Events Digitalisierung
Bild: FV UBIT / Tsitsos
vlnr: Angela Posch (FV UBIT), Prof. Dr. Robert Trappl (OFAI), KR Mag. Alfred Harl (Obmann FV UBIT), Christina Tschank (FV UBIT)
Bild: FV UBIT / Tsitsos

"Smart Future - Und jetzt?"

15. Österreichischer IT- & Beratertag

Datum: 23. November 2017
Ort: Wien, Hofburg

Zum 15. Mal findet am 23. November 2017 der "Österreichische IT- & Beratertag" - der Branchen-Event des Fachverbandes Unternehmensberatung, Buchhaltung und IT (UBIT) der WKÖ - in der Wiener Hofburg statt. Das diesjährige Thema "Smart Future - Und jetzt? Wie menschlich ist künstliche Intelligenz?" soll einen Einblick in die Zukunft unseres Wirtschaftslebens mit selbstdenkenden und -lernenden Robotern und Maschinen aus verschieden Gesichtspunkten geben. Im Fokus steht dabei vor allem auch Digitalisierung, Sicherheit und Datenschutz.

Wird künstliche Intelligenz (KI) zum nächsten Wachstumstreiber? Gemäß einer McKinsey-Studie könnte das Bruttoinlandsprodukt Deutschlands durch den Einsatz von intelligenten Robotern und selbstlernenden Computern bis 2030 um bis zu vier Prozent oder umgerechnet 160 Mrd. Euro höher liegen. "Gerade die Verbindung von künstlicher Intelligenz mit der Vernetzung von Maschinen – Stichwort Internet of Things – eröffnet neue Perspektiven. Dies ermöglicht auch für Österreichs Wirtschaftsstandort und seine KMU bedeutende Möglichkeiten für die Zukunft. Die Digitalisierung ist ein starker Treiber dieser Entwicklungen und wird für alle Branchen und Sektoren relevant sein. Hier geht es um digitale Geschäftsmodelle, digitale Transformation, Datenschutz und Sicherheit zugleich", gibt Alfred Harl, Obmann des Fachverbands UBIT, einen Ausblick, worum es in diesem Jahr beim IT- & Beratertag gehen wird.

Starbesetzung am IT- und Beratertag.

Interessante Themen ziehen interessante Personen an. "Wir freuen uns besonders Univ.-Prof. Robert Trappl vom österreichischen Forschungsinstitut für Artificial Intelligence (AI) gewonnen zu haben. Er ist Vordenker und absoluter Experte auf seinem Gebiet", kündigt Harl einen der Höhepunkte der Veranstaltung an. "Die letzte Revolution – die digitale – ist noch nicht verdaut und die nächste ist längst im Gange – und die wird eine Roboter-Revolution sein. Ich bin überzeugt, dass wir schon bald viel mehr mit Robotern zu tun haben werden – ob sie jetzt menschenähnlich sind oder nicht", so Trappl, und gibt einen kleinen Vorgeschmack, was kommen wird: "Der Mensch steht im Mittelpunkt der künstlichen Intelligenz: Wohin geht unsere Reise? Wir werden interagieren. Die Frage ist nun: Wie kann ein Abbild einer Persönlichkeit geschaffen werden, damit der Umgang mit Robotern für den Menschen angenehm und befriedigend ist." Künstliche Intelligenz ist aber nicht nur Robotik, sondern hat im Zuge der Digitalisierung auch Einfluss auf andere Aspekte in der Zukunft. Schon heute gäbe es Anwendungsbeispiele, etwa im Datenschutz, so Trappl.

Digitalisierung steht im Zentrum

Schon 2016 zeigte sich, dass es häufig eine Diskrepanz zwischen dem digitalen Verhalten der Nutzer und der Digitalisierung der Unternehmen gibt. Vor allem im Bereich der KMUs gibt es einen beunruhigenden Gap zwischen Nutzungsverhalten und digitalem Angebot. "Der Großteil der befragten KMU - über alle Branchen und Bundesländer hinweg - befindet sich bestenfalls im Bereich ‚Digitaler Neuling‘ oder ‚Digital bewusst‘. Für den nachhaltigen Erfolg ist es essenziell, dass sich die KMU weiter digital transformieren, um tatsächlich von der Digitalisierung profitieren zu können. Hier müssen wir unterstützen", erinnert Alfred Harl an eine gemeinsam mit Arthur D. Little durchgeführte Studie des FV-UBIT. Demnach besteht bei einem Großteil der KMU Bedarf zur Information, Beratung und Unterstützung bei der digitalen Transformation sowie der Wunsch nach leistungsstarkem Internet und besseren rechtlichen Rahmenbedingungen.

KMU im Fokus - Gemeinsam mit dem BM.I

Hier setzt die gemeinsame Initiative vom Bundesministerium für Inneres (BMI) und dem Fachverband UBIT - Gemeinsam.sicher – fIT im Netz - an, die ein Bündel an Maßnahmen beinhaltet, um Österreichs Mittelstand mit Hilfe der UBIT IT-Dienstleister und Unternehmensberater bei der Digitalisierung zu stärken. Vor allem die Gefahren im Netz für Unternehmen stehen dabei im Fokus. "Die Kriminalität im Internet nimmt stetig zu. Unternehmen verlieren wertvolle Daten - mit zum Teil existenzbedrohenden Folgen", warnt Harl. Online-Erpresser verschlüsseln Computer und Dokumente - sogar von Kleinstbetrieben. Die durchschnittliche Schadenshöhe von Cyberattacken in Österreich beträgt rund 400.000 Euro. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast jedes zweite Unternehmen (44 Prozent) in den vergangenen zwei Jahren mit Spamproblemen, Virenangriffen, Ausfällen von IT-Systemen oder Datenverlusten konfrontiert war.

Gerade für KMU sind diese Attacken eine ernsthafte Bedrohung. Die Antwort auf die Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit sieht die überwältigende Mehrheit der Betriebe in Österreichs Beratern: 80 Prozent der befragten Unternehmen vertrauen auf externe Fachkompetenz, um Sicherheitslücken im IT-Bereich aufzudecken und beheben zu lassen. Diesen Bedarf versucht der Fachverband UBIT gemeinsam mit der eigenen Qualitätsakademie incite konsequent zu bedienen. Mit Lehrgängen wie "Data & IT Security" werden Experten ausgebildet, um das notwendige Knowhow auch in den Markt zu bringen. "Gerade in diesem neuralgischen Bereich macht es sich auch bezahlt, nicht nur den Lehrgang zu absolvieren, sondern auch die Zertifizierung anzustreben. Als ausgewiesener ‚Certified Data & IT Security Expert‘ kann man am Markt noch überzeugender auftreten", so Harl.

Österreich braucht ambitionierte Politik

Am 6.11.2016 präsentierte die unabhängige Standortinitiative "Future Business Austria" bei ihrem heurigen FBA-Symposium den neuen Infrastrukturreport. Die Studie mit Schwerpunkt "digitaler Standort", stellt sowohl Österreichs IKT-Infrastruktur als auch die IT-Infrastruktur der Betriebe auf den Prüfstand. Bildung im Bereich IKT und die Bereitschaft zur Innovation sind Schlüsselfaktoren. Die Studie zeigt außerdem, dass aufgrund unzureichend ausgebauter Infrastruktur in Österreich ein Produktivitätspotenzial von gut 45 Mrd. Euro pro Jahr verloren gehen. Nach Wahrnehmung der befragten Manager seien IT-Infrastruktur auf Betriebsebene und IKT-Infrastruktur auf Standortebene mit je 93 Prozent Zustimmung die wichtigsten Infrastrukturen der Zukunft. "Es ist erfreulich, dass den Themen IKT und IT höchste standortpolitische Prioritäten eingeräumt werden. Nun ist aber auch die Regierung gefordert. Österreich braucht endlich ambitionierte Innovations-, IKT-, Standort- und Bildungspolitik, einen Innovations- bzw. IKT-Verantwortlichen sowie ein konsequentes Monitoring der Digital Roadmap", fordert Harl.

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