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Gastartikel – Jürgen Horak, Dimension Data

Was können Unternehmen von der Tour de France lernen?

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Jürgen Horak ist CEO des IT-Dienstleisters Dimension Data Austria.
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Während der 21 Etappen des Radrennens wurden laufend Live-Daten gemessen. Unternehmen können sich in puncto Schnelligkeit, Transparenz und Multi-Channel-Verfügbarkeit der Kommunikation der Tour de France einiges abschauen.

Im Juli ritterten 176 Fahrer bei der Tour de France um einen der größten Siege im Radsport. Der Veranstalter, die Amaury Sport Organisation (A.S.O.), sammelte mit dem Technologiepartner Dimension Data mittels GPS-Trackern an den Radsätteln über 150 Millionen Datenpunkte pro Etappe. Nicht nur Teams, Fans und Medien profitierten von dem Live-Daten-Tracking, sondern auch Unternehmen können die angewendeten Technologien und gewonnenen Erkenntnisse auf ihr Business umlegen.

Detaillierte Einblicke in Echtzeit

Während der 21 Etappen wurden laufend Live-Daten zur Geschwindigkeit, Distanz zum Ziel, Platzierung und Abstand der Fahrer und der Ausreißer- und Verfolgergruppen sowie die Zusammensetzung der Gruppen gemessen. Im Big Data-Truck – dem mit der Tour mitreisenden, mobilen Rechenzentrum – wurden die gesammelten Daten sofort aufbereitet. Experten analysierten die Live-Daten in der Dimension Data-Cloud und kombinierten sie mit Geo- und Umweltdaten wie Steigung, Gefälle und Wettereinflüssen sowie mit historischen Renndaten. Zudem wurden Analyse-Algorithmen und maschinelles Lernen genutzt, um Prognosen über den wahrscheinlichen Rennverlauf zu erstellen. Dieser transparente Einblick in das Renngeschehen wurde sofort mit den "Kunden" der Tour – den Fans – auf Online-Plattformen und via Social Media geteilt. So konnten sie alle Informationen rund um das Radsportereignis zu jeder Zeit von zuhause am PC oder Laptop und auch unterwegs über Smartphone und Tablet mitverfolgen.

Transparente Kundenkommunikation und smarte Daten

Unternehmen können sich in puncto Schnelligkeit, Transparenz und Multi-Channel-Verfügbarkeit der Kommunikation der Tour de France einiges abschauen. Denn auch Kunden wollen aktuelle Inhalte überall und jederzeit sowie über die Plattform und das stationäre oder mobile Endgerät ihrer Wahl konsumieren können. Erfolgreiche Unternehmen wissen, wie wichtig es ist, den Zugang zu Informationen so schnell und einfach wie möglich und ohne jegliche Medienbrüche zwischen Plattformen und Geräten zu gestalten.

Darüber hinaus können detaillierte Analysen des Kunden- und Kaufverhaltens Handelsunternehmen dabei helfen, exakte Hochrechnungen über die Entwicklung ihres Geschäfts zu machen oder Filialen kundenfreundlicher zu gestalten. Der Klimageräte-Hersteller Daikin zum Beispiel wertet anonymisiert die Kundenströme in seinem ersten Flagship-Store in der Vösendorfer SCS aus und erstellt "Heatmaps" zu besonders stark frequentierten Flächen des Shops. Dieses Wissen gibt dem Unternehmen die Möglichkeit, wichtige Informationen, Produkte und Kundenberater strategisch günstig zu platzieren und Marketingaktionen im Shop besser zu planen. Die Messung der Dauer von Verkaufsgesprächen sowie die statistische Auswertung der bevorzugten Besuchszeiten und der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer der Kunden bilden zudem eine wichtige Grundlage, um den Personaleinsatz zu optimieren.

Aber nicht nur Handelsunternehmen, sondern auch produzierende Unternehmen profitieren von detaillierten Einblicken in ihre Geschäftsprozesse: Mittels Sensoren an Produktionsmaschinen können beispielsweise genauere Prognosen zur Lebensdauer von Bauteilen erstellt werden. Dabei wird der Verschleiß von Teilen laufend analysiert, um Wartungsintervalle zu optimieren, Ausfälle zu verhindern und Reparaturkosten zu minimieren. Diese Predictive Maintenance-Technologie ist mittlerweile so ausgereift, dass Maschinen automatisiert ihre Ersatzteile selbst bestellen können, noch bevor sie ausfallen.

Mobiles Arbeiten über große Distanzen

Bei aller Technologie hätte die Vernetzung der Tour de France-Fahrer jedoch ohne die Menschen dahinter nicht funktioniert. Die über 100 Trucks mit modernster Technik und die tausenden Mitarbeiter, die Tag und Nacht hinter den Kulissen der Tour arbeiteten, stellen quasi einen Mikrokosmos eines erfolgreich zusammenarbeitenden Unternehmens dar. Ein Unternehmen, das ständig in Bewegung ist: Jeden Tag reiste der Tross zum Zielraum der nächsten Etappe, um von Neuem die Technologiezentrale aufzubauen. Frankreich ist groß, täglich wurden weite Wege durch teils abgelegenes, bergiges Gelände zurückgelegt, welches die Internet- und Netzwerkverbindungen auf die Probe stellten. Der Big Data-Truck fuhr bereits in der Nacht zur nächsten Etappe voraus, denn es mussten rechtzeitig auf jedem Abschnitt die Verkabelungen für die Netzwerkintegration aller Technologiepartner überprüft werden.

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Globale Vernetzung des Wissens

Um die Abhängigkeit von lokalen Gegebenheiten zu verringern, sind die weltweit führenden Radsport-Teams dazu übergegangen, einen Großteil des Betriebs der technologischen Lösung von "Remote-Support-Teams" aus der Ferne abzuwickeln. Teams müssen heute nicht mehr an einem Ort versammelt sein, um gut zusammenzuarbeiten. Sie können – wie im Fall von Dimension Data – von Österreich bis Australien und von Südafrika bis Großbritannien verstreut sein. Dank moderner Kollaborations-Tools, wie etwa virtuellen Meeting-Räumen für Projektteams, ist es möglich, jederzeit auf die mit dem jeweiligen Problem vertrauten Experten und das gerade gefragte Know-how zurückgreifen. Der Flugzeughersteller Airbus zum Beispiel vernetzt seine Vor-Ort-Techniker mit unternehmensinternen Spezialisten, die aus der Ferne bei der Problemlösung unterstützen. Diese Fachleute können den Technikern über Virtual Reality-Brillen die jeweiligen Baupläne oder Wartungsanleitungen digital einblenden und über Headsets Schritt-für-Schritt-Anweisungen geben. Diese Fähigkeit, sich weltweit auf vernetzte Spezialisten verlassen und flexibel auf jede Situation reagieren zu können, stellt wertvolles Kapital für jedes Unternehmen dar, nicht nur für ein Radsport-Team.

Ausfall- und zukunftssichere Technologien

Die Tour de France ist knapp einen Monat lang so stark in den Medien präsent, dass sie ein perfektes Angriffsziel für Hacker und Cyber-Erpresser darstellt. Die Amaury Sport Organisation hat jedoch weder das technische Know-how noch die Zeit, sich selbst um die IT- und Daten-Sicherheit des wichtigsten Radrennens der Welt zu kümmern. Daher wurde die Überwachung der IT-Systeme an Dimension Data ausgelagert. Während sich die A.S.O. auf ihr sportliches Kerngeschäft konzentriert, kann sie sich dank dieser "Managed Security"-Services rund um die Uhr auf modernste und laufend optimierte IT-Sicherheits-Lösungen verlassen. Durch den Einsatz von Predictive Analytics-Algorithmen wurden erstmals Bedrohungen noch früher erkannt, um Cyberangriffe auf die Tour abzuwehren.

Genauso wie für die Tour de France ist auch für jedes Unternehmen die Ausfallssicherheit der IT-Infrastruktur ein riesiges Thema. Denn durch Hacker gestohlene Daten oder stillgelegte Systeme können binnen weniger Tage einen Millionenschaden hervorrufen – wie der Angriff des Krypto-Trojaners NotPetya auf die dänische Reederei Maersk gezeigt hat. Produktionskapazitäten können dann nicht mehr erfüllt und Liefer-Deadlines nicht mehr eingehalten werden. Umso wichtiger ist es daher, auf modernste und zukunftssichere Technologien zu setzen. Sie müssen flexibel und ortsunabhängig funktionieren, damit sich Unternehmen und Teams unterschiedlichen Situationen rasch anpassen und effizient an der Erreichung ihrer Ziele arbeiten können. Ebenso wichtig ist es, sich akribisch auf alle Arten von potenziellen Vorfällen vorzubereiten und dafür die passenden Lösungen parat zu haben – bis hin zu einem reduzierten Betrieb über Backup-Systeme als Notfalllösung.

Skalierbare Lösungen

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus dem Radsport-Ereignis: Stillstand bedeutet Rückschritt. Jahr für Jahr steigen bei der Tour de France die Anforderungen der Teams, Fans, TV-Stationen und Partner. Nur wer sich laufend weiterentwickelt, kann seine Kunden mit immer besseren Produkten und Services überraschen. Damit das gelingt, muss auch die zugrundeliegende Technologie mit den Anforderungen mitwachsen können. Hierfür empfiehlt sich ein Hybrid-Ansatz mit einem Rechenzentrum (Data Center) vor Ort beim Unternehmen gekoppelt mit einer skalierbaren und je nach Bedarf erweiterbaren Cloud-Lösung des jeweiligen IT-Dienstleisters – gegebenenfalls auch mit einem Ausfall-Rechenzentrum in einer anderen Geo-Region als Back-up. Dadurch wird die Flexibilität des Unternehmens stark erhöht – bei gleichzeitig optimierter IT- und Datensicherheit.

Jürgen Horak ist CEO des IT-Dienstleisters Dimension Data Austria.

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