Digitalisierung

„Blick aus User-Sicht ist entscheidend“

 © BRZ_Klaus Vyhnalek
„Im E-Government sind wir vorne mit dabei", weiß BRZ-Geschäftsführer Markus Kaiser, „bei der Finanzverwaltung liegen wir nach wie vor im Spitzenfeld.“
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Das BRZ ist ein wichtiger Partner in der weiteren Digitalisierung des Wirtschaftsstandortes Österreich. Denn das Amt der Zukunft ist digital immer und von überall erreichbar.

von: Harald Hornacek

Die Plattform www.oesterreich.gv.at kann einfach am Desktop oder mobil über das Smartphone genutzt werden. Noch mehr Komfort bietet die kostenlose App „Digitales Amt“. Damit wird die Zukunft der Verwaltung – Mobile First – erlebbar. Über diesen zentralen Zugang ist das gesamte digitale Informationsangebot des Bundes uneingeschränkt erreichbar. Die Plattform bündelt alle Informationen aus den bewährten Portalen help.gv.at, Unternehmensserviceportal, Rechtsinformationssystem und data.gv.at zentral an einer Stelle. Dort finden sich auch sämtliche digitalen Amtsservices, die mit der Handy-Signatur über Face- oder TouchID jederzeit und überall nutzbar sind. Die App ist auch eine Investition in die Zukunft: Bald wird man darin Dokumente (rechts)sicher speichern können. Bereits verfügbar sind Services zu Wohnsitzänderungen, zum Wahlkartenantrag, ein Erinnerungsservice zur Reisepassverlängerung und der Digitale Babypoint. Bürger*innen, die die neuen Amtsservices und die App nützen, wird auf ihrem digitalen Amtsweg ein Chatbot als Verwaltungsassistent mit Rat und Tat zur Seite stehen. Derzeit ist er bei den Themen Reisepass Erinnerungsservice und Handy-Signatur aktiv und wird kontinuierlich ausgebaut.

Öffentliche Verwaltung rückt näher zu Bürger*innen

Das BRZ hat als Generalunternehmer das Projekt gemeinsam mit der österreichischen IT-Wirtschaft technisch umgesetzt und verantwortet den Betrieb. Oesterreich.gv.at ist als integriertes Webportal und App ein gutes Beispiel dafür, wie die öffentliche Verwaltung näher zu ihren Bürger*innen kommt. „Die Nachfrage nach digitalen Angeboten über mobile Endgeräte ist im Steigen, die Erwartungshaltung der User kann mit alles, jetzt, sofort, mobil beschrieben werden“, ist Markus Kaiser, Geschäftsführer des BRZ überzeugt. Das Amt der Zukunft sei digital – 24 Stunden am Tag erreichbar, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Österreich habe hier vor vielen Jahren bereits eine Vorreiterrolle eingenommen: Das virtuelle Amt sei in vielen Bereichen bereits alltägliche Realität und werde auch von den Bürger*innen entsprechend genutzt. Die inhaltliche Führung lieg hierbei beim BMDW, die Planung und Implementierung erfolgt durch das BRZ. Das BRZ ist der führende IT Service Provider im Public Sector in Österreich. „Als E-Government-Partner der österreichischen Verwaltung entwickeln und betreiben wir mehr als 400 IT-Lösungen und verfügen über eines der größten Rechenzentren des Landes. Wir arbeiten dazu mit Umsetzungspartnern zusammen, kaufen rund zwei Drittel der Wertschöpfung zu“, erklärt Kaiser. Denn trotz rund 1.300 Vollzeitbeschäftigen und eines Umsatz von rund 300 Mio. Euro wären solche mächtigen Projekte allein durch das BRZ nicht zu bewältigen.

Entscheidend für den Erfolg eines Services, ist Markus Kaiser überzeugt, ist immer der Blick aus User-Sicht. Wir haben z. B. in unserer BRZ Innovation Factory die Möglichkeit, Workshops zu veranstalten und Prototypen zu entwickeln. „Dabei werden Prozesse der Verwaltung nicht nur gemeinsam mit Kunden und Partnern neu gedacht, sondern auch End-User – also Bürger*innen – durch den Einsatz moderner Methoden wie Design Thinking mit einbezogen“, erklärt Kaiser. Das ist natürlich auch bei der Umsetzung von oesterreich.gv.at bzw. der App „Digitales Amt“ passiert. Stolz ist er auch auf BRZ eDem. Das ist eine Plattform für Bürger*innen-Partizipation, die bei Bedarf auch in der Blockchain abgesichert werden kann. Damit haben Gemeinden, Länder, der Bund sowie interessierte Institutionen die Möglichkeit, auf einfache Weise Befragungen, Ideenfindungen oder Konsultationen durchzuführen.

Auch wenn durch die Regierungsauflösung das eine oder andere Projekt mit der Verwaltung nun vielleicht etwas später kommt als ursprünglich geplant, am Ziel Österreichs, eine digitale Spitzenposition im internationalen Vergleich zu haben, wird sich nichts ändern. „Im E-Government sind wir vorne mit dabei“, weiß Kaiser, „bei der Finanzverwaltung liegen wir nach wie vor im Spitzenfeld, auch bei der Haushaltsverwaltung oder dem Personalmanagement nimmt Österreich eine Vorreiterrolle ein. So ist das BRZ für den Versand von monatlich rund 400.000 Gehaltsabrechnungen verantwortlich. Mit der Automatisierung der Familienbeihilfe oder der antragslosen Arbeitnehmerveranlagung sind weitere Meilensteine gesetzt worden. Markus Kaiser ist jedenfalls sicher, dass sich in den nächsten Jahren und Monaten noch vieles tun wird im Bereich der Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung: „In drei Jahren fährt keiner mehr nach Estland, um best practice Beispiele zu sehen. Dann kommen alle nach Österreich!“

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