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Alberto Matrone, Vice President Eastern Europe von HMD Global, mit dem Nokia 7.1.
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Interview - Alberto Matrone, HMD Global

Wir haben unser Versprechen gehalten

Anlässlich des Marktstarts des Nokia 7.1 lud HMD Global in den A1-Flagship-Store auf der Wiener Mariahilfer Straße. Wir haben dort mit Alberto Matrone, dem für Osteuropa zuständigen Vice President des Unternehmens, über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Nokia gesprochen.

von: Rudolf Felser

Als es noch nicht Smartphone, sondern Handy hieß, was sich die Menschen pausenlos ans Ohr hielten, war ein Name damit untrennbar verbunden: Nokia. Doch Apple, Samsung & Co. sind an dem ehemaligen Weltmarktführer vorbeigezischt, dann gab es da noch das Microsoft-Intermezzo und einige Jahre lang sah es nicht danach aus, als würden die Finnen wieder auf die Beine kommen. Doch vor rund zwei Jahren sicherte sich das Unternehmen HMD Global die Rechte an der Marke Nokia für Smart- und Featurephones und hat zu einer furiosen Aufholjagd angesetzt, deren Früchte langsam erntereif werden.

Diese für das Unternehmen positive Entwicklung ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass einige Mitglieder von der "alten Truppe" auch an Bord des neuen finnischen Bootes an den Rudern sitzen. Darunter auch der für Osteuropa zuständige Vice President Alberto Matrone, der sein Lager in Wien aufgeschlagen hat und maßgeblich daran beteiligt war, dass auch die Osteuropa-Zentrale von HMD wieder in der österreichischen Bundeshauptstadt gelandet ist. Anlässlich des Marktstartes des neuen Mittelklasse-Smartphones Nokia 7.1, für das HMD ein erfolgversprechender Deal mit dem Mobilfunker A1 gelungen ist, haben wir uns mit Matrone getroffen und über gehaltene Versprechen, pures Android und den B2B-Markt gesprochen.

Herr Matrone, das mittelpreisige Segment ist aktuell die interessanteste Nische des Markts, oder?

Wir waren schon immer, auch in der Vergangenheit, stark in diesem Preissegment. Nicht nur mit der Marke Nokia, sondern auch unter dem Dach von Microsoft. In diesem Segment werden wir von den Konsumenten auch noch immer stark wahrgenommen.

Das Android-One-Versprechen ist gerade in diesem Bereich ein sehr gutes Verkaufsargument. Nur wenige Hersteller bieten in dieser Kategorie ein pures Android und das Versprechen, verlässlich rasche Updates zu liefern.

Wir blocken nichts. Wenn die Software von Android kommt bekommen die Konsumenten über Nacht die neuesten Updates. Wir wollen diese Message den Kunden klar und deutlich vermitteln. Bei uns trifft das auch auf die anderen, günstigeren Preissegmente zu. Auch ein Nokia 2 bekommt diese Updates. Wir bekommen deswegen auch viel Aufmerksamkeit von den Unternehmen, denn der Mitbewerb hat nicht den gleichen Ansatz.

Wenn wir von Updates reden: Der Konsument freut sich natürlich über neue Features. Aber viel wichtiger ist doch, dass die Sicherheitsupdates zeitnah auf die Endgeräte kommen. Daran denken nicht alle privaten Nutzer. Aber gerade Smartphones sind mittlerweile im Fadenkreuz der Hacker.

Das habe ich gemeint, als ich von der gesteigerten Aufmerksamkeit von Unternehmensseite gesprochen habe. Sie müssen ihre Daten und die Endgeräte schützen. Außerdem sind wir ein europäisches Unternehmen. Wenn Sie mit jemandem auf der Straße reden, dann wird er diesem Punkt nicht die selbe Aufmerksamkeit schenken, wie wenn Sie mit der IT-Abteilung eines Unternehmens darüber sprechen. Dort wird sofort verstanden, worum es uns dabei geht.

Sie haben es nicht explizit angesprochen, aber Sie haben angedeutet, dass Nokia mit seiner europäischen Herkunft im B2B-Bereich einen Vorteil gegenüber asiatischen oder US-amerikanischen Herstellern hat. Ist das tatsächlich ein Thema für die Kunden?

Das habe ich nicht gesagt. Ich würde sagen, es geht um die Marke. Ich habe nie nachgefragt, wie wesentlich dieser bestimmte Punkt für die Entscheidung der Kunden ist.

Wie Sie selbst schon gesagt haben: Nokia war vor ein paar Jahren sehr stark. Hat diese erfolgreiche Vergangenheit nur Vorteile oder auch Schattenseiten?

Ich versuche alles positiv zu sehen. So ist mein Charakter angelegt. Ich gehe mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und versuche zuzuhören. Wenn man mit den Konsumenten spricht, dann hört man manchmal eine gewisse Verwirrung heraus: Aber das war doch mal Microsoft. Das war doch auf der Windows-Plattform. Aber wir sind jetzt zurück und konzentrieren uns auf Android, speziell Android One. Wenn man den Leuten das klar macht, dann diskutiert man auf einem anderen Level. Man merkt, dass diese Historie den Leuten nicht wichtig ist. Es geht nicht darum, dass es eine alte Marke ist oder was Nokia früher einmal war. Es geht darum, was Nokia heute verspricht und ob wir in der Lage sind, dieses Versprechen auch zu halten.

Die Marke ist also sozusagen der "Door Opener"?

Genau. Wir sagen: "Das ist unser Versprechen. Willst du diesen Weg mit uns gehen?" Wir können uns nicht mit den Smartphone-Giganten vergleichen. Wir sind noch nicht in der Lage, so große Investments zu tätigen. Deswegen müssen wir genau überlegen, was wir tun. Wir haben zum Beispiel 2017 beim Mobile World Congress angekündigt, dass ein Produkt schon rund einen Monat später in den Regalen stehen werden. Aber wir haben es ein bisschen verzögert bis wir uns wirklich sicher waren, dass die Qualität und die Message passen. Wir wollten nicht einfach sehen, was passiert, sondern haben gearbeitet, bis wir sicher waren, unser Versprechen halten zu können. Und wir haben unser Versprechen gehalten.

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