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Österreichisches GPS-Abrechnungssystem rettet Leben

GPS und "Jugendtaxi" verhindern Disco-Unfälle

Technologie soll das Leben bequemer und sicherer machen. Das automatische Abrechnungssystem "Jugendtaxi" von Infostars unterstützt Gemeinden dabei, Jugendliche nach dem Feiern sicher und kosteneffizient nach Hause zu bringen.

"Crash auf dem Heimweg von der Disco - zwei Burschen tot", Schlagzeilen wie diese finden sich in regelmäßigen Abständen in den Medien. Diese so genannten "Disco-Unfälle" machen betroffen. Der fröhliche Ausflug einer Gruppe Jugendlicher am Samstagabend zum großen Fest im Nachbarort endet in einer Katastrophe: Weil man ja irgendwann wieder nach Hause kommen will, steigen gerade am Land viele Jugendliche mangels Alternativen zu einem Betrunkenen ins Auto. Die Disco-Busse der 1980er- und 1990er-Jahre gibt es vielfach aus Kostengründen nicht mehr. Allein 2017 starben mehr als 400 Menschen auf heimischen Straßen – Alkohol war nicht selten eine der Unfallursachen.

Junge Menschen sicher nach Hause bringen - dieses Ziel hat sich das Wiener Unternehmen Infostars gesetzt. Als Werkzeug dafür setzt der GPS-Spezialist auf moderne Technologie: Mittels GPS und Karten-basierten Abrechnungssystemen hat Infostars eine Lösung speziell für Gemeinden entwickelt, das in einfacher Form den Einsatz eines effektiven, kostengünstigen und transparenten "Jugendtaxis" ermöglicht. Damit können "Disco-Unfälle" ohne aufwändige und kostspielige Sammel-Transporte oder der Einrichtung nächtlicher Bus-Linien verhindert werden. 

Technik für mehr Sicherheit

Lesegerät und GPS machen die Heimfahrt sicher und kostentechnisch transparent. Die Gemeinde stellt dabei Jugendlichen eine "Jugendtaxi"-Karte aus. Diese Karte berechtigt den Inhaber, im Taxi einen vergünstigten Fahrpreis in Anspruch zu nehmen. Als "Jugendtaxi" kann jedes Fahrzeug benutzt werden, in diesem wird nur ein eigenes Lesegerät installiert. Dieses liest die "Jugendtaxi"-Karte kontaktlos aus. Via GPS ist die gefahrene Route nachvollziehbar. So ist klar, wie viele Kilometer das Taxi zurückgelegt hat und welche Personen aus welcher Gemeinde gefahren sind. Die beteiligten Gemeinden können so transparent und einfach die Kosten abrechnen.

"Unser Fokus liegt vor allem auf der simplen Anwendung für alle Beteiligten: die Gemeinden, die Jugendlichen und die Taxifahrer. Unser Credo lautet: Größtmögliche Automatisation", erklärt Infostars-Geschäftsführer Robert Tarbuk. Das "Jugendtaxi" ist, so Tarbuk, eigentlich "wie Carsharing - jedoch mit eigenem Fahrer". 

Das 2007 gegründete Unternehmen Infostars entwickelt eigentlich GPS-Lösungen für das Fuhrparkmanagement. "Das Jugendtaxi ist sozusagen ein Nebenprodukt unserer Business-to-Business-Lösungen, das den Alltag von jungen Leuten und ihrer Eltern einfacher macht", so Tarbuk. 

Erfolgreicher Einsatz in sechs Gemeinden Oberösterreichs

"Das System ist für die Jugendlichen sehr günstig und einfach zu benutzen. Beim Ein- und Aussteigen wird die 'Jugendtaxi'-Karte kontaktlos erfasst. Alle Jugendlichen im Taxi zahlen in Summe einen Fahrtpreis von 4 Euro. Wenn nun acht Jugendliche das Taxi benutzen, hat jeder Einzelne Kosten von nur 50 Cent - auch wenn die Fahrt 30 Minuten dauert", zeigt sich Werner Radinger, Jugendreferent der oberösterreichischen Marktgemeinde Micheldorf, begeistert. Das System wird in Micheldorf wie auch in den Nachbargemeinden Steinbach am Ziehberg, Inzersdorf, Oberschlierbach, Schlierbach, Kirchdorf an der Krems bereits erfolgreich eingesetzt. Das "Jugendtaxi" hat dort nachhaltig zur Steigerung der Sicherheit im Verkehr beigetragen. Seit dem Start im Sommer 2016 wurden mehr als 1.700 Jugendliche von zehn Taxis sicher nach Hause gebracht. Diese legten dabei mehr als 14.000 Kilometer zurück.

Das System von Infostars eignet sich nicht nur für die Organisation von "Jugendtaxis". Es ist überall einsetzbar, wo es um die Mobilität am Land geht – seien es Krankentransporte oder andere Fahrten, etwa für Vereine, die Kommunen organisieren wollen, ohne dabei einen großen organisatorischen Aufwand zu haben. Das im Auto eingebaute Lesegerät ist von den Fahrern einfach zu bedienen. Die Benützungskarten können in den Gemeindeämtern einfach und ohne großen technischen Aufwand ausgestellt werden. Die Technik von Infostars ermöglicht es daher, Mobilität vor allem in ländlichen Räumen neu zu überdenken und vermindert die Abhängigkeit von Auto- und Bus-Unternehmen bzw. ermöglicht eine flexiblere und kosteneffizientere Gestaltung.

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