Interview - Olaf Nimz, Trivadis

Offen für Innovationen: Wie kann eine Data Innovation Platform unterstützen?

Bild: Trivadis
Olaf Nimz ist Verantwortlicher für Data Science bei Trivadis.
Bild: Trivadis

Wie funktionieren Data-Innovation-Plattformen, was müssen sie leisten? Welche Tools kommen zum Einsatz? Olaf Nimz, Verantwortlicher für Data Science bei Trivadis, im Interivew.

Wer im globalen Wettbewerb bestehen möchte, muss innovativ sein. Geschäftsmodelle müssen in einer Welt, die sich immer schneller dreht, ebenfalls konstant erneuert werden. Stehenbleiben ist keine Option!

Die Basis für diese Innovationsfähigkeit bildet ein effizienter Umgang mit Daten, der zum Beispiel durch moderne Data-Innovation-Plattformen möglich gemacht wird. Wie funktionieren aber solche Plattformen, was müssen sie leisten? Welche Tools kommen zum Einsatz? Zu diesem Thema haben wir Olaf Nimz, Verantwortlicher für Data Science bei Trivadis, interviewt.

Wie hängt die effiziente Nutzung von Daten mit der Innovationsfähigkeit eines Unternehmens zusammen?

Um innovativ zu sein, muss man sein Geschäft, seine Produkte, Prozesse und besonders seine Kunden verstehen – und Informationen für dieses Verständnis liegen in den Daten. Auf der Basis von Daten lassen sich zudem Entscheidungen unterstützen. So kann man das kreative Bauchgefühl von Managern mit datengetriebenen Trends und Hypothesen herausfordern. Das geht so weit, dass man ein Portfolio verschiedener Szenarien simulieren, also Erwartungen und Risiken gewisser Maßnahmen virtuell testen kann. Vorausgesetzt natürlich, man nutzt die Daten entsprechend aus. Während viele Unternehmen heute bereits in der Lage sind, große Mengen an Daten zu sammeln, besteht bei der operativen Verwertung sicher ein enormes Potential. 

Warum hapert es bei der operativen Verwertung von Daten? 

Ich denke, es ist häufig "Kopfsache": Man ist halt in einer Welt aufgewachsen, wo der Einsatz von Machine Learning weniger ein Thema war bzw. nicht so einfach ging wie heute. Es ist ein langsamer Umgestaltungsprozess. Gerade in der DACH-Region sind Unternehmen zudem eher zurückhaltend – sie warten ab, bis eine Technologie sich etabliert hat. Dies liegt u. a. wohl daran, dass wir nicht massiv von disruptiven Ansätzen aus Start-ups herausgefordert sind, die den großen Unternehmen das Leben schwer machen. In den letzten beiden Jahren sind die Unternehmen aber zunehmend aufgewacht und sind jetzt auf dem richtigen Weg.

Wie können Unternehmen ihren Umgang mit Daten denn effizienter gestalten?

Mit einer modernen Data-Innovation-Plattform, die eine entsprechende Datensammlung und -analyse ermöglicht. Die Datensammlung muss dabei umfassend, übersichtlich und zugänglich sein. Nicht wenige Big-Data-Initiativen haben zu Data Lakes geführt, die für den Nutzer unübersichtlich geworden sind, weil eine umfassende Möglichkeit zur Orientierung fehlt. 

Man sollte sich bei der Ablage der Daten deshalb insbesondere überlegen, welcher Business-Kontext dahintersteht – nur so lässt sich Herkunft, Verarbeitungsprozess, Qualität und Bedeutung der Daten ableiten und letztlich nachvollziehbar in einem Daten-Katalog ablegen. Zusätzlich sollte eine solche Plattform sowohl den Bedarf an spontanen Ad-hoc-Analysen als auch regelmäßige, wiederkehrende Analysen bedienen. Man sollte also z.B. beobachten können, was heute passiert und damit kreative Ideen evaluieren und gleichzeitig Prognosen für die nächsten Tage oder Wochen ableiten können.

Woraus besteht eine solche Data-Innovation-Plattform?

Zum einen ist natürlich der Datenspeicher wichtig. Dieser sollte im Vergleich zu herkömmlichen Speichern möglichst günstig sein, da man Daten massenhaft speichert und u. U. eine sehr lange Historie aufbewahrt. Zum anderen muss die Plattform Event-Verarbeitung zulassen, also ermöglichen, dass Informationen aus sämtlichen Quellsystemen live gesammelt und verarbeitet werden. Ein Tool, das Events in jedem Format sammelt und für die Weiterverwertung bereithält, ist Kafka, ein Apache-Projekt. 

In der Verarbeitung der Daten schließlich ist es wichtig, dass die Plattform Parallelisierung zulässt, also die Verarbeitung je nach Bedarf skaliert. Das beste Tool hierfür ist Spark, ebenfalls eine Open-Source-Initiative. Man braucht außerdem einen Daten-Katalog, der die Metadaten abbildet – also aufzeigt, welche Bedeutung und Struktur die Daten haben, von welchen Quellen sie kommen und welchen Qualitätsstatus die einzelnen Schritte im Prozess besitzen.

Welche Rolle spielen Open-Source-Tools im Bereich Data Science grundsätzlich?

Unsere Unternehmenspartner Microsoft und Oracle nutzen beide Open-Source-Technologien. Sie sind eben am fortschrittlichsten, da ganz viele Menschen daran arbeiten. Es ist allgemein ein globaler Trend, dass man auf das Wissen und die Erfahrung vieler setzt. Bestes Beispiel hierfür aus Europa ist Spotify, das seine Tools gemeinsam mit der Open-Source-Community weiterentwickelt.

Bei einer Kundenveranstaltung haben Sie eine Data-Innovation-Plattform in nur 2 Stunden aufgebaut, und zwar mit Oracle. Wieso ist Oracle hierfür ideal? 

Die integrative Leistung von Oracle ist ausgezeichnet. D. h. Oracle versteht es, die verschiedensten Tools in die eigene Cloud-Plattform zu integrieren und daraus eine runde Sache zu machen. Grundsätzlich hat sich die Welt für Infrastrukturhersteller in den letzten Jahren komplett gedreht – sie können es sich heute nicht mehr leisten, nur in ihrer eigenen, proprietären Welt zu leben, sondern profitieren davon, offen nach außen zu sein. Dieser vorbereitete Service in der Cloud bietet ungeahnte Flexibilität, neue Ideen schnell auszuprobieren.

Was raten Sie Unternehmen, die eine solche Plattform aufbauen möchten? 

Eine moderne Plattform für Datenmanagement und -analyse aufzubauen ist das eine, aber den Zoo an gegenseitigen Abhängigkeiten zu konfigurieren und reibungslos zum Fliegen zu bringen, das andere. Das dafür benötigte Skills-Set ist enorm breit. Unternehmen sind da oftmals mit anderen Prozessen absorbiert oder verfügen nicht über das notwendige Know-how. Die Unterstützung eines externen Partners, der alle Aspekte rund um den Aufbau, die Konfiguration und den Betrieb einer Data-Innovation-Plattform beherrscht, kann deshalb sehr wertvoll sein.

Community-Event für Datenanalyse und -integration

Vom 23. bis 25. November 2018 treffen sich Anwender der Big...

Weiterlesen

Was können Unternehmen von der Tour de France lernen?

Während der 21 Etappen des Radrennens wurden laufend...

Weiterlesen

Digitalisierung im Automobilhandel durch Modularisierung

Während die Automobilindustrie weltweit den größten...

Weiterlesen

KI ist eine Chance für das IT Service Management

Herkömmliches ITSM genügt nicht, um die Herausforderungen,...

Weiterlesen

Digitalisierung ohne Open Source wäre nicht denkbar

"Wenn Sie sich die modernen Komponenten etwa im...

Weiterlesen

Eine der spannendsten Kombinationen der IT-Branche

Johannes Kreiner, Geschäftsführer der Sage GmbH, spricht im...

Weiterlesen

it-novum: Neuer Country Manager in Österreich

Johannes Michael Weiß hat mit Juli die Verantwortung für das...

Weiterlesen

Die Wolken-Expertin von SAP

SAP hat kürzlich seine S/4HANA Cloud in Österreich gelauncht...

Weiterlesen

Luke Roberts gehen 300 Lichter auf

Mit seiner smarten LED-Hängeleuchte will das junge Wiener...

Weiterlesen

LCM: Geburtshelfer für innovative Ideen

Die klugen Köpfe der Linz Center of Mechatronics GmbH...

Weiterlesen

Die Digitalisierungs-Reise der SVA

Die Sozialversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft...

Weiterlesen

Das Netzwerk sieht alles

Was haben moderne Netzwerke mit Gehirnen, heißen Herdplatten...

Weiterlesen

IT-Monitoring mit Open Source oder einer kommerziellen Lösung?

Kaum ein Unternehmen kann auf ein umfassendes IT-Monitoring...

Weiterlesen

IoT-Lösungen für Industrie 4.0

Das Unternehmen it-novum zeigt bei einer Roadshow in Graz,...

Weiterlesen

T3UXW18 – TYPO3 User eXperience Week

Die diesjährige TYOP3 User Experience Week (T3UXW) fand vom...

Weiterlesen

Kein Freibrief für Datenschutzverstöße

Wir haben den Rechtsanwalt Gerald Ganzger gefragt, welche...

Weiterlesen

"Das ist ein Wahnsinn"

"Wir brauchen drei bis sechs Monate, um gute Leute auf...

Weiterlesen

Aus Security-Sicht ein Horror

Die Ergebnisse des jährlichen Breach Level Index von Gemalto...

Weiterlesen

Vorsicht, Open-Source-Falle!

Die Euphorie rund um das 20-jährige Open-Source-Jubiläum ist...

Weiterlesen

Datenschutz bei der DSAG

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO) macht auch vor...

Weiterlesen