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Bild: Silicon Alps
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Bundesländerübergreifender Tech-Cluster

Ein Jahr Silicon Alps

Silicon Alps, der Mikroelektronik-Cluster der Region Steiermark und Kärnten, hat nach einem Jahr seines Bestehens Bilanz gezogen.

Silicon Alps wurde vor einem Jahr als Public-Private-Partnership zwischen österreichischen Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und öffentlicher Hand im Süden Österreichs gegründet. Nach einem Jahr verfügt man über 90 Kooperationspartner, je zur Hälfte aus der Steiermark und Kärnten, mit einem Gesamtumsatz von 15 Mrd. Euro. Drei der sieben weltgrößten Mikrochip-Hersteller sind Gesellschafter. Der erste bundesländerübergreifende Cluster im Technologiebereich versteht sich unter anderem als treibende europäische Kraft zwischen den Innovationen des Silicon Valley in den USA und der Supply Chain in Asien.

Mehr als Mozartkugeln

"Von außen wir Österreich noch immer durch die Klischeebrille betrachtet und auf Mozartkugeln und das Neujahrskonzert reduziert", beschreibt Cluster-Geschäftsführer Günther Lackner den springenden Punkt. "Dazu kommt, dass Europa das Thema Digitalisierung generell zu wenig besetzt. Es kann nicht sein, dass ein Kontinent zwischen dem innovativen Kalifornien im Westen und der produktiven Wertschöpfungskette im Osten zum Trittbrettfahrer reduziert wird."  Der Cluster selbst hat seine Standorte im Süden Österreichs, in Kärnten und der Steiermark. "Wir richten uns aber auch an Unternehmen in anderen Bundesländern sowie den oberadriatischen Raum, also Italien, Slowenien und Kroatien – bis hin nach Frankreich", denkt Lackner weit über Ländergrenzen hinaus. Die Lage des Clusters im Herzen Europas ist dafür prädestiniert.

Die treibenden Kräfte hinter dem Cluster sind acht Unternehmen aus den Bereichen Elektronik und Mikroelektronik, diverse Interessensvertretungen sowie die Bundesländer Steiermark und Kärnten. Auch hier freut man sich über erste Erfolge: "Silicon Alps ist das jüngste Beispiel in der Erfolgsgeschichte der steirischen Cluster und ein Vorzeigeprojekt für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit von Regionen. Der Cluster wird in den nächsten Jahren gemeinsam mit dem neuen Forschungszentrum ‚Silicon Austria Labs‘ wesentlich dazu beitragen, die Steiermark und Kärnten als international führende Regionen im Bereich Mikroelektronik zu positionieren", so die steirische Wirtschaftslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl.

"Als Finanzreferentin sind für mich Zahlen besonders bestechend – wenn man sieht, dass die Region Süd im vergangenen Jahr 3,8 Prozent Wirtschaftswachstum aufweist und Kärnten sogar 4,7 Prozent, dann ist das ein deutlicher Beleg für die erfolgreiche Arbeit", kommentiert die Kärntner Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig. Nach einem Jahr Clustertätigkeit ist auch noch Luft nach Oben: So beträgt der Potential an Kooperationspartnern rund 255 Unternehmen mit insgesamt mehr als 40.000 Mitarbeitenden und 20 Milliarden Umsatz/Jahr. "Das Ziel, alle zum Mitmachen zu bewegen, soll in den kommenden drei Jahren erreicht werden", so Lackner.

Produktion vor Ort statt in Asien

Neben den quantitativen sind auch die qualitativen Ziele deutlich formuliert: Erhöhte internationale Wahrnehmung, Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Innovationsleistung der Kooperationspartner durch Zusammenarbeit, Stärkung der Attraktivität für Gründungen und Ansiedelungen im IT-Bereich sowie die weitere Erhöhung der Wertschöpfung für die Steiermark und Kärnten. Gerade hier ortet Lackner noch brachliegende Potenziale in der Region: "Viele Betriebe aus der Branche kennen einander viel zu wenig. Der Cluster dient hier als Plattform zur besseren Vernetzung." Vor allem geht es auch darum, potenzielle Lieferanten zu finden und sie als Auftragnehmer zu qualifizieren "Denn der gängige Weg ist heute das Sourcing in Asien. Ein heimisches Unternehmen entwickelt etwas und lässt es in China bauen. Ziel muss es sein, einen möglichst großen Anteil der Wertschöpfungskette im Land zu halten und regionales Sourcing zu forcieren. Gerade bei komplexen Produkten kann die höhere Qualität einer Fertigung vor Ort einen möglichen Kostennachteil rasch aufwiegen", weiß Cluster-Geschäftsführer Günther Lackner.

Mehr Wahrnehmung durch erhöhte Sichtbarkeit - dieses Ziel wird primär durch die Teilnahme an Branchenmessen, immer öfter auch in Asien, erreicht. Seit wenigen Tagen ist der Silicon Alps-Cluster österreichischer Botschafter für "Start-Up Europe", einer Initiative der Europäischen Kommission zur Stärkung des digitalen Binnenmarktes, die es sich zum Ziel gemacht hat, Europa durch Vernetzung zum Standort erster Wahl für Startups zu machen. Auch von der Zusammenarbeit mit dem europaweiten Netzwerk "Silicon Europe", einer Allianz aller Mikroelektronik-Cluster auf europäischer Ebene, erwartet Lackner viel. Im nächsten Jahr wird Silicon Alps den Vorsitz in diesem Meta-Cluster übernehmen und zu einer großen Konferenz Anfang 2019 nach Graz laden.

Hightech-Standort mit hoher Lebensqualität und Fachkräftemangel

Das Thema, das dem Cluster jedoch am meisten "unter den Nägeln brennt", ist das Thema des Findens von Fachkräften. Der diesbezügliche Mangel zieht sich durch alle Bereiche und Unternehmensebenen – vom Lehrling bis zum Senior Researcher – und wirkt als limitierender Faktor für die Entwicklung der gesamten Branche. "Nur wenn die Gesamtregion international als attraktiver Wirtschafts- und Lebensstandort wahrgenommen wird, können wir auch die dringend benötigten Fachkräfte aus dem Ausland anziehen. Dass wir ein Hightech-Standort mit Top-Forschung und hoher Lebensqualität sind, ist viel zu wenig bekannt", weiß Lackner. Die Steiermark und Kärnten sind in einigen Bereichen bereits Europa- oder sogar Weltspitze, etwa auf den Gebieten RFID, Sensorik, Leistungselektronik, Automotive, Mobility, Energy & Environment, IoT sowie Health Technology. "All das sind hochqualifizierte Nischen, die wir mit dem Silicon Alps-Cluster weiter stärken und ausbauen wollen", so Lackner abschließend.

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