IoT Events
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IoT-Fachkongress 2017

"Wir wollen nicht den Wilden Westen im digitalen Raum"

Volles Haus beim ausgebuchten Austrian-Standards-Fachkongress zum Internet of Things. Hochkarätige Sprecher, wie Staatssekretärin Muna Duzdar oder Facebook-Kläger Max Schrems, trafen auf ein ebenso hochkarätiges und interessiertes Publikum.

von: Rudolf Felser

"Wir wollen nicht den Wilden Westen im digitalen Raum, sondern Grundrechte für alle", eröffnete Staatssekretärin Muna Duzdar den von Austrian Standards veranstalteten IoT-Fachkongress 2017 und betonte die Notwendigkeit einer Charta der digitalen Grundrechte in der Europäischen Union. Duzda räumte in ihrer Eröffnungsansprache der Bildung, der Infrastruktur und der Cybersicherheit, aber auch den Spielregeln für die neue digitale Welt, große Bedeutung bei. Als Teil dessen sieht sie auch Standards, bei denen es wichtig sei, dass alle Beteiligten eingebunden werden.  Gemeinsam mit Austrian Standards-Direktorin Elisabeth Stampfl-Blaha begrüßte sie am 18. Oktober 2017 Vorstände, Geschäftsführer, Technologie-, Sicherheits-, Datenschutz- und Marketingexperten im Austria Standards Meeting Center in Wien.

Hochkarätige Referenten skizzierten im Rahmen des Kongresses Strategien gegen potentielle Bedrohungsszenarien für lebenswichtige Infrastrukturen, beschrieben IoT-Anwendungen in der Industrie und referierten über den Status Quo der Standardisierung in diesem Bereich. Durch die Veranstaltung führte der Vizepräsident der Digital Society Austria, Manfred Wöhrl.

IoT auf Überholspur - dank Standards

Austrian Standards-Direktorin Stampfl-Blaha erklärte, das Internet der Dinge kenne nur einen Kurs: die Überholspur. Die Technik entwickle sich exponentiell, die Vernetzung der Anwendungen nehme ebenso rasant zu wie die Zahl der Cyber-Angriffe. "Standards sind deshalb wichtige Tragpfeiler einer erfolgreichen Entwicklung", so Stampfl-Blaha.

Herbert Saurugg, Experte für die Vorbereitung auf den Ausfall lebenswichtiger Infrastrukturen, verdeutlichte in seinem anschließenden Vortrag die Tragweite eines europaweiten Strom- und Infrastrukturausfalls. Was kann man tun? Er nahm jeden einzelnen in die Pflicht, sich, seine Familie und sein persönliches Umfeld vorzubereiten. Das sei die Grundlage, die der Staat nicht leisten könne.

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Staatssekretärin Muna Duzdar beim IoT-Fachkongress 2017.
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Die Podiumsdiskussion zum Thema "Inwieweit benötigt IoT Standards?" unterstrich, dass Standards eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, IT-Systeme vernetzbar, portabel, effizient und sicher im Betrieb zu machen. Den Status Quo der Normung und künftige Entwicklungen beschrieben Karl Grün von Austrian Standards und Richard Valenta vom Österreichischen Verband für Elektrotechnik (OVE). Grün wies auch darauf hin, dass die Anzahl der IoT-Patente in den letzten jahren deutlich zugenommen habe. "Was bedeutet das für offene Standards? Wir müssen darauf achten, dass in den Standardisierungsgremien keine Patent-Sharks sitzen", so der Director Development bei Austrian Standards (siehe auch unser Interview "Chaos muss man sich erst leisten wollen").

Potenziale und praktische Anwendungen

Experten von AIT, SpaceTec und Austro Control referierten zu autonomen Fahrzeugen, Satellitenüberwachung, vernetzten Drohnen und Webcams. Facebook-Kläger Max Schrems, die Juristin Veronika Wolfbauer und Tobias Höllwarth von EuroCloud thematisierten den Datenschutz.

Unternehmen wie Hutchison Drei Austria, der Lead-Partner des Fachkongresses, Linz Strom, Hagleitner, NetApp oder Crate zeigten schließlich anhand von Best-Practice-Beispiele, wie IoT, Big Data und Cloudservices dabei helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die Effizienz bestehender Prozesse in Produktion und Verwaltung zu steigern.

Live-Hack zeigte Risiken

Bei einem Live-Hack demonstrierten Spezialisten vom Austrian Internet of Things Network eindrucksvoll, wie einfach sich die Kontrolle über ein WLAN-Netz samt angeschlossenen Geräten übernehmen lässt. Sie machten damit die Risiken deutlich, die Millionen ungesicherter Devices - von Smartphones über Webcams bis hin zu "smarten" Kuscheltieren - im Internet of Things darstellen. Derartige Risiken und die Frage, ob wir darauf vorbereitet sind, erörterte die abschließende Podiumsdiskussion, die von der Journalistin und Buchautorin Ingrid Brodnig geleitet wurde.

Internationale Kooperation

Zusammenfassend betonten Stampfl-Blaha, Grün und Wöhrl die enorme Bedeutung und die vielfältigen Potentiale des IoT für nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens und wiesen auf die Wichtigkeit internationaler Abstimmung, besonders auch in der Standardisierung, hin.

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