Bild: CC0 - pixabay.com
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Gastartikel - Scott McCarty, Red Hat

7 Dinge, die Entwickler über Container wissen sollten

Container sind eine noch junge Technologie, die sich immer stärker in den Unternehmen verbreitet. Container-Experte Scott McCarty von Red Hat erläutert in sieben Punkten zentrale Aspekte und Vorteile.

Auf einer grundlegenden Ebene bieten Container den IT-Abteilungen eine komfortable und effiziente Möglichkeit, in kurzer Zeit neue Applikationen zu entwickeln und bereitzustellen. Container paketieren Anwendungen mit ihrer gesamten Laufzeitumgebung, inklusive aller Dateien, die für die Ausführung erforderlich sind. Damit ist es einfach, eine containerisierte Anwendung zwischen verschiedenen Umgebungen, wie Entwicklung, Test und Produktion, zu verschieben, wobei die volle Funktionalität erhalten bleibt.

Darüber hinaus tragen Container dazu bei, Konflikte zwischen Entwicklungs- und IT-Betriebs-Teams zu reduzieren, indem sie Verantwortungsbereiche voneinander trennen. Entwickler können sich auf ihre Applikationen konzentrieren, der Betrieb kann sich auf die Infrastruktur fokussieren. Die wichtigsten Aspekte rund um die Container-Technologie lassen sich in sieben Punkten zusammenfassen.

1. Die Kernbestandteile

Um Container laufen zu lassen, wird eine komplette Container-Infrastruktur benötigt: ein Betriebssystem, die Laufzeitumgebung und die Orchestrierung. Der Stack besteht oft aus Linux, Docker und Kubernetes. Allerdings ist Docker nicht die einzige Container-Runtime, es kommen immer wieder neue hinzu. Darüber hinaus entstehen spezielle Container-Runtimes, mit denen Anwender Container innerhalb isolierter virtueller Maschinen betreiben können.

2. Kubernetes ist der De-facto-Standard

Die Container-Technologie ermöglicht es Unternehmen, Applikationen effizienter zu entwickeln, zu testen, zu implementieren und zu warten. Das Container-Cluster-Management- und Orchestrierungssystem Kubernetes stellt Entwicklern und dem IT-Betrieb umfangreiche Funktionen für die Automatisierung von Deployment, Skalierung und Management von containerisierten Anwendungen zur Verfügung. Es gibt durchaus Alternativen, vor allem Mesos und Swarm. Kubernetes ist jedoch nicht nur ein De-facto-Standard, sondern ein Standard, auf dem andere Standards aufgebaut werden.

3. Die Runtime-Umgebung CRI-O

Im November 2016 stellte das Kubernetes-Projekt sein Container Runtime Interface (CRI) vor, eine Plugin-Schnittstelle, die der Cluster Node Agent kubelet zur Erstellung von Pods sowie zum Starten von Containern nutzt und ihm die Möglichkeit gibt, verschiedene Open-Container-Initiative (OCI)-kompatible Runtimes zu verwenden. Darauf aufbauend bietet das CRI-O (ein Schachtelwort aus CRI und OCI)-Projekt eine leichtgewichtige Laufzeitumgebung für Kubernetes. Mit CRI-O können Entwickler Container direkt in Kubernetes aus betreiben. Dies erspart eine separate Laufzeit, reduziert die Komplexität und steigert die Zuverlässigkeit.

4. Container-Standards

Die fortschreitende Standardisierung liefert eine gute Orientierung für den erreichten Stand der Technik und hilft Entwicklern bei einem effizienten Einsatz von Containern im Unternehmen. Wichtig ist, dass Unternehmen und Entwicklerteams in der Lage sind, die Standards in einen Kontext einzuordnen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. Zu den Standards, auf die Entwickler jetzt achten sollten, gehören die Open Container Initiative (OCI) Image Specification, die OCI Runtime Specification, die Kubernetes Container Runtime Initiative (CRI), das Container Network Interface (CNI) und das Docker Container Network Model (CNM).

5. Die Rolle von Open-Source-Projekten

Kubernetes, das von Google auf Basis einer intern entstandenen Applikation entwickelt wurde, ist aktuell eines der aktivsten Open-Source-Projekte in der Container-Welt. Auch wenn Kubernetes im Mittelpunkt des Interesses steht, gibt es andere Projekte, die ebenfalls Container-Technologien vorantreiben. Origin ist beispielsweise das Upstream-Projekt für Red Hat OpenShift, mit dem Anwender Container entwickeln, bereitstellen und verwalten können. Durch die aktive Mitarbeit von Unternehmen und Einzelpersonen in den Communities entstehen schneller Innovationen, von denen alle Beteiligten profitieren. 

6. Integration von Public-Clouds

Da Unternehmen den Einsatz von Container-Applikationen auf weitere Anwendungsszenarien ausdehnen, entsteht zunehmend der Bedarf, dafür auch eine Public Cloud einzubeziehen. So sind beispielsweise viele Dienste der Amazon Web Services über die in Red Hat OpenShift integrierte Service-Broker-Schnittstelle zugänglich. Dies vereinfacht die Konfiguration und Bereitstellung von Cloud-Diensten und deren Integration auf Kubernetes-Basis in Unternehmensapplikationen.

7. Anwendungsentwicklung neu definiert

Linux-Container beeinflussen ganz erheblich die Applikationsarchitektur und -entwicklung. Sie ersetzen die vorhandenen monolithischen und nur aufwendig weiterzuentwickelnden Applikationen durch Anwendungen, die vollständig aus Microservices bestehen. Diese lassen sich deutlich leichter anpassen, wiederverwenden und skalieren. Auch wenn eine Microservices-Architektur den Einsatz von Containern nicht vorschreibt, werden die meisten Unternehmen, die Microservices nutzen, Container als die bevorzugte Möglichkeit zur Implementierung ihrer Anwendungen wählen.

Fazit

Da Linux-Container auf Open-Source-Technologie basieren, profitieren Unternehmen von der schnellen Innovation aktiver Communities. Container-Technologien wie CRI-O, Kubernetes und Docker unterstützen IT-Abteilungen dabei, die Anwendungsentwicklung und -bereitstellung zu vereinfachen und zu beschleunigen. Die Container-Technologie hat sich in wenigen Jahren zu einer der wichtigsten Innovationsplattformen in der IT entwickelt. Ein wesentlicher Grund dafür ist die hohe Portabilität von Containern, die sich problemlos von On-Premise-Umgebungen in die Private sowie Public Clouds und wieder zurück verschieben lassen. Damit entsteht eine neue Art der Flexibilität, wie sie bislang in der IT unbekannt war.

Scott McCarty ist Container Strategist bei Red Hat

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