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Christian Neureiter, Senior Lecturer am ZSE der FH Salzburg
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Zentrum für sichere Energieinformatik an FH Salzburg

Vom Smart Grid zu Industrie 4.0

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Peter Lieber, Gründer und Inhaber von LieberLieber Software, Präsident des Verbandes Österreichscher Software Industrie (VÖSI)
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Eine wesentliche Komponente auf dem Weg zur Energiewende ist die Realisierung des intelligenten Stromnetzes, des "Smart Grid". Daher hat die Peter Lieber Unternehmensgruppe bereits 2014 mit der FH Salzburg eine Kooperation begonnen. Die so gewonnen Erkenntnisse werden nun im neuen "Zentrum für sichere Energieinformatik" (ZSE) auf weitere Anwendungsgebiete wie Automotive Engineering, Smart Cities und Industrie 4.0 übertragen.

Das Stromnetz ist nicht nur um ein ausgesprochen komplexes System, sondern auch eine kritische Infrastruktur. Zum besseren Verständnis bietet es sich an, durch abstrahierte Modelle eine Arbeitsgrundlage für alle Beteiligten zu erreichen. Das ermöglicht die strukturierte Entwicklung der verlangten Eigenschaften etwa im Hinblick auf die Sicherheit. Das im Herbst 2017 gemeinsam mit Industriepartnern gegründete "Zentrum für sichere Energieinformatik" (ZSE) will die seit einigen Jahren an der FH Salzburg gesammelten Erfahrungen nun auch in anderen Branchen anwenden. Bisher beschäftigte sich das ZSE als Nachfolgeorganisation des "Josef Ressel Zentrums für anwenderorientierte Smart Grid Privacy, Security und Steuerung" bisher insbesondere mit dem Thema intelligente Stromnetze.

Dazu Peter Lieber, Gründer und Inhaber von LieberLieber Software: "Wir freuen uns sehr, die seit 2014 laufende Kooperation im Bereich der modellbasierten Software- und Systementwicklung mit der FH Salzburg nun in einem eigenen 'Zentrum für Sichere Energieinformatik' fortsetzen zu können. Gerade auch als Präsident des Verbandes Österreichischer Software Industrie ist es mir ein großes Anliegen, den österreichischen Beitrag im Bereich Software anhand so konkreter Erfolgs- und Zukunftsprojekte zu verdeutlichen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Erfolgsstorys der Zukunft auf Software basieren werden. Es wird bald kaum mehr ein Unternehmen geben, bei dem Software nicht eine entscheidende Rolle spielt."

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Smart Grid Architecture Model (SGAM)
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SGAM-Toolbox als Basis für weitere Entwicklungen

Die Arbeit am ZSE steht mit der Pionierentwicklung SGAM-Toolbox, die in Kooperation mit der Peter Lieber Unternehmensgruppe entwickelte wurde, auf einem stabilen Fundament. Denn dieses Werkzeug, eine Erweiterung für die Modellierungs-Plattform Enterprise Architect von Sparx Systems, wird bereits international von verschiedenen Stromnetzbetreibern genutzt und steht weiter kostenlos zum Download zur Verfügung. Die SGAM-Toolbox ermöglicht die Integration des europäischen Smart Grid Architecture Models (SGAM), das Ende 2012 im Rahmen des EU-Standardisierungsmandates M/490 des europäischen Komitees für elektrotechnische Normung realisiert wurde, in einen modellbasierten Entwicklungsprozess.

Christian Neureiter, Senior Lecturer am ZSE der FH Salzburg: "Unsere Lösung erleichtert die Arbeit mit komplexen Smart-Grid-Systemen wesentlich. Neben einer Unterstützung bei den elementaren Entwicklungsschritten Analyse, Architektur, Design und Implementierung ermöglicht die Toolbox eine konsistente und strukturierte Darstellung der zu realisierenden Systeme und liefert gleichzeitig eine Basis für eine strukturierte Auswertung maßgeblicher Kennwerte."

Im ZSE geht es nun um die Übertragbarkeit der bisher erzielten Ergebnisse auf die Anwendungsfelder Automobil-Entwicklung, Smart Cities und Industrie 4.0. "Noch ist die modellbasierte Entwicklung vorwiegend in Pionierunternehmen im Einsatz. Nun ist aber die Zeit reif, diese leistungsfähige Methode breiter im Markt anzuwenden und so Entwicklungen überhaupt erst zu ermöglichen, die heute dringend gebraucht werden. Damit bricht für die Software- und Systementwicklung eine neue Ära an, auf die wir als LieberLieber schon lange hingearbeitet haben", so Peter Lieber abschließend.

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