Karriere
Bild: Priscilla du Preez
Bild: Priscilla du Preez

Weiterbildung

Erwachsenenbildung in Österreich: Diese Möglichkeiten gibt es

Ob aus Eigenmotivation oder über den Arbeitgeber im Beruf: Weiterbildung in Österreich boomt. Mittlerweile gehen rund 14,8 Prozent aller Erwachsenen einer Form von Weiterbildung nach. Während für viele Menschen besonders das berufliche Weiterkommen der entscheidende Faktor ist, entscheiden sich nicht wenige Menschen aus Interesse an Sprachen und dem Erlernen neuer Tätigkeiten für Erwachsenenbildung.

Großes Angebot öffentlicher Abendgymnasien

Öffentliche Abendgymnasien für Berufstätige wurden in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten erstmals flächendeckend eröffnet. Mittlerweile existieren die öffentlichen Schulen mit Unterricht bis unter Umständen 10 Uhr abends an sieben verschiedenen Standorts österreichweit - Wien, Graz, Linz, Salzburg, Innsbruck, Klagenfurt und Villach. Das Angebot reicht dabei in der Regel über den konventionellen Unterricht hinaus. Neben den klassischen Fächern wie Mathematik, Deutsch, Englisch, etc. gibt es häufig spezielle Lernkurse für Menschen mit Lerndefiziten. Deutschkurse für Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund bieten Hilfe bei Sprachproblemen.

Dabei ist nicht nur Berufstätigkeit bei fehlender Matura ein Grund für viele Menschen, auf das Abendgymnasium zu gehen. Vielmehr ist der Besuch eines Abendgymnasiums oftmals der Wiedereinstieg in die Berufs- und Leistungsgesellschaft. Nicht selten wird durch das Besuchen eines Abendgymnasiums der berufliche Umstieg ermöglicht, etwa von Lehrberuf auf eine Stelle, die die Matura oder sogar ein Studium benötigt. Finanzielle Hilfe gibt es seitens des Staates durch Schülerbeihilfe, Arbeitslosengeld kann ohne Jobsuche bei Verfolgen des Abendgymnasiums ohne Matura bereitgestellt werden.

Modulsystem statt Regulärunterricht

Unabhängig von privaten oder öffentlichen Erwachsenenschulen setzen die Institute immer häufiger auf ein Modulsystem. Das hat den Vorteil, dass Schüler individuell bestimmen können, welches Lernpensum sie bewältigen möchten. Arbeitet man 40 Stunden die Woche, kann man so beispielsweise einige Fächer am Abend besuchen, die man ohne große Probleme meistert. Erwachsene, die noch bei den Eltern wohnen, nicht beschäftigt sind oder nur geringfügig, können so mehr Unterricht besuchen und somit schneller maturieren.

Vorteilhaft für die Schüler ist, dass es sich bei den öffentlichen Abendgymnasien um kostenfreie Bildungsangebote handelt. Anders sieht es bei privaten Anbietern und Bildungsangeboten aus, bei denen mit monatlichen Kosten von einigen hundert Euros gerechnet werden muss.

Weiterbildung abseits der Matura

Die Nachfrage nach Weiterbildung ohne Matura steigt in Österreich stetig an. Besonders häufig werden dabei Weiterbildungsangebote im Bereich Sprachen angenommen. Institute wie beispielsweise das Russische Kulturinstitut schaffen sprachliche Angebote am Nachmittag und Abend und eignen sich so für Berufstätige. 

Digitalisierung und IT

Wichtiger Schwerpunkt in der Weiterbildung ist nicht zuletzt das Angebot an Lernkursen zu den Themen IT und Digitalisierung. Besonders die Generation 50 Jahre und aufwärts kann in der Berufswelt durch Erfahrung glänzen, hinkt gleichzeitig aber oftmals in der Bedienung von IT-Systemen und der Nutzung von Programmen hinterher. Gerade deshalb setzen viele österreichische Menschen der Generation 50+ auf Weiterbildung zum Thema Computer und Internetnutzung.

Interessant ist dabei auch, dass viele ältere Menschen selbst in der Pension auf Weiterbildung im IT-Bereich setzen. Oftmals aus reiner Neugier, Interesse an Unbekanntem oder um die eigenen Enkeln verstehen zu können. Im Fokus stehen vor allem simple Programme wie Microsoft Word, Excel oder Ähnliches, aber auch Kommunikation via E-Mail, Skype oder Facebook. Für absolute Anfänger gibt es natürlich Kurse, die den grundsätzlichen Umgang mit dem Betriebssystem Windows erklärt.

Fernbildung als Alternative

Durch die Digitalisierung und den leichten Zugang zum Internet entscheiden sich immer mehr Menschen in Österreich und Europa für Fernbildung. Das ermöglicht ein ortsunabhängiges Lernen, Prüfungen werden jedoch in der Regel trotzdem vor Ort abgelegt. Beispielsweise betrifft das die Externistenschulen in Wien. Während die Abendgymnasien der Stadt auf regelmäßigen Unterricht in Form von Modulen setzen, sollen Externisten ganz ohne Unterrichtseinheiten lernen. Die Prüfungen werden dann in Anwesenheit von BIFI-Lehrern abgelegt. Dabei sind die Externistenprüfungen, die in der Regel einzelne oder mehrere Fachmaturas auf einmal sind, als überdurchschnittlich schwer und herausfordernd bekannt.

Wie sieht es jedoch mit einem Studium im Fernunterricht aus? Tatsächlich hat das Land Österreich keine eigene Fernuniversität, auf die Studenten zurückgreifen könnten. Das Berufsförderungsinstitut Oberösterreich aber hat eine langjährige Kooperation mit der Hamburger Fernhochschule (HFH). Das Studienangebot richtet sich an Personen, die einen akademischen Abschluss neben der Berufstätigkeit erreichen möchten. Die Studiengänge sind innerhalb der EU anerkannt.

Hohes Maß an Selbstdisziplin erforderlich

Begriffe wie Weiterbildung, Abendschule und Fernstudium werden schnell gesagt und als Trend der heutigen Zeit wahrgenommen. Tatsächlich steckt hinter der Zeiterscheinung vor allem eins: Harte Arbeit und jede Menge Selbstdisziplin. Wer nach 40 Stunden Arbeit noch konzentriert im Unterricht sitzen kann, autodidaktisch lernt oder sich in anderer Art und Weise weiterbildet, benötigt in großem Maße Disziplin und Motivation.

Besonders die Organisation ist entscheidend, ob das Projekt Weiterbildung erfolgreich verläuft, oder nicht. Beispielsweise betrifft das besonders Studierende an Abendgymnasien mit Modulsystem. Ist man erst spät mit der Arbeit fertig, ist es wichtig, in den verbleibenden Stunden des Tages die Unterrichtseinheiten zu besuchen, die man tatsächlich braucht. Bei Tests und wichtigen Prüfungen besteht die Option, sich von der Arbeit frei zunehmen oder die Arbeitszeit wenn möglich schon im Voraus richtig einzuplanen, wenn die Arbeits- und Prüfungszeit überlappt.

Weiterbildung für Erwachsene früher

Während es heute unzählige Institute für Erwachsenenbildung gibt, zusätzlich kostenlose Abendgymnasien und ein riesiges Online-Angebot, war die Auswahl an Weiterbildung für Erwachsene noch vor wenigen Jahrzehnten sehr rar. Tatsächlich wurde erst 2014 das 5.000 Maturazeugnis am Abendgymnasium Wien ausgehändigt - mittlerweile hat sich die Zahl mindestens verdoppelt. Tatsächlich ist die gesellschaftliche Entwicklung eine der Hauptgründe dafür, warum sich weit mehr als 10 Prozent aller Erwachsenen in Form von Weiterbildung betätigen.

Andere Ansprüche und Bedingungen am Arbeitsmarkt

War man früher nach einer ausgelernten Lehre oftmals bis zur Pensionierung im selben Unternehmen tätig, wechselt der durchschnittliche Arbeiter und Angestellte heutzutage öfters den Arbeitsplatz. Besonders weil die Anforderungen am Arbeitsmarkt immer schneller fluktuieren, ist das für viele Menschen ein Grund, um- oder dazuzulernen. Dadurch werden Bildungsangebote am Abend attraktiv und sogar notwendig.

Nicht zuletzt ist die Digitalisierung eines der Hauptgründe für den großen Bedarf an Weiterbildung. Nicht nur, weil sich immer mehr Menschen der Generation 50+ mit neuer Technologie im IT-Bereich beschäftigen. Sondern vor allem, weil die Digitalisierung und die

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