Bild: CC0 - pixabay.com
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Gastartikel – Thomas Klein, Beyond Domains

VR sagt mehr als tausend Bilder

Ist Virtual Reality ein Hype, oder auch in der "echten Realität" ein sinnvolles Werkzeug für Unternehmen? Der VR-Experte Thomas Klein geht dieser Frage auf den Grund.

Virtual Reality – ein alter Hype? Science-Fiction-affine Menschen kennen Virtual Reality (VR) längst aus Star-Trek-Zeiten, in denen das Holodeck unsere Phantasien und den Wunsch nach Überwindung von Raum und Zeit beflügelte. Seither hat die Wirklichkeit weitestgehend zur Fiktion aufgeschlossen und wir können uns in vielfältiger Weise in virtuelle Welten flüchten. Insbesondere die Unterhaltungsindustrie hat sich die neuen technologischen Möglichkeiten verschrieben und verlockt die Spiele-Konsumenten unter uns mit immer perfekteren Illusionen dazu, sich mit VR Brille und Kopfhörer zu bewaffnen, der realen Welt zu entsagen und sich in Phantasiewelten vielfältigst zu bewähren.

Die Kraft von VR 

Was aber hat VR in seriösen Unternehmen verloren? Beginnen wir unsere Überlegungen mit einem alten Sprichwort: ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Verglichen mit langatmigen Erklärungen vermittelt ein Bild auf einfache Weise vergleichsweise komplexe Sachverhalte und es kann in kürzester Zeit der Sinn erfasst werden. Dennoch stoßen wir auch mit Bildern rasch an die Grenzen der Ideenvermittlung – und zwar immer dann, wenn Zusammenhänge dynamisch oder räumlich sind, bzw. wenn "noch nicht Gesehenes" illustriert werden soll. So wie der Film das Bild dynamisiert, so streckt Virtual Reality dieses in den dreidimensionalen Raum. Zusätzlich versetzt VR den Betrachter in die Lage, diesen Raum zu betreten, mit ihm zu interagieren, ihn zu verändern, zu dynamisieren und ihn als scheinbar grenzenlose Welt zu erleben. Wir sprechen vom gesamthaften VR-Erlebnis (VR Experience) und dürfen statuieren: VR sagt mehr als tausend Bilder.

Ausgestattet mit dieser Erkenntnis, oder besser noch: mit einem VR Erlebnis, betrachten wir die nüchterne Unternehmenswelt und suchen nach jenen Bereichen, wo die Vermittlung komplexer Zusammenhänge oder "noch nicht gesehener" (weil neuer) Realitäten von essentieller Bedeutung sind.

VR optimiert Designprozesse 

Design schafft "noch nie gesehene" Artefakte und je komplexer sie sich gestalten, desto schwieriger sind sie anhand von Plänen oder virtuellen Bildern zu vermitteln. Ob Immobilien, Autos oder Yachten, ob Objektkunst oder die Gestaltung von öffentlichem Raum, überall gilt es eine Barriere zu überwinden zwischen jenen, die Design denken können und jenen, die mangels Vorstellungskraft das Endprodukt aus Plänen nicht zu erkennen vermögen. Virtual Reality überwindet diese Barriere auf spielerische, ja vergnügliche Art! Aus Plänen werden 3D-Räume, aus Beschreibungen werden wirklichkeitsechte Illustrationen, aus Fensteröffnungen Lichteffekte, aus Designentwürfen virtuell begeh- und erlebbare Objekte. Betrachter werden zu Interakteuren und können nun auf einer völlig neuen Ebene mit den Designern kommunizieren. Wir nennen diesen Effekt die Optimierung der Stakeholder-Kommunikation. Sie ergibt sich im Designprozess wechselweise zwischen Planern,  Architekten,  Geldgebern, Auftraggebern, Endkunden und Behörden. Abstimmungs- und Genehmigungsprozesse werden drastisch gekürzt und die Qualität der Entscheidungsfindung wird maßgeblich erhöht. 

Mit VR zum virtuellen, realen Kauferlebnis

Marketiers über alle Branchen hinweg investieren in neue Wege, um ihren Kunden für hochwertige, individualisierte Produkte ein nachhaltiges Kauferlebnis zu bescheren. Direkt am Kundenbedürfnis zu agieren, womöglich mit Kunden das Endprodukt gemeinsam zu definieren, ist das ultimative Ziel eines Verkäufers, denn nur so lassen sich Preis, Lieferzeit und andere Themen in den Hintergrund rücken. Der Verkaufsprozess kann als Sonderfall der Stakeholder-Kommunikation gesehen werden, denn letztendlich richtet sich alles Streben in Design und Entwicklung nach den Bedürfnissen der Endkunden. Nach unserer Erfahrung ist der Einsatz von VR im Verkauf von individualisierten Produkten besonders dann erfolgreich, wenn Kunden die Möglichkeit erhalten, sich in den Entwicklungsprozess einzukoppeln. Dies erfordert eine direkte, visualisierte, womöglich interaktive Rückkopplung ihrer Ideen.  Mit VR können wir diese Rückkopplung nicht nur technisch interaktiv sondern auch vergnüglich und im besten Sinne nachhaltig gestalten.

Anwendungsbeispiel Architektur und Projektentwicklung 

Als wohl naheliegendste Anwendung für Virtual Reality außerhalb der Unterhaltungsindustrie drängt sich der Bereich (Immobilien-)Projektentwicklung und Architektur auf. Lange und komplexe Planungsprozesse, viele Stakeholder, großer Investitionsrahmen, hohes Risiko, häufige Fehlplanungen und vielfach frustrierte Kunden sind in dort nicht selten. In unserem Projektbeispiel bei einem großen Immobilienentwickler im gehobenen Privatkundensegment konnten wir die Wirkung einer optimierten Stakeholder-Kommunikation durch Einsatz von VR eindrucksvoll beweisen!

Zunächst lag der Fokus des Auftrages, eine VR Experience für das Luxus-Penthouse im Wohnkomplex eines Golfressorts  zu erstellen, ausschließlich in der Beschleunigung des Verkaufsprozesses. Kunden sollten sich im virtuellen Penthouse zurechtfinden, die tolle Aussicht über die umliegende Natur erfahren und schon ihre eigenen Innendekor-Vorstellungen testen können.  Diese Zielsetzung wurde rasch und zu hundert Prozent erreicht und das Penthouse bereits nach den ersten Präsentationen mit höheren Erlösen als erwartet verkauft. Zusätzlich setzte sich die Kraft von VR bald noch an anderer, unerwarteter Stelle durch: denn ließen sich Kunden noch vom Wow-Effekt der VR Experience führen und von der Qualität der Immobilie überzeugen, so wurden den Projektentwicklern und Investoren auch sofort die Schwachstellen des Designs transparent. Im Ergebnis konnten die Grundrisse sowohl des Apartments als auch des Gesamtkomplexes noch revidiert und Flächen-, Kubatur- sowie Abstandsoptimierungen durchgeführt werden. Da dies alles noch im Designprozess erfolgte, also noch lange vor dem ersten Spatenstich, waren die Kosten- bzw. Risikoeinsparungen ein toller Erfolg für das VR-Projekt.

Über die Grenzen von VR 

Eine weitere Erkenntnis unserer Projekte war, dass individuelle VR-Erlebnisse kostspielig und zeitaufwändig sind und auch die Basistechnologie sich rasch, vielfach auch während der Projektlaufzeit, weiterentwickelt. VR positioniert sich zunächst im gehobenen Qualitäts- und Preissegment für individualisierte, erklärungsbedürftige Produkte (Immobilien, Yachten, etc.). Seit langem gilt VR als Hoffnungsträger, um auch in niedrigeren Preissegmenten neue Marketing- und Vertriebswege zu erschließen.  Doch die Tauglichkeit für den Massenmarkt bleibt derzeit noch eingeschränkt aufgrund der komplexen Technologie (leistungsfähige Rechner, teure VR Brillen, …) und aufwändigen Umsetzung.

Als erste Konsequenz haben wir bei Beyond Domains begonnen, unsere VR Services durch die Entwicklung von vorgefertigten Anwendungskomponenten zu beschleunigen. Dazu gehören flexible Schauraumdesigns, Prozessbeschleuniger für Designer und Reviewer sowie interaktive Design-Erlebnisse für Kunden (Einrichtungs- und Designvariationen). Diese Komponenten werden im Beyond Estate Framework gebündelt, mit jedem Kundenprojekt erweitert und sodann laufend gewartet. Somit lassen sich VR-Applikationen agil und interaktiv erstellen sowie im laufenden Betrieb von Verkäufern, Architekten oder Designern wartungsarm und nach kurzer Einschulung bedienen.

Unsere VR Erlebnisse vermitteln wir in Showrooms in Barcelona (permanent) sowie temporär in Wien, Stockholm, Copenhagen – und wohin auch immer wir eingeladen werden.

Thomas Klein ist geschäftsführender Gesellschafter des auf VR spezialisierten Startups Beyond Domains und lebt in Barcelona und Wien.

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