SEO Tipps
Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com
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SEO-Crashkurs 5

So wird online gesucht und gefunden

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, gefunden zu werden, als den Moment, in dem der Kunde Bedarf hat. Bedarfs-Momente erwischt man in der Suchmaschine – denn ausgedrückt wird der Bedarf oft durch eine Suche. Wir erklären diesmal, wie online gesucht und gefunden wird und wie Sie Ihre Zielgruppen ansprechen, indem Sie auf Ihren Informationsbedarf eingehen.

von: Jan Königstätter

Zu wissen, wie Menschen online nach Informationen suchen, hilft dabei, die Inhalte der eigenen Website zu gestalten. Denn: Ihre Website ist ein wichtiges Tool, um Antworten auf Fragen zu liefern. Haben Sie passende Inhalte zu den unterschiedlichen Informationsbedürfnissen, wird Ihr Suchtreffer für die Zielgruppen relevant.

Suche ist ein nachfrageorientierter Prozess – Nachfrage wird durch eine Suche ausgedrückt, Ihre Website ist das Angebot. Auf der Website als wesentlicher Vertriebskanal ist es wichtig, auf die Nachfrage und den Informationsbedarf der Zielgruppen einzugehen. Gefunden werden lautet die Devise – und deshalb gilt es herauszufinden, was Menschen, die auf Ihrer Website landen sollen, wissen wollen.

Egal, wie die Frage an Google gestellt wird: Wer sucht, hat einen bestimmten Informationsbedarf.

Für jede Branche gibt es relevante Keywords und Suchphrasen, nach denen gesucht wird. Die sollten Sie kennen und auf Ihrer Website sinnvoll platzieren, damit man Sie dafür findet. Möchte jemand einen Produktpreis herausfinden, stellt er der Suchmaschine eine andere Frage, als jemand, der wissen möchte, was man bei einem zerkratzten Parkettboden tut oder wo der nächste verlässliche Installateur ist. Diese Informationen sollten Sie für Ihren Fachbereich auf Ihrer Website liefern.

Keywords alleine genügen aber nicht, um die Aufmerksamkeit zu gewinnen. Überzeugen können Sie, wenn Sie gezielt und differenziert auf die Fragen Ihrer (potenziellen) Kunden eingehen.

Die 4 Phasen der Suche

Vor einem Kauf durchläuft ein potenzieller Kunde vier Phasen – für die Suche sind vor allem die Phasen 2 – 3 relevant. Für jede Phase sollten Inhalte auf Ihrer Seite vorhanden sein.

Otago Online Consulting

Achtung: Der Bedarf (Phase 1) wird in den allermeisten Fällen außerhalb geweckt und kann daher durch die Suchmaschine nicht abgedeckt werden.

Ein einfaches Beispiel: Parkettboden kaputt – was tun?

  • In Phase 1 wird durch ein Problem – einen kaputten Parkettboden – wird ein Bedarf geweckt (nach einem nicht kaputten, schönen Parkettboden).
  • In Phase 2 wird nach Lösungsmöglichkeiten gesucht: "Parkettboden zerkratzt was tun" wäre eine mögliche Sucheingabe. Auf der Website sollte man deshalb erklären, was zu tun ist (nämlich den Parkettboden zu schleifen) und welche Möglichkeiten es gibt (DIY, einen Profi beauftragen, …). Der Seitenbesucher erhält Antwort auf die Frage, OB etwas und WAS möglich ist. 
  • Hat er einen Überblick und kennt die Optionen, geht er in Phase 3 über – den Lösungsvergleich. Nun möchte der potenzielle Kunde herausfinden, welche die für ihn beste Lösung ist. Als professioneller Dienstleister sollten Sie hier Ihre  Vorteile aufzeigen und auf das eigene Angebot hinweisen. Überzeugt man mit den Inhalten, wandert der User in Phase 4 – und wird dort idealerweise zum Kunden. 
  • Für Phase 4 ist es wichtig, einen Call to Action zu platzieren und das Buchen der Leistung oder die Bestellung des Produktes nicht durch unnötige Hürden zu stoppen. Nicht vergessen: Nicht unbedingt durchläuft ein Kunde alle vier Phasen auf Ihrer Website! Sucht er konkret Ihren Firmennamen in Kombination mit Ihrer Leistung, sollten dem Abschluss keine Probleme wie unauffindbare Kontaktdaten, eine komplizierte Abwicklung im Webshop oder Fehlerseiten-Einbahnen durch schlechte interne Verlinkungen im Weg stehen!

Steigt jemand direkt über die Suche Ihres Firmennamens auf die Website ein, ist die Chance für den Abschluss schon groß – die sollte man sich nicht entgehen lassen! 

Das Parkettboden-Beispiel zeigt, wie unterschiedlich Informationsbedarf ist und wie man darauf mit Inhalten reagieren kann. Natürlich gibt es je nach Branche und Ziel der Website individuelle Wege, Antworten zu liefern.

Beachten muss man dabei, dass Seiteninhalte durch eine gute technische Basis und gute Bedienbarkeit der Website unterstützt werden müssen, um nicht gerade in der letzten Phase zu verlieren. 

So wandeln Sie Fragen in Website-Inhalte um

Machen Sie sich bewusst, welche Information über Ihr Angebot in den einzelnen Phasen relevant ist. Überlegen Sie, was Ihre Zielgruppen wann wissen wollen und gehen Sie ins Detail!

Stehen Sie in Kundenkontakt, wissen Sie am besten, welche Fragen Ihnen Ihre Kunden immer stellen – gehen Sie darauf schon auf Ihrer Website ein! Was Kunden Sie im direkten Kontakt fragen, wird auch online gesucht.

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Auch in Google selbst bekommen Sie Hinweise auf den Informationsbedarf: durch die Auto-Vervollständigung erhält man bereits während des Eintippens Ergebnisse. Die Suchmaschine versucht, die Suchintention einzuschätzen. Zusätzlich werden häufig gesuchte Begriffe und Phrasen eingeblendet, die dabei helfen sollen, das Resultat zu konkretisieren. Viele nutzen diese Vorschläge und klicken darauf, statt selbst fertig zu tippen.

Ideen für Inhalte bringen auch die ähnlichen Suchanfragen, die unter den organischen Ergebnissen aufscheinen:

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Gibt jemand eine längere Suchphrase mit mehreren Spezifikationen ein (zum Beispiel "Therme Notdienst Vaillant 1020") spricht man von einer Longtail-Suche (Siehe auch SEO-Crashkurs 4 – Die wichtigsten SEO-Grundbegriffe). Schreibt man über diese Detail-Themen, spricht man wenige Personen, diese dafür aber sehr konkret an.

Auch Foren liefern oft wichtige Hinweise, was Menschen rund um Ihre Leistung oder Produkte wie Ihres wissen möchten. 

Nutzen Sie diese Hinweise und erstellen Sie passende Inhalte!  Und denken Sie daran, auch die für Ihre Branche relevanten Keywords und Suchphrasen einzubauen. Es gilt, auf die Vielfalt der Fragen zu reagieren und ebenso vielfältige Inhalte zu präsentieren – und damit Ihre Kunden zu erreichen.

Gut informierte Interessenten sind bereit, eine Kaufentscheidung zu treffen! Insbesondere bei komplexen Dienstleistungen und Produkten können Kunden nur dann eine Kaufentscheidung treffen, wenn sie sich bereits vorab über die wichtigsten Fragen und Themen informieren konnten.

"Googlen" Sie in einem ersten Schritt Ihre wichtigsten Keywords und achten Sie auf die Suchbegriff-Vorschläge. So beginnen Sie damit, auf die Fragen Ihrer Zielgruppen einzugehen und die Inhalte auf sie zuzuschneiden.

 

Praxis-Tipp VIII: Suchverhalten und Micro-Moments

Mehr zum Thema Suchverhalten, "Such-Momente", ihre Relevanz im Marketing und ihre Rolle in der mobilen Suche gibt es auf ThinkWithGoogle.

Über den Autor

Jan Königstätter beschäftigt sich seit über 12 Jahren mit dem Thema Webanalyse & Suchmaschinenoptimierung. 2002 wurde er technischer Leiter bei immodirekt.at, 2009 wechselte er zu derStandard.at und baute dort den Bereich Webanalyse, Suchmaschinenoptimierung und Suchmaschinenmarketing auf und aus. 2014 gründete er zusammen mit Markus Inzinger die Otago Online Consulting GmbH.

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