Artifical Intelligence

Blick ins "künstliche Gehirn"

IBM zeigt, wie KIs denken

Eine Cloud-basierte Software soll systematische Fehler in Daten und Modellen von künstlicher Intelligenz aufdecken sowie Anpassungen empfehlen.

IBM hat eine neue Technologie vorgestellt, die mehr Transparenz in den Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) bringen soll. Die Software zeigt in Echtzeit auf welcher Grundlage Entscheidungsvorschläge zustande kommen und soll automatisch quantitative und qualitative Mängel in Daten und KI-Modellen erkennen. Sie läuft auf der IBM Cloud und soll Unternehmen helfen, KI-Systeme für eine große Bandbreite an Branchen und Kunden nutzbar zu machen, indem sie Vertrauen in die Qualität der Entscheidungsvorschläge schafft. Zusätzlich übergibt IBM Research ein KI-Toolkit zur Erkennung von systematischen Fehlern und Anpassung an die Open-Source-Community. Damit soll der weltweite Austausch und die Zusammenarbeit zur Entwicklung von vorurteilsfreien KIs gefördert werden.

"IBM hat bei der Festlegung von Vertrauens- und Transparenzgrundsätzen für die Entwicklung neuer KI-Technologien Maßstäbe für die ganze Industrie gesetzt“, erklärt David Kenny, SVP of Cognitive Solutions bei IBM. "Es ist an der Zeit, diesen Prinzipien auch Taten folgen zu lassen. Wir geben den Unternehmen, die KI einsetzen und dem potenziellen Risiko durch fehlerhafte Entscheidungen ausgesetzt sind, neue Transparenz und Kontrolle." Grundlage sind Untersuchungen von IBMs Institute for Business Value. Demnach streben zwar 82 Prozent der Unternehmen eine KI Einführung an, aber 60 Prozent befürchten Probleme mit der Verlässlichkeit der Technologie. Und 63 Prozent haben nicht die Mitarbeiter im Haus, um die Technik sicher zu managen.

Entscheidungen sichtbar machen 

Die neue Software in der IBM Cloud arbeitet mit Modellen, die sich aus einer Vielfalt von Frameworks für maschinelles Lernen und KI-Umgebungen wie Watson, Tensorflow, SparkML, AWS SageMaker, und AzureML zusammensetzt. Somit sollen Unternehmen von den Kontrollmöglichkeiten für die meistverbreiteten KI Frameworks profitieren können. Man kann damit aber laut IBM auch die Entscheidungsgrundlagen von jedem Workflow überwachen. Die Software lässt sich also an die individuellen Bedürfnisse der Unternehmen anpassen.

Der vollautomatisierte Software-Service erklärt die Entscheidungsfindung durch KI während der Verarbeitung. So sollen sich potenzielle Mängel in Quantität oder Qualität der dem System zur Verfügung gestellten Daten oder nicht balancierte Ergebnisse von vornherein vermeiden lassen. Die Software empfiehlt gegebenenfalls automatisch, dem Modell mehr Daten hinzuzufügen, um Anpassungen vorzunehmen.

IBM zufolge sollen die Erklärungen einfach zu verstehen sein und alle Faktoren klar aufzeigen, die Entscheidungen der KI in die eine oder andere Richtung beeinflusst haben und wie vertrauenswürdig der Vorschlag ist. Die Datengrundlagen zur Treffsicherheit, Ausführung und Fairness und die Herkunft des jeweiligen KI-Modells werden aufgezeichnet. So können Kundenservice oder Compliance-Verantwortliche jederzeit Einsicht nehmen, was laut IBM auch für die europäische Datenschutzrichtlinie DSGVO wichtig ist.

Diese Möglichkeiten können dank visuellen Dachboards auch Mitarbeiter ohne IT-Kenntnisse nutzen. So können nicht nur spezialisierte KI-Experten nachvollziehen, wie KI-Entscheidungen getroffen werden, was Abhängigkeiten verhindern und mehr Vertrauen schaffen soll. IBM stellt auch neue Beratungsservices zur Verfügung, mit denen Unternehmen ihre eigenen Prozesse und Schnittstellen von Mensch zu KI erstellen können – um systematische Fehler in den Entscheidungsvorschlägen von KI zu minimieren.

Mehr Fairness in der KI

Zusätzlich übergibt IBM Research das "AI Fairness 360 Toolkit" an die Open Source Community. Dabei handelt es sich um eine Bibliothek mit neuartigen Algorithmen, Codes und Tutorials. Mit dieser Hilfe bekämen Akademiker, Forscher und Datenexperten das Wissen und die Fähigkeiten, Verzerrungen eleminieren zu können, während sie an Modellen zum maschinellen Lernen arbeiten, so IBM. Die weltweite Open-Source-Community sei eingeladen, "gemeinsam daran zu arbeiten, die Wissenschaft voranzubringen und Verzerrungen in der KI zu adressieren".

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