2. Fachkongress Industrie 4.0

Digitalisierung braucht internationale Standards

Bild: Austrian Standards
"Digitalisierung braucht internationale Standards", hieß es beim 2. Fachkongress Industrie 4.0 im Austria Standards Meeting Center.
Bild: Austrian Standards

"Mehr denn je braucht es branchenübergreifende und grenzüberschreitende Lösungen, um Industrie 4.0 voll zum Durchbruch verhelfen zu können", erklärte Elisabeth Stampfl-Blaha, Managing Director von Austrian Standards, bei der Eröffnung des 2. Fachkongresses Industrie 4.0. - Future Standards Now! Gemeinsam mit Roland Sommer, Geschäftsführer der Plattform Industrie 4.0 Österreich, begrüßte sie am 14. März rund 120 Manager und Entscheidungsträger aus Unternehmen, Politik und Standardisierung im Austria Standards Meeting Center.

Am Anfang des Kongresses stand die Digitalisierungsstrategie der österreichischen Bundesregierung, die Sektionschef Matthias Tschirf in Vertretung von Margarete Schramböck, Bundesministerin für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort präsentierte. Danach stellten Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz Strategien vor, um Industrie 4.0 sowohl national als auch länderübergreifend und erfolgreich zu etablieren. Karl Grün von Austrian Standards und Richard Valenta vom Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE) präsentierten dazu den aktuellen Stand der Standardisierungen zum Thema Industrie 4.0.

Erfolgreiche Anwendungsbeispiele

Hochkarätige Industrievertreter präsentierten im Verlauf des Kongresses unterschiedlichste praktische Anwendungen: von der vernetzten Fertigung, deren Abläufe mit Hilfe ausgeklügelter Sensorik und künstlicher Intelligenz optimiert wird, über umfassende Digitalisierungsstrategien und disruptive Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen bis hin zu Praxisberichten über Kostenersparnis und Produktivitätssteigerung durch Predictive Maintenance. Zwei Praxis-Sessions am Nachmittag widmeten sich innovativen Geschäftsmodellen auf Basis digitaler Prozessoptimierung und dem Thema smarte und sichere Produktion.

Hochkarätige Referentinnen und Referenten

Es referierten u. a. Michael Kiel (EVVA), Markus Weber (Industrie 2025), Roland Henn (Müller Martini), Roman Froschauer (FH OÖ Campus Wels), Siegfried Klug (Rockwell Automation), Lukas Condit (B&R Industrial Automation), Carsten Fleischer (Evertracker), Georg Grasser (incremental3d), Eduard Artner (Wopfinger Baustoffindustrie), Christian Sageder (ÖWD Security Systems), Peter Schweppe und Kristin Grandl-Eder (KAGES), Georg Beham (Grant Thornton Unitreu Advisory), Vera Müllner (Andritz) sowie Wolfgang Burkhard und Michael Bollak (Abax Informationstechnik).

Bei Podiumsdiskussionen debattierten die Referenten über Potentiale und Anforderungen vernetzter, miteinander kommunizierender Maschinen und Fabriken. Denn die Smart Factory ist kein Zukunftsmodell, sondern bereits gelebte Realität. Nicht zuletzt deswegen herrschte sowohl auf den einzelnen Podien als auch im Publikum einhelliger Konsens, dass es verbindliche länder- und branchenübergreifende Standards braucht, damit Industrie 4.0 global und auch im Unternehmen erfolgreich sein kann.

Beeindruckende Einblicke, wie sich der Mensch neu erfinden kann, gaben abschließend der Regisseur und Wissenschaftsjournalist Markus Mooslechner und der Wirtschaftsinformatiker und Softwareentwickler Fabian Schneider in ihrem Beitrag "SuperSapiens - Aus dem Leben eines ge-CHIP-ten Menschen".

Offene Fragen

Abschließend betonten Karl Grün und Roland Sommer, dass Industrie 4.0 zwar bereits viele erfolgreiche Anwendungen hervorgebracht hat, zahlreiche Themen seien aber noch zu bearbeiten. Neben pragmatischen Fragen stellen sich auch solche ethischer Natur, wie "Was braucht der Mensch von der Industrie 4.0?", "Ist der Mensch von heute noch jener, der er gestern war?" – und natürlich jene, nach künftigen Standards, also "Welche Regulative und Einrichtungen braucht es, um Industrie 4.0 zu einem globalen Erfolgsmodell zu machen?".

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