Bild: CC0 Public Domain - pixabay.com
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Künstliche Intelligenz im strategischen Management

Vertrauen in KI steigt

Führungskräfte in der deutschen Industrie trauen der Künstlichen Intelligenz zu, Entscheidungsprozesse deutlich zu verbessern – für ersetzbar halten sie sich aber trotzdem nicht.

In ihrer Studie hat die international tätige Personalberatung LAB & Company zusammen mit der Technologiemanagement-Expertin der Universität Kassel, Prof. Dr. Sabrina Schneider, untersucht, wie stark die Künstliche Intelligenz (KI) Entscheidungsprozesse in Unternehmen künftig prägen wird. Befragt wurden dabei branchenübergreifend rund 200 Teilnehmer in hohen Positionen, wobei knapp die Hälfte der Befragten den höchsten Entscheidungsgremien in Unternehmen angehört (Vorstand, Geschäftsführung oder Aufsichtsrat).

Künstliche Intelligenz: Assistent oder Management-Killer?

Der überragende Teil der Studienteilnehmer (92 Prozent) kann sich die KI insbesondere in der Rolle eines Entscheidungsvorbereiters gut vorstellen: So würden sie bei einer strategischen Fragestellung eine nach rationalen Gesichtspunkten optimale Lösung von der Software ermitteln lassen, die finale Entscheidung jedoch selbst treffen. Dabei heben die Teilnehmer insbesondere die aus ihrer Sicht vorhandenen Grenzen der Leistungsfähigkeit von KI-Systemen hervor. Dazu zählen sie vor allem fehlende Intuition und Kreativität, Fokussierung auf quantitative Faktoren oder die Unfähigkeit zur Empathie und zur Abschätzung der indirekten Entscheidungsfolgen. Grundsätzliche Vorbehalte gegenüber der KI äußert dagegen nur eine Minderheit der Befragten: 9 Prozent geben an, kein Vertrauen in die KI-Systeme zu haben.

"Der Eintritt der künstlichen Intelligenz in die Unternehmen schlägt ein völlig neues Kapitel auf, für das es so gut wie keine historischen Analogien gibt. Die Frage, welche Rolle die KI künftig spielen wird, rührt dabei dramatisch an das Selbstverständnis der Führungskreise im Unternehmen. Denn man ist sich durchaus der Tatsache bewusst, dass wir im Extremszenario die Selbstabschaffung des Managements und im Fall der Beratungsindustrie sogar eines großen Teils der Branche diskutieren", sagt Marcel Ramin Derakhchan, Managing Partner von LAB & Company. "Deswegen spielt die teils sehr emotionale Auseinandersetzung mit den Limitierungen der KI eine so große Rolle: Im Kontext der Automatisierung und Digitalisierung der Ökonomie verengt der Vormarsch der KI die Grenzen der bislang ausschließlich menschlichen Domäne strategischer Entscheidungen."

Glauben oder Wissen?

Dabei ist die Perspektive der Befragten auf die KI nur selten durch eigene Erfahrungen gestützt: Lediglich 14 Prozent der Studienteilnehmer geben an, KI in ihrem Unternehmen bereits einzusetzen, weitere 11 Prozent können auf erste Erfahrungen verweisen. Darüber hinaus sind nur 12 Prozent der Befragten überzeugt, mit den Möglichkeiten der KI gut vertraut zu sein.

"Technologische Entwicklung und Adoption technologischer Entwicklungen geschehen meist zeitversetzt. Beim Thema künstliche Intelligenz steht uns ein sehr spannender Weg bevor, um Interesse, Verständnis und Akzeptanz für die Technologie, ihre Einsatzmöglichkeiten sowie ihre Implikationen auf Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle zu entwickeln", betont Prof. Schneider. Auch Derakhchan verweist darauf, dass "die Themenkomplexe rund um Big Data, Deep Learning und künstliche Intelligenz in der Diskussion häufig nicht ausreichend differenziert werden, vielfach fehlen auch die Use Cases, die eine objektive Validierung der eigenen Vorstellungen ermöglichen würden. Gerade im Management ist die künstliche Intelligenz bislang überwiegend eine Glaubensangelegenheit."

Skeptiker, Optimisten und Pragmatiker: KI-Denkschulen in Unternehmen

Dieser Befund wird durch die Studienergebnisse bestätigt, die drei klar abgegrenzte und weitegehend gleich große "KI-Denkschulen" unter den Entscheidern definieren lassen: Skeptiker, Optimisten und Pragmatiker. Dies zeigt sich sowohl bei der Diskussion der Frage, ob erfahrene Manager bessere strategische Entscheidungen treffen können als dies durch künstliche Intelligenz möglich ist, als auch bei der Einschätzung der Schwierigkeiten, die mit der Nutzung künstlicher Intelligenz für strategische Entscheidungen verbunden sind.

"Viele Trends der letzten Jahrzehnte, die das Selbstverständnis und die Sicht auf die Kernkompetenzen des Managements veränderten, haben uns genügend Zeit zur Adaption gegeben. Diese Zeit wird uns der rasante technologische Fortschritt bei der künstlichen Intelligenz nicht lassen. Unternehmen müssen sich deshalb sehr schnell die Frage stellen, was diese Entwicklung für ihre Organisations- und Personalstrategie konkret bedeutet und welche Strukturen und Fähigkeiten sie in einer Zukunft brauchen werden, in der die KI allgegenwärtig ist."

Grafik: LAB & Company
Infografik: Künstliche Intelligenz im strategischen Management
Grafik: LAB & Company
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