IT-Management
Bild: CC0 - pixabay.com
Bild: CC0 - pixabay.com

Deloitte Global CIO Survey

Österreichische CIOs hinken strategisch hinterher

Wie die Deloitte Global CIO Survey 2018 festgestellt haben will, unterscheiden sich heimische IT-Abteilungen deutlich vom Rest Europas. Neben der abweichenden thematischen Schwerpunktsetzung hebt sich demzufolge das Rollenverständnis der österreichischen CIOs vom internationalen Durchschnitt ab. Mangelnde Kundenorientierung, eine wenig ausgeprägte Fehlerkultur und die unzureichende strategische Einbindung von Technologie in die Unternehmen sollen Aufholbedarf erkennen lassen.

Im Rahmen des CIO Survey hat das Beratungsunternehmen Deloitte weltweit 1.437 Führungskräfte, darunter vorwiegend Chief Information Officers (CIOs), zu ihrem Geschäftsumfeld, dem eigenen Unternehmen sowie ihrem Rollenverständnis befragt. Auch Österreich zählt zu den 71 untersuchten Ländern. Dabei zeigt sich: Heimische IT-Abteilungen setzen andere Schwerpunkte als der Rest Europas.

"Die österreichischen CIOs hinken strategisch hinterher. Die Modernisierung der Bestandssysteme oder Themen wie Cyber Security, Datensicherheit und Compliance nehmen die meiste Zeit der IT-Leiter in Anspruch. Internationale Zukunftsthemen wie Digitalisierung und Analytics werden dadurch vernachlässigt", erklärt Bernhard Göbl, Director bei Deloitte Österreich.

Mangelnde Fokussierung auf Kunden

Gerade bei digitalen Aktivitäten weicht Österreich deutlich vom internationalen Trend ab. Europaweit werden Themen wie Kundenbindung, Customer Journey und Kundenwachstum stark vorangetrieben. Hierzulande verfolgt man keinen besonderen Kundenfokus. Die heimischen CIOs versuchen den Kundenerwartungen eher auf technischer Ebene mittels entsprechender Portale, Plattformen und Werbung zu begegnen. "Eine kundenorientierte IT-Ausrichtung bietet großen Mehrwert für Unternehmen und Mitarbeiter. In Österreich hat man das offenbar noch nicht ausreichend erkannt", so Göbl.

Expertenrolle statt Führungsverantwortung

Bild: Deloitte
Bernhard Göbl, Director bei Deloitte Österreich
Bild: Deloitte

Unterschiede gibt es auch hinsichtlich des Rollenverständnisses. Während die europäischen CIOs ihren positiven Einfluss auf Personen innerhalb und außerhalb des Unternehmens als zentrales Kriterium für erfolgreiche Führung sehen, ist das in Österreich lediglich bei 11 Prozent der Befragten ein Thema. Für 57 Prozent der heimischen CIOs ist die Lösung komplexer Probleme wichtiger, 45 Prozent setzen auf fortlaufendes Lernen.

"Österreichische IT-Leiter sehen sich in erster Linie als Experten und weniger als Führungspersonen. Dementsprechend verwundert es nicht, dass auch von den IT-Mitarbeitern dazu passende Skills erwartet werden. Serviceorientierung und systemorientiertes Denken sind den österreichischen CIOs in ihrem Team viel wichtiger, als Führungsverhalten oder Verhandlungsgeschick", analysiert Bernhard Göbl.

Kaum ausgeprägte Fehlerkultur

Eine gesunde Fehlerkultur hat sich in Österreich noch nicht etabliert. Der CIO Survey bestätigt dies. Schuld an Fehlern sind laut den Befragten in erster Linie die anderen: 56 Prozent der heimischen IT-Verantwortlichen begründen fehlgeschlagene Projekte mit der komplexen Systemtechnik, 54 Prozent machen externe Partner verantwortlich. Nur vereinzelt wird die Fehlerquelle im eigenen Team wahrgenommen. Andere Länder gehen offener mit Fehlern um und profitieren von den daraus resultierenden Optimierungsprozessen.

Ungenutztes strategisches Potenzial von Technologie

Die heimischen IT-Abteilungen verfolgen nicht nur eine andere Richtung als ihre internationalen Pendants. Die österreichischen CIOs wissen laut der Untersuchung von Deloitte auch zu wenig über die strategische Ausrichtung und Geschäftsziele des Unternehmens Bescheid. Wo sie sich eine Einschätzung zutrauen, haben Performance, Kundenbindung und Wachstum keinen hohen Stellenwert. Stattdessen spielt Innovation bei 57 Prozent eine große Rolle. Diese bezieht sich allerdings nur selten auf eine strategische Neuausrichtung, sondern vielmehr nur auf neue Produkte und Services.

"Aus Sicht der CIOs wird Technologie von den heimischen Geschäftsführern vorrangig zur Kostenersparnis eingesetzt. International setzt man hingegen viel häufiger auf umsatzgenerierende Projekte. Die österreichischen Unternehmen sollten in enger strategischer Abstimmung mit ihrem IT-Bereich dringend an Ausbau und Weiterentwicklung der Geschäftsfelder arbeiten", betont Göbl abschließend.

Die Österreich-Ergebnisse der Deloitte Global CIO Survey 2018 finden Sie hier als PDF-Zusammenfassung.

Mehr Artikel zum Thema: IT-Management

Webinar: Automatisiert auf Windows 10 migrieren

Mit dem Erscheinen von Windows 10 hat Microsoft einen großen...

Weiterlesen

IT-Schwachstellen von EPU und KMU

Menschliches Fehlverhalten und mangelndes Verständnis im...

Weiterlesen

WP: Schnell und sicher durch Automatisierung

Routineaufgaben kosten viel Zeit und machen keinen Spaß:...

Weiterlesen

Stress führt zum Datentod

Laut einer Umfrage der Datenretter von Kroll Ontrack sind...

Weiterlesen

Stau vermeiden mit Netzwerk-Monitoring

Mit etwas Fantasie und einem API machen Sie aus Ihrem...

Weiterlesen

Wo ein IGEL ist, ist auch ein Weg

Manchmal sind es gerade die kleinen Dinge, die große...

Weiterlesen

Wachsende IT-Komplexität: 6 Strategien für CIOs

Die Zukunft erschien nie komplexer. IT-Führungskräfte sollen...

Weiterlesen

Was müssen EMM-Lösungen leisten?

Peter Seeger ist Außendienstmitarbeiter. Unterwegs will er...

Weiterlesen

Wo der IGEL sich von seiner besten Seite zeigt

Mit dem Umzug in den 29. Stock des Vienna DC Towers hat IGEL...

Weiterlesen

Die Wärme muss weg

Moderne datenzentrierte Geschäftsmodelle führen dazu, dass...

Weiterlesen

Entscheidung für Windows 10: The Day After

Viele Unternehmen zögern noch, von Windows 7 oder 8/8.1 auf...

Weiterlesen

WP: Schnell und sicher durch Automatisierung

Routineaufgaben kosten viel Zeit und machen keinen Spaß:...

Weiterlesen

Steigende Budgets für Digitalisierung und Security

Viele Unternehmen nützen neue Technologien, um innovative...

Weiterlesen

Datensilos werden zum Problem

Ein schneller Zugriff auf konsistente Datenbestände ist für...

Weiterlesen

Automatisiertes Lean Testing von Websites

Leankoala will das digitale Qualitätsmanagement durch Lean...

Weiterlesen

baramundi Focus Tour 2018

Folgen Sie der Einladung zur baramundi-Roadshow in die...

Weiterlesen

IT-Monitoring mit Open Source oder einer kommerziellen Lösung?

Kaum ein Unternehmen kann auf ein umfassendes IT-Monitoring...

Weiterlesen

Die besten IT-Manager Österreichs

Kürzlich wurde von Confare wieder der CIO AWARD vergeben,...

Weiterlesen

Unified-Endpoint-Management für mittelständische Unternehmen

Die baramundi Management Suite unterstützt KMUs erfolgreich...

Weiterlesen

Magna steigert Effizienz und Produktivität mit Matrix42

Magna ist langjähriger Kunde von Matrix42. Der weltweit...

Weiterlesen