit den Security-Herstellern wie Checkpoint und F5 gibt es schon lange Partnerschaften - um nur einige Beispiele zu nennen. Wir haben jetzt auch bei uns in Österreich ein Kompetenz-Center für Security Lösungen. Neu ist der Bereich Cloud - wir nennen es Hybrid IT. Im Moment passiert dieser Move zu einer transformierten IT, einiges verbleibt On-Premise, einiges wandert in die Cloud. Daher sehen wir uns einerseits als Integrator vor Ort als auch als Integrator für Cloud-Lösungen.


Monitor: Was passiert denn konkret im Cloud-Bereich?

Schramböck: Wir haben 18 Cloud Datacenter weltweit, in Europa befinden sie sich in London, Amsterdam und in Frankfurt. Derzeit bauen wir eine amazon-like Cloud für Unternehmen, voll automatisiert mit einem Orchestration Layer ("Cloud Control"). Da bieten wir etwa jetzt Mobile Device Management aus der Cloud an. "Enterprise Mobility as a Service" ist innerhalb von zwei Wochen realisiert und wird nach Bedarf gemietet. Der Kunde kauft letztlich und in Zukunft kein Produkt mehr, sondern die Dienstleistung und den Service. Ab Ende Dezember kommt neu "Enterprise Security Fileshare" zur sicheren Ablage und Collaboration hinzu. Und im Gegensatz zu amazon hat der Kunde bei uns seinen lokalen Ansprechpartner. Bei Infrastructure as a Service - etwa mehr Rechenleistung zur Abdeckung von Spitzenzeiten - bieten wir stundengenaue Abrechnung. Das können die meisten Anbieter heute nicht. Da sehe ich im Übrigen einen starken Trend zur Automatisierung. Völlig neu ist die Provider-Cloud, das heißt, wir bieten Firmen die Möglichkeit unsere Cloud zu nutzen, um selbst als Cloud-Anbieter zu agieren. Dazu gibt es schon einige Gespräche, das ist für alle kleineren IT-Systemintegratoren, denke ich, ein spannendes Angebot.


Monitor: Aber zurück zum SaaS-Bereich: wollen die Unternehmen nicht noch Produkte?

Schramböck: Das ist genau der Fehler. Wir raten den CIOs, zu differenzieren: Was ist Basic und was ist strategisch? Und ein Mobile Device Management Tool, das ist Basic, das lässt sich als Dienstleistung bequem auslagern. Der CIO sollte sich in Zukunft mehr freispielen, um sich mit den Unternehmensprozessen zu befassen, und wie diese durch IT optimal abgebildet werden können.


Monitor: Wie sehen Sie denn die Entwicklung bei den Herstellern, der Dell-EMC-Deal war ja zuletzt in aller Munde?

Schramböck: Ich denke, da ist im Moment sehr viel in Bewegung, wer wen kauft und mit wem zusammengeht. Wir schauen uns als Systemintegrator diese Entwicklung natürlich sehr genau an, weil wir ja die IT-Lösungen und Dienstleistungen verkaufen. Ich denke aber, die Konsolidierung bei den Herstellern wird weitergehen.

Christine Wahlmüller



 

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