Bild: Daniel Willinger | Optical Engineers
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Gregor-Mendel-Institut spiegelt in der Cloud

Pflanzendaten in der Wolke lösen menschliche Probleme

Das Wiener Gregor-Mendel-Institut ist seit 18 Jahren in der Pflanzenforschung tätig, etwa um Lösungen für Folgen des Klimawandels zu finden. Damit seine wertvollen Ergebnisse niemals verloren gehen, werden die Datensätze in die Microsoft Azure Cloud gespiegelt.

Vom Samen, über die Knospe bis hin zu Blatt und Blüte – Pflanzen sind für uns Menschen essentiell für Überleben und Wohlbefinden. Weltweit ist die Pflanzenwelt durch stetig steigende Temperaturen bedroht. Der Sommer des Jahres 2018 in Österreich zählte zu den heißesten und trockensten seit Messbeginn, Ernteausfällen durch Hitze und Dürre nehmen zu. Das Gregor-Mendel-Institut (GMI) hat es sich zum Ziel gemacht, Lösungen für Folgen des Klimawandels zu finden. Seit 18 Jahren ist das Wiener Institut in der Pflanzenforschung tätig. Jeden Tag generiert das Forscherteam über ein Terrabyte Datensätze aus den Gewächsen, die anschließend in der Microsoft Azure Cloud gesichert und weiter analysiert werden.

Wenn Dr. Markus Kiess, Business Director des Gregor-Mendel-Instituts, morgens das Gebäude des GMIs im dritten Wiener Gemeindebezirk betritt, lässt er es sich nicht nehmen, erstmal eine ausführliche Runde durch die Labore zu machen. Diese sind gefüllt mit unterschiedlichen Gewächsen, von kleinen Knospen bis zu bunt blühenden Blumen. Die Forschung des Instituts umfasst molekulare Pflanzen-, und Chromosomenbiologie sowie die Genregulation bei Gewächsen.

Vertieftes Wissen für die Menschheit

"Das Gregor-Mendel-Institut zählt zu den renommiertesten Forschungseinrichtungen Österreichs und der Welt. Unser Ziel ist es, durch unsere Entdeckungen und Publikationen zur wissenschaftlichen Weltspitze zu zählen. Um dies zu erreichen beschäftigt das GMI über 130 internationale Forscherinnen und Forscher aus 35 Nationen", sagt Kiess. 

Die Forschungsergebnisse fließen beispielsweise in die Medizin ein: Entdeckungen in der Pflanzenwelt werden auf die menschliche Biologie umgelegt, wodurch geholfen wird, Krankheiten zu entdecken und zu heilen. Doch dies ist nicht der einzige Bereich, in dem die Erkenntnisse des GMI zum Einsatz kommen.

"Der Nutzen, den wir mit unserer Forschung schaffen ist ein verbreitetes und vertieftes Wissen für die Menschheit. Dieses Wissen fließt in unterschiedliche Bereiche ein, zum Beispiel die Ernährung: Wenn wir herausfinden, warum eine Pflanze unter Trockenstress bestehen kann, hat dies großen Einfluss auf die moderne Landwirtschaft", weiß Kiess. "Es können Pflanzensorten kreiert werden, die neuen, klimatischen Bedingungen standhalten. Diese Erkenntnisgewinne können neue Lösungen für Problembereiche wie den Welthunger bieten."

Erkenntnisgewinne schützen mit Azure

Forschung ist heutzutage sehr datengetrieben - Versuchszyklen laufen über mehrere Wochen und die Aufzeichnung und Auswertung von Daten erfolgt quasi minütlich. Nicht selten entstehen dadurch riesige Datenmengen, die für die Forschung von großer Relevanz sind. 

"Das GMI verwaltet momentan ungefähr 1,3 Petabyte an komplexen Datensätzen. Da unsere Datensteigerungsrate pro Jahr 25 Prozent beträgt, mussten wir uns nach leistungsfähigen Zukunftslösungen umschauen", erzählt Eckehard Siegmann, CIO des Gregor-Mendel-Institus.

Um größtmögliche Datensicherheit gewährleisten zu können werden die Datensätze des GMI in die Microsoft Azure Cloud gespiegelt. Dieses Backup gibt dem GMI höchste Sicherheit für ihre Forschungen, selbst im Katastrophenfall: "Auch wenn das gesamte Gebäude des Gregor-Mendel-Instituts abbrennt, ist dennoch kein einziger Datensatz, keine Analyse und dadurch kein Erkenntnisgewinn verloren. Microsoft Azure bietet uns die höchste Datensicherheit", freut sich Siegmann.

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