Digitalisierung
Bild: CC0 - pixabay.com
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Umfrage von Dell Technologies

Digitalisierung nicht verschlafen!

Österreich liegt, was Digitalisierung betrifft, im Mittelfeld. So lautet das Ergebnis des aktuellen Digital Transformation Index von Dell Technologies.

von: Rudolf Felser

Der Digital Transformation Index (DTI) wird von Dell Technologies in Zusammenarbeit mit Intel durchgeführt, um den Status quo der digitalen Transformation in einzelnen Märkten und Branchen zu ermitteln. Er basiert auf der Selbsteinschätzung von Unternehmen zu kritischen Fragen der Digitalisierung, ihren Strategien zur IT- und Workforce-Transformation sowie geplanten Investitionen.

Erstmals 2016 und nun zum zweiten Mal erhoben, resultiert der Index aus einer weltweiten Umfrage, an der Österreich dieses Jahr zum ersten Mal beteiligt war. Ein rot-weiß-roter Vergleich zur Vergangenheit lässt sich also diesmal noch nicht anstellen. Sehr wohl aber ein internationaler Vergleich des Ist-Zustandes.

Hundert heimische Unternehmen wurden befragt, insgesamt stellten sich 4.600 Entscheidungsträger in 42 Ländern den Fragen. Die weltweiten Ergebnisse der Umfrage werden jedoch erst Anfang 2019 veröffentlicht.

Über 60 Prozent zögern

Ein zentrales Ergebnis des DTI ist die Einordnung der Unternehmen nach ihrer digitalen Reife anhand einer fünfstufigen Skala. Die Ergebnisse für österreichische Unternehmen laut der aktuellen Studie im Einzelnen:

  • Digital Leader: Bei dieser Gruppe ist die digitale Transformation fest in der Unternehmens-DNA verankert. Ihr gehört heute nach eigenem Bekunden nur ein Prozent der befragten Unternehmen in Österreich an. Global sehen sich selbst fünf Prozent dieser Gruppe zugehörig.
  • Digital Adopter: Diese Unternehmen verfügen bereits über einen ausgereiften Transformationsplan und entsprechende Investitionsmittel. Laut der Studie 2018 sind 18 Prozent der befragten Betriebe in Österreich ihrer Einschätzung nach "Digital Adopter". International sind es 14 Prozent
  • Digital Evaluator: Sie tasten sich noch behutsam an die Transformation heran und planen zugehörige Initiativen und Investitionen für die Zukunft. Mit Stand 2018 gehören dieser Gruppe laut DTI 38 Prozent der Unternehmen an. Global sind es 34 Prozent
  • Digital Follower: Sie haben bislang kaum Investitionen in die Digitalisierung getätigt. Ihre Zukunftspläne sind noch von einem sehr vorläufigen Charakter. Dieser Gruppe gehören derzeit 30 Prozent der Unternehmen an. International gaben 32 Prozent an, zu dieser Gruppe zu gehören.
  • Digital Laggard: Diese Unternehmen sind die Nachzügler der digitalen Transformation. Sie haben keinen dedizierten Digitalisierungsplan und stellen auch praktisch keine Investitionsmittel bereit. Ihr Anteil macht laut DTI 2018 13 Prozent aus. Weltweit zählen sich 15 Prozent dazu.

So gesehen steht Österreich bezüglich seiner Selbsteinschätzung international nicht einmal so schlecht da.

Herausforderungen gehören bewältigt

Neben der digitalen Reife ermittelt der DTI aber auch jene Herausforderungen, mit denen sich die österreichischen Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation konfrontiert sehen. Mit 90 Prozent gibt die Mehrheit an, mit großen Hindernissen zu kämpfen. Die sechs meist genannten davon sind:

  • Datenschutz und Cybersicherheit (36 Prozent);
  • Informationsüberflutung (25 Prozent);
  • unzureichende Budgets und Ressourcen (24 Prozent);
  • mangelnde unternehmenseigene Expertise (24 Prozent);
  • fehlende Technologien, um mit der Unternehmensgeschwindigkeit Schritt zu halten (24 Prozent)
  • sowie regulatorische und gesetzliche Veränderungen (21 Prozent).

Diese Hürden tragen dazu bei, dass der Transformationsprozess häufig nicht wie gewünscht voranschreitet. So sind 61 Prozent der befragten österreichischen Umfrageteilnehmer der Meinung, dass die digitale Transformation in ihrem gesamten Unternehmen weiter verbreitet sein sollte. 19 Prozent von ihnen befürchten, im Verlauf der nächsten fünf Jahre ins digitale Hintertreffen zu geraten. Immerhin 35 Prozent glauben, selbst vielmehr "disruptiv" zu sein, als disruptiert zu werden.

Um die Hürden bei ihrer digitalen Transformation zu überwinden, ergreifen die befragten österreichischen Unternehmen verschiedene Maßnahmen. Die häufigsten davon:

  • 43 Prozent begegnen dem notorischen Fachkräftemangel, indem sie das nötige Know-how intern weiterentwickeln und beispielsweise ihren Mitarbeitern Programmierkenntnisse vermitteln;
  • 41 Prozent bauen Sicherheit und Datenschutz von Grund auf in alle Geräte, Anwendungen und Algorithmen ein;
  • 37 Prozent teilen nötiges Wissen funktionsübergreifend. Sie statten IT-Führungskräfte mit Business-Know-how und Business-Führungskräfte mit IT-Know-how aus; 
  • 37 Prozent nutzen digitale Technologien, um die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen zu beschleunigen.

Investieren wollen die befragten heimischen Betriebe in den nächsten drei bis fünf Jahren vor allem in Cybersicherheit (55 Prozent), IoT-Technologien (40 Prozent) und Multi-Cloud-Umgebungen (36 Prozent). Investitionen in aufkommende Technologien wie Blockchain oder Quantencomputer haben immerhin bereits 14 Prozent beziehungsweise vier Prozent geplant.

"In Österreich gibt es eine hohe Dynamik in punkto Digitalisierung. Aufgrund der österreichischen Wirtschaftsstruktur herrschen allerdings unterschiedliche Reifegrade unter den Unternehmen. In fast allen hiesigen Betrieben gibt es aber auch noch einiges zu tun: Um den digitalen Fortschritt über alle Geschäftsbereiche hinweg voranzutreiben, sollten Unternehmen in die Entwicklung einer schlüssigen Strategie und Vision mit fundiertem Know-how investieren. Darüber hinaus sind eine moderne IT-Struktur, IT-Security sowie moderne Arbeitsplätze unerlässlich für zukünftigen Geschäftserfolg", kommentiert Stefan Trondl, General Manager bei Dell EMC Österreich, die Studie.

Der Faktor Zeit sei deshalb von größter Bedeutung. Die österreichischen Unternehmen müssten sich jetzt transformieren und sollten dabei, wenn nötig, auch vor radikalen Veränderungen nicht zurückschrecken. Wenngleich die rasche Veränderung des Marktes Unsicherheit mit sich bringe, werde Digitalisierung zunehmend als Chance erkannt. Wichtig sei allerdings auch, dass sie für österreichische Unternehmen zur obersten Priorität werde, unterstreicht Trondl.

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