Hardware Netzwerk
Bild: AVM
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FRITZ!OS 7 für Modem-Router von AVM

Neues Betriebssystem für die FRITZ!Box

Das Berliner Unternehem AVM hat seinen beliebten Modem-Routern der FRITZ!Box-Familie ein neues Betriebssystem zusammengezimmert. Die Version 7 soll ihre Aufwartung mit "über 77 Neuerungen und Verbesserungen" machen.

von: Rudolf Felser

Sieben ist ja bekanntlich eine magische Zahl, insofern sei den Berliner Modem-Machern die kleine künstlerische Freiheit hinsichtlich der Zahlenverdreherei nachgesehen. Sie streichen in ihrer Aussendung besonders die neuen WLAN-Mesh-Funktionen hervor, die eine einfache Erweiterung von nicht nur dem WLAN, sondern auch der DECT- und Smart-Home-Funktionalitäten verspricht – indem man zum Beispiel eine weitere FRITZ!Box ins Heimnetz integriert. 

Derzeit erhältlich ist das Update für die Modelle 7590, 7580, 7560, 7530, 4040 sowie die FritzBox 7362 SL – weitere sollen "zügig folgen". In einem kurzen Selbstversuch mit einer FRITZ!Box 7590, die als reiner WLAN-Router mit deaktivierter DSL-Verbindung hinter einem UPC-Kabelmodem hängt, ließ sich das Update wie gewohnt rasch und problemlos installieren. Über den Menüpunkt "Mesh" ließen sich im Anschluss auch alle weiteren FRITZ!-Produkte im Netzwerk auf den neuesten Stand bringen. 

Von den vielen angesprochenen Neuerungen merkt man im ersten Augenblick wenig. Die von manchen Nutzern als nicht mehr ganz zeitgemäß bekrittelte Oberfläche hat sich nicht verändert. Was sich unter der Haube alles getan hat, zählt man seitens AVM folgendermaßen auf:

1. Mehr WLAN-Performance und Übersicht

FRITZ!OS 7 unterstützt die WLAN-Standards 11v und 11k bei Band Steering (Idle Steering), so dass moderne WLAN-Geräte wie Smartphones von einem schnelleren Wechsel des Frequenzbandes – auch bei bestehender Verbindung – profitieren sollen. Außerdem wurde die grafische Mesh-Übersicht auf der Benutzeroberfläche der FRITZ!Box um Angaben zur Verbindungsqualität von schnurloser Telefonie erweitert. Für alle FRITZ!-Produkte werden hier die Updates angezeigt. Sind automatische Updates in der FRITZ!Box aktiviert, werden nun auch FRITZ!WLAN Repeater und Powerline-Produkte im Mesh automatisch aktualisiert.

2. Mehr Komfort und Tempo im WLAN

Die neue Funktion "Zero Wait DFS" (Dynamic Frequency Selection) verringert AVM zufolge deutlich die Wartezeiten im 5-GHz-Band bei Wetter- oder Flugradar. Mit dem neuen Update erweitert AVM die mögliche Funkkanalbandbreite von 80 auf 160 MHz für 4x4-WLAN-Router wie FRITZ!Box 7590. Für neueste WLAN-Geräte, beispielsweise Notebooks, sollen sich so theoretisch doppelte Durchsatzraten erzielen lassen. Selbst bei WLAN-Geräten mit 2x2 Antennen sei der höhere Datendurchsatz deutlich spürbar, versprechen die Berliner.

3. Mesh Reloaded

Mit FRITZ!OS 7 können nun weitere FRITZ!Box-Geräte als Mesh-Repeater eingesetzt werden. Wie FRITZ!WLAN Repeater und Powerline-Geräte lassen sich weitere FRITZ!Box-Modelle per Knopfdruck ins Mesh einbinden, um somit die WLAN- und Mesh-Reichweite zu vergrößern. Das Besondere: Über die weiteren FRITZ!Box-Geräte werden erstmals neben WLAN auch Telefonie und Smart Home von FRITZ! mesh-fähig. Alle Telefoniefunktionen der zentralen FRITZ!Box stehen für jede als Mesh Repeater integrierte FRITZ!Box und die an ihr angeschlossenen Telefone zur Verfügung (Telefonie Mesh). Auch die Smart-Home-Produkte von FRITZ! profitieren von der integrierten FRITZ!Box als Mesh-Repeater, denn so können mehr DECT-Smart-Home-Geräte erreicht und genutzt werden (Smart Home Mesh). Über den Menüpunkt "Mesh" können nun alle Einstellungen für WLAN Mesh und Telefonie Mesh an der zentralen FRITZ!Box vorgenommen werden.

4. Offener FRITZ! Hotspot

Mit dem neuen FRITZ!OS vereinfacht AVM eigenen Angaben zufolge die Nutzung des FRITZ! Hotspots. Anwender sollen nun noch leichter einstellen können, ob sie Gästen einen offenen oder einen passwortgeschützten privaten WLAN-Gastzugang anbieten möchten. Beim offenen Hotspot muss kein Netzwerkschlüssel eingegeben werden. Diese Möglichkeiten sind auch für KMU, Cafés oder Arztpraxen nicht uninteressant. Ob privater oder öffentlicher WLAN-Zugang, die Gäste surfen ohne Zugriff auf das "eigene Netz" über ein zweites WLAN, das die FRITZ!Box bereitstellt.

5. Integration von noch mehr Smart-Home-Geräten

AVM erweitert mit diesem Release die Unterstützung des HAN-FUN-Protokolls (Home Area Network FUNctional), die Erweiterung des Funkstandards DECT-ULE. Ab sofort können neben den FRITZ!DECT-Produkten auch Geräte anderer Hersteller, die HAN FUN unterstützen, direkt an der FRITZ!Box eingesetzt werden. Dazu zählen HAN-FUN-kompatible Wandtaster, Tür-Fenster-Kontakte und Bewegungsmelder. In Verbindung mit einer FRITZ!Box und den Schaltsteckdosen FRITZ!DECT 200/210 lassen sich so verschiedene Einsatzszenarien realisieren. Beispielsweise signalisiert ein Bewegungssensor ein Ereignis, woraufhin über die intelligente Steckdose das Licht geschaltet wird.

6. Mehr Komfort bei Einstellungen im Smart Home

Mit FRITZ!OS 7 ist die Einrichtung neuer Smart-Home-Vorlagen möglich. Sie erlauben eine Konfiguration und Steuerung mehrerer Geräte und können als Schablonen für unterschiedliche Anwendungen verwendet werden. Nutzer, die beispielsweise im Früh- und Spätdienst arbeiten, können sich jeweils eine Smart-Home-Vorlage erstellen und diese mit einem Klick wechseln. Auch Vorlagen für bestimmte Anlässe wie z. B. einen Feiertag in der Woche oder flexible Urlaubszeiten sind zu realisieren. Auf der FRITZ!Box-Oberfläche sind die Vorlagen schnell eingerichtet und lassen sich auch über ein FRITZ!Fon nutzen.

7. MyFRITZ!: Neue Berichte und mehr Informationen im Heimnetz

FRITZ!Box-Anwender können die Funktion MyFRITZ! für den einfachen Zugang von zuhause oder unterwegs auf Dienste der FRITZ!Box wie Anrufbeantworter, Anrufliste, FRITZ!NAS oder Smart Home einsetzen - solange die Box direkt über eine öffentliche IP-Adresse im Internet erreichbar ist. Mit dem neuen FRITZ!OS wurde die Aktivierung von MyFRITZ! vereinfacht. Außerdem entfallen die Browserwarnungen beim Zugriff von unterwegs auf die FRITZ!Box. Denn ab sofort ist es möglich, dass sich FRITZ!Box von der Organisation "letsencrypt.org" ein SSL-Zertifikat für die MyFRITZ!-Adresse ausstellen lässt. Neu ist auch die Möglichkeit, sich MyFRITZ!-Berichte senden zu lassen. Per E-Mail wird wöchentlich oder monatlich über den Zustand der FRITZ!-Produkte und vorhandene Updates informiert. Zumindest das funktioniert auch ohne eine öffentliche IP auf der FRITZ!Box.

8. Viele neue Funktionen für das FRITZ!Fon

FRITZ!Fon Nutzer können jetzt bis zu fünf eigene Klingeltöne hinzufügen. Außerdem ist es möglich, über das FRITZ!Fon ein Update der FRITZ!Box durchzuführen. Erweitert wurde auch das Schalten des WLAN-Gastzugangs oder von Smart-Home-Geräten über das FRITZ!Fon, auf Wunsch auch PIN-geschützt. Mit der neuen Zeitsteuerung für Rufumleitungen können Anwender flexibel festlegen, ob und wann bestimmte Rufumleitungen aktiv sind. Auch unterwegs bleibt man so zum Beispiel über den Festnetzanschluss erreichbar. Außerdem wurde das Abspielen von Podcasts über das FRITZ!Fon erweitert und komfortabler gestaltet wie beispielsweise das vereinfachte Vor-und Zurückspulen.

9. Mehr Performance für FRITZ!NAS

Wer USB-Sticks oder -Festplatten an der FRITZ!Box nutzt, die mit dem Dateisystem NTFS formatiert sind, profitiert mit FRITZ!OS 7 von höherer Geschwindigkeit bei der Datenübertragung am FRITZ!NAS, verspricht AVM weiter. Zudem wurde die Web-Oberfläche von FRITZ!NAS neu gestaltet und für unterschiedliche Ausgabegeräte optimiert.

10. FRITZ!OS für Komfort bei Umzug oder Neuinstallation

Diese Funktion braucht man hoffentlich selten. Aber wenn, dann kann sie einiges an Mühe ersparen. Denn wer sich eine neue FRITZ!Box zulegt, muss seine AVM-DECT-Geräte wie Telefon oder Heizkörperregler jetzt nicht mehr manuell einbinden. Dank des erweiterten Anmeldemodus werden alle bekannten DECT-Geräte nach dem Einstellungsimport an der neuen FRITZ!Box angemeldet. Dabei ist nur einmal eine Aktion auf der FRITZ!Box-Benutzeroberfläche notwendig.

Was AVM in seiner für Österreich bestimmten Aussendung zu FRITZ!OS 7 nicht anspricht: Mit FRITZ!OS 7 unterstützt AVM jetzt auch den SIP-Telefonanlagenanschluss der Deutschen Telekom. Mit SIP-Trunk ermöglicht der deutsche Telekom-Anbieter seit einigen Monaten ihren Geschäftskunden einen einfachen Umstieg von ISDN- auf IP-basierte Anschlüsse. Die FRITZ!Box unterstützt bis zu 20 Durchwahlrufnummern für die direkt an der FRITZ!Box angeschlossenen Telefone.

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