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Bild: CC0 - pexels.com
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So arbeitet man heute – Teil 3

Unternehmensweite Vertrauenskultur

Vertrauen entsteht nicht auf Zuruf und kann nicht eingefordert oder bestimmt werden.

Beschäftigt man sich mit dem Thema modernes Arbeiten und Workshifting kommt man zweifelsohne nicht am Begriff Vertrauen vorbei. In diesem Zusammenhang hört man immer öfter von Vertrauensarbeitszeit, auch wenn der Gesetzgeber diese nicht kennt. Weitaus wichtiger ist eine unternehmensweite Vertrauenskultur. Im Idealfall vertrauen sich dabei Teammitglieder und Mitarbeiter untereinander und auch zwischen Mitarbeitern und Führungskräften gibt es eine substanzielle Vertrauensbasis. Vertrauen ist dabei eng mit einer ergebnisorientierten Führung verbunden. Mitarbeiter übernehmen Verantwortung für Ergebnisse und haben die Möglichkeit sich sinnstiftend einzubringen.

Es gibt aber auch mehr Flexibilität wo, wie und wann Arbeit erledigt wird. Um diesen Idealfall zu erreichen wird kein einmaliges Projekt ausreichen. Vertrauen entsteht nicht auf Zuruf und kann nicht eingefordert oder bestimmt werden. Jeder Mensch führt eine Art "Vertrauenskonto" in dem Einzahlungen und Abhebungen stattfinden und auch Vorschüsse gewährt werden können. Eine nachhaltige Vertrauenskultur ist somit vielmehr ein Prozess, der uns ein Leben lang begleitet.

Es gibt natürlich unterschiedliche Zugänge, um eine Vertrauenskultur nachhaltig zu etablieren. Beispielsweise hat der 2012 verstorbene amerikanische Berater und Bestsellerautor Stephen Covey bereits vor vielen Jahren dreizehn Regeln identifiziert, die Vertrauen aufbauen und Beziehungen intensivieren. Sie sind auch heute noch so wirkungsvoll, weil sie auf Prinzipien basieren, universell einsetzbar sind und sich als konkrete Handlungsgrundlage nutzen lassen. Gerade in einer dynamischen Arbeitswelt, in der kurzfristige Managementtrends öfters keine nachhaltigen Ergebnisse erzielen, gewinnen Prinzipien immer mehr an Bedeutung. 

Drei dieser Vertrauensregeln, die ich besonders wichtig finde, möchte ich kurz anschneiden:

  • Vertrauensregel 3 - Transparenz schaffen: Handeln Sie nach der Devise "Sie bekommen das, was Sie sehen!" Verzichten Sie auf versteckte Agenden und verheimlichen Sie keine wichtigen Informationen. 
  • Vertrauensregel 9 - Erwartungen klären: Gehen Sie nicht einfach davon aus, dass allen die Erwartungen klar sind. Sprechen Ihre Erwartungen an und fragen Sie nach den Erwartungen Ihrer Mitarbeiter, Kollegen und Vorgesetzen. Missachten Sie in Folge keine Erwartungen. 
  • Vertrauensregel 11 - Erst zuhören: Hören Sie immer erst zu, bevor Sie sprechen. Finden Sie heraus, was dem anderen wichtig ist. 

Was bringt Vertrauen in der Praxis? Google untersuchte weltweit 180 Teams, um herauszufinden, was erfolgreiche Teamarbeit ausmacht. Als wesentlicher Unterschied zwischen erfolgreichen und weniger erfolgreichen Teams wurde die "psychologische Sicherheit" – also Vertrauen – identifiziert. Weitere Details zu dieser interessanten Untersuchung können Sie in dem Artikel des New York Times Magazine "What Google learned from its quest to build the perfect team” von Charles Duhigg nachlesen.

Fazit: Ohne eine vorhandene Vertrauenskultur im Unternehmen wird es erheblich schwerer, die gewünschten Ziele bzw. die Ziele von Veränderungsprojekten im Kontext Workshifting zu realisieren. Oder anders ausgedrückt, ist Vertrauen die Basis für moderne Zusammen(Arbeit). Ich würde sogar so weit gehen, dass nur Unternehmen, welche Flexibilität und Selbstbestimmung gewähren und einen vertrauensvollen Umgang pflegen, die richtigen Mitarbeiter finden und langfristig halten können.

Über den Autor

Daniel Holzinger begleitet als Geschäftsführer von Colited Management Consultancy Unternehmen und Organisationen auf der Reise zu neuen Arbeitswelten. Er blickt auf rund 20 Jahre Erfahrung in der Beratungs- und Informationstechnologiebranche zurück. Dabei bekleidete er internationale Managementpositionen als COO, Vice President und Geschäftsführer in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Public Relations, Partnermanagement, Business Development, IT und HR. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Lektor für Marketing- und Vertriebscontrolling an der FH Wien tätig. Als Architekt neuer Arbeitsformen übernimmt er, mit einem End-to-End Beratungs- und Transformationsansatz, die Verantwortung über die verbundenen Veränderungsprozesse. Für monitor.at wirft er regelmäßig einen Blick auf verschiedene Aspekte der "neuen Welt der Arbeit".

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