Bild: CC0 - peakpx.com
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Gastartikel - Tamara Zimmermann, Otago Online Consulting

SEO Sommerfrische Woche 6 – Seitengeschwindigkeit optimieren

Wer hat schon Zeit und Geduld, auf langsam ladende Seiten zu warten? Genau! Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Geschwindigkeit Ihrer Website auf den Prüfstand stellen. Denn auch der beste Content nützt wenig, wenn man zu lange auf ihn warten muss.

Ihre Website sollte schnell laden

…weil sich das Ranking verbessern wird

Die Geschwindigkeit Ihrer Seite ist ein wichtiger Faktor für die Berechnung Ihres Rankings. Google belohnt schnelle Ladezeiten, die User zufriedenstellen. Bisher war nur das Desktop-Ranking betroffen. Seit Juli 2018 wird aber auch das Ranking bei mobilen Suchen durch die Seitengeschwindigkeit beeinflusst. In Zeiten, in denen jeder jederzeit am Smartphone googelt, ein bedeutender Punkt. Bleiben Sie sichtbar!

… weil sich die Crawling-Rate erhöht

Die Crawling-Rate gibt an, wie oft der Googlebot Ihre Seite besucht, Inhalte abruft und ggf. in den Google-Index aufnimmt. Die Anzahl der Seiten, die Google crawlt, wird maßgeblich durch die Geschwindigkeit Ihrer Seite beeinflusst. Google vergibt für jede Website eine Art Zeitbudget für das Crawling. Benötigt Google lange, um Ihre Seiten abzurufen, werden weniger Seiten gecrawlt. Das kann dazu führen, dass nicht alle Ihrer Seiten im Index landen. 

… weil die Userexperience steigt

Der mitunter wichtigste Punkt: User lieben schnell ladende Seiten! Der beste Content und die schönste Website bringen nichts, wenn Sie keiner sieht. Letztendlich wollen Sie ja nicht nur ein gutes Ranking, sondern vor allem Conversions. Eine schlechte Performance Ihrer Seite kann ein wahrer Conversion-Killer sein. Denn Nutzer sind ungeduldig. Erfahrungswerte zeigen, dass User maximal 3 Sekunden Ladezeit abwarten, bevor Sie eine Seite wieder verlassen. 

Google selbst hält auch dazu an, die Userexperience immer im Hinterkopf zu haben. Vor allem mobil ist das noch relevanter, denn hier sind User oft noch weniger bereit, auf eine fertig geladene Seite zu warten. 

Wie zum Beispiel Österreichs Top 250 Industrieunternehmen in puncto Pagespeed unterwegs sind, haben wir in unserem Digital Performance Report untersucht.

Was Ihre Website langsam machen kann:

Die Geschwindigkeit Ihrer Seite kann durch viele Dinge negativ beeinflusst werden. Typische Faktoren, die eine Website langsam machen, sind:

  • Bilder – werden zu große Bilder verwendet, kann das die Performance Ihrer Seite stark belasten.  
  • Slider – auch Slider sind ein Page Speed Killer – große Bilder, zusätzlicher Code
  • Quellcode – ist der Code Ihrer Seite mit überflüssigen Dingen vollgestopft, schadet das ebenfalls, da alle Elemente vom Client ausgelesen werden müssen. 
  • Langsame Server 
  • Langsame Datenbanken

Testen Sie Ihre Seitengeschwindigkeit

Zeit, Ihrer Website auf den Zahn zu fühlen. Mit diesen Tools können Sie die Geschwindigkeit Ihrer Website unkompliziert testen können.

Tipp: Testen Sie nicht nur Ihre Startseite, sondern auch andere Seitentypen. Haben Sie zum Beispiel einen Onlineshop? Dann testen Sie auch Kategorie-Seiten und einzelne Produktseiten. Die Performance ist hier oft sehr unterschiedlich.

1) Google Page Speed Insights 

Google zeigt Ihnen mit den Google Page Speed Insights, wie die Performance Ihrer Seite einzuschätzen ist. 100 Punkte können erreicht werden. Bewertet werden die Desktop-Ansicht und die mobile Ansicht Ihrer Seite.

Bei starken, bekannten Seiten, wirft Google auch eine Einschätzung der Seitengeschwindigkeit aus, die auf Nutzererfahrungen basiert.

Google gibt auch konkrete Optimierungsvorschläge für Ihre Seite, die sich unterschiedlich stark auf die Seitengeschwindigkeit auswirken. (Mehr dazu gleich.)

Anmerkung: Sie müssen keine perfekten 100 Punkte anstreben. Viele Optimierungsvorschläge sind mit sehr großem Aufwand verbunden. Sie sollten stets Kosten und Nutzen abwägen. Eine Performance im grünen Bereich (zwischen 80-100 Punkte) ist bereits ein sehr guter Wert.

2) Test my Site

Mit dem Tool Test my Site haben Sie die Möglichkeit, noch einmal explizit Ihre mobile Seite zu überprüfen. Warum das wichtig ist, wird uns gleich beim Seitenaufruf gesagt: "Bei den meisten Websites bricht die Hälfte der Nutzer den Besuch während des Ladevorgangs ab." 

Was Ihnen das Tool verrät:

  • Ladezeit in Sekunden und eine Bewertung dazu
  • Geschätzter Besucherverlust aufgrund langer Ladezeiten
  • Branchenvergleich 
  • Mögliche Beschleunigung in Sekunden
  • Optimierungsvorschläge

3) Webpagetest

Auf Webpagetest können Sie ebenfalls die Performance Ihrer Seite prüfen. Das spannende dabei – Sie können die Performance von unterschiedlichen Locations, von unterschiedlichen Endgeräten und mit unterschiedlichen Browsern testen lassen.

Tipps – so verbessern Sie Ihren Page Speed:

Meist gibt es mehrere Hebel, um die Geschwindigkeit Ihrer Seite zu verbessern. Einige davon können Sie selbst einfach umsetzen, andere sind komplizierter und aufwändiger. Page Speed Insights zeigt Ihnen, welche Optimierungsmöglichkeiten es auf Ihrer Seite gibt.

1) Bilder optimieren

Nicht optimierte Bilder sind ein häufiges Problem. Viele Websites verwenden Bilder, die schlichtweg zu groß sind. Die Speichergröße kann meist ohne visuellen Qualitätsverlust reduziert werden. 

Das Tolle: das Google Page Speed Tool sagt Ihnen genau, welche Bilder optimiert werden sollten und wieviel KB (oder sogar MB!) Sie jeweils einsparen können!

Tipp: Google hilft Ihnen auch beim Optimieren. Am Seitenende des Page Speed Insights Tests finden Sie einen Link, mit dem Sie alle bereits optimierten Bilder, JavaScript- und CSS-Ressourcen einfach downloaden können.

2) Quellcode bereinigen

Bereinigen Sie HTML-, CSS- und JavaScript Dateien. Dadurch kann die Größe dieser Dateien verringert und ihre Ladezeit beschleunigt werden. Was Sie konkret tun können:

  • Unnötige Kommentare entfernen
  • Leerzeichen und Zeilenumbrüche entfernen
  • Nicht genutzte Code-Elemente entfernen

3) JavaScript und CSS optimieren

Ein häufiger Grund für eine schwache Performance sind laut Google auch JavaScript- und CSS-Ressourcen, die das Rendering blockieren, in Inhalten "above the fold". Google bewertet Inhalte above the fold (also vor dem ersten Scrollen) mit der höchsten Priorität. Damit dieser Inhalt dem User schnell angezeigt werden kann, sollten JavaScripts und CSS möglichst erst nach dem wichtigsten Inhalt geladen werden. 

Auch können die Javascript- und CSS-Dateien zusammengefasst werden, um die Anzahl der Requests, die für den Seitenaufruf notwendig sind, zu minimieren. Optimierungen in diesem Bereich sind oft mit größerem Aufwand verbunden.

Weitere Informationen finden Sie unter:

4) Komprimierung aktivieren

Sie können Ihre komplette Website mit GZip komprimieren. Durch die Komprimierung kann die Anzahl der über das Netzwerk gesendeten Bytes reduziert werden. Das heißt, die komprimierten Inhalte können schneller geladen werden und so auch schneller angezeigt werden. 

Die Einstellung kann meist relativ einfach auf dem Server vorgenommen werden. Google bietet dafür auch Beispiel-Konfigurationsdateien an – lesen Sie mehr dazu auf Googles Support Seite Enable Compression

5) Browser-Caching aktivieren

Aktivieren Sie das Browser-Caching für Ihre Website. Beim Caching wird der Browser angewiesen, die im Cache gespeicherten Ressourcen lokal, und nicht über das Netzwerk zu laden. Dadurch wird die Ladezeit beschleunigt. Google sagt Ihnen im Page Speed Insights Tool auch wieder genau, welche Dateien optimiert werden sollten. 

Bei vielen CMS lässt sich das Caching einfach über ein Plugin einrichten – zum Beispiel unter Wordpress mit dem Plugin W3 Total Cache

Weitere Informationen zu den Optimierungsmöglichkeiten finden Sie in dieser Anleitung von Google.

Fazit: Niemand wartet gerne. Schnelle Websites sind wichtig, um zufriedene User zu haben. Das wird auch von Google in Form von besseren Rankings belohnt. Deshalb sollten Sie die Geschwindigkeit Ihrer Website im Auge behalten. Testen Sie in regelmäßigen Abständen – und vor allem nach Änderungen an Ihrer Website - Ihre Seitenperformance. 

Über den Autor

Tamara Zimmermann ist SEO Consultant bei Otago Online Consulting. Sie beschäftigt sich seit 2010 mit Marketing und Kommunikation und bringt langjährige Erfahrung im On- und Offline Marketing in diversen Branchen mit. Zuletzt hatte sie die Marketingleitung in einem österreichischen Industriebetrieb inne. Ihre Spezialisierung auf Online Kommunikation im Masterstudium brachte sie dann zu Otago.

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