ERP Interview
Bild: Eva Puella Photography
Bild: Eva Puella Photography

Interview – Markus Neumayr, Ramsauer & Stürmer

ERP ist der Safe der Daten

Wie passen Hype-Bergiffe, zum Beispiel KI oder Blockchain, in das Feld des "altehrwürdigen" ERP? Diese und andere Fragen haben wir Markus Neumayr, Geschäftsführer von Ramsauer & Stürmer Software, gestellt.

von: Rudolf Felser

Der Hauptsitz der Ramsauer & Stürmer Software Gruppe ist in Salzburg, wo auch die Softwareentwicklung passiert. Markus Neumayr ist Geschäftsführer des ERP-Anbieters und Beratungsunternehmens mit Mittelstands-Fokus. Er ist bereits seit 1990 im Unternehmen und seit 1999 geschäftsführender Gesellschafter. Wir haben mit ihm unter anderem über den Platz von aktuellen Hype-Themen im ERP-Umfeld gesprochen, ihn aber auch einen kleinen Blick in die ERP-Glaskugel werfen lassen.

Herr Neumayr, im Zeitalter der Digitalisierung machen besonders "sexy" Buzzwords Schlagzeilen, wie zum Beispiel Künstliche Intelligenz, Cloud oder Blockchain. Welchen Platz haben da "altehrwürdige" Begriffe wie ERP?

ERP ist für die Unternehmenden der Safe der Daten. Für all diese Technologien gibt es auch im ERP-Bereich Einsatzmöglichkeiten, ob bei der Belegerkennung, bei virtuellen Betriebsstätten oder ähnlichen Themen. ERP-Systeme werden permanent modernisiert und passen sich den Anforderungen der Zukunft an. Nur dauert es öfter etwas länger, bis diese Prozesse umgesetzt werden, da der bestehende Kunde nicht das Investierte verlieren möchte. Daher sind die Hersteller darauf bedacht, solche Entwicklungen in Schritten durchzuführen um die Investitionen der Kunden zu schützen.

Apropos Cloud: Ramsauer & Stürmer wurde dieses Jahr für sein Projekt "ERP4Cloud" im Rahmen des Salzburger Wirtschaftspreises WIKARUS ausgezeichnet. Worum geht es bei diesem Projekt?

Dieser Ansatz sollte in der Zukunft Prozesse technologisch unabhängig von der Betriebsplattform – Mobil, Cloud, On Premise – und unabhängig vom dahinterstehenden ausführenden ERP-System ermöglichen. Damit könnten wir die Informationsgeschwindigkeit zwischen den Unternehmen massiv beschleunigen und kostensparend erledigen. Damit können Daten z.B. im Fremdfertigungsprozess online verfügbar gemacht werden oder Lagerdaten virtuell über Unternehmen bereitgestellt werden, ganz ohne aufwändige Schnittstellen.

(Mehr über das Projekt "ERP4Cloud" erfahren Sie auch in unserem Interview mit Markus Neumayr von Mai 2017 bzw. in einer Pressemitteilung von Ramsauer & Stürmer)

Was erwarten Kunden eigentlich von einem modernen ERP-System?

Flexibilität und Einfachheit, auch wenn dies sich widerspricht. Die Prozesslandschaft in einem Unternehmen ist nicht einfach und daher ist die Anforderung zu automatisieren der Ansatz der Zukunft.

Umgekehrt gefragt: Was erwartet die Kunden 2019 am ERP-Sektor allgemein?

Das ERP-System geht immer mehr weg von der klassischen Datenerfassung sondern hin zu einem Prozessleitsystem für den Arbeitsplatz. Damit lassen sich die Abläufe besser steuern und der Mitarbeiter kann einfacher in seine Aufgaben eingeschult werden.

Zum Abschluß noch etwas spezifischer: Was dürfen die Kunden nächstes Jahr von Ramsauer & Stürmer erwarten?

Ein leichtes Auffinden der Daten, egal wo im Unternehmen, unter dem Schlagwort "Wissensmanagement embedded", Web-Plattformen mit der Flexibilität eines Maskendesigns und trotzdem Standardsoftware zur Verfügung zu haben sowie KI-Integration für die Belegerkennung.

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