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T-Mobile Austria schnappt sich UPC Austria und bläst damit zum Angriff auf Marktführer A1.
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Zieh dich warm an, A1!

T-Mobile Austria kauft UPC Austria

Kurz vor Weihnachten hat sich T-Mobile Austria selbst beschenkt. Im Packerl: Österreichs größter TV-Kabelnetzbetreiber UPC-Austria.

von: Rudolf Felser

Kurz bevor sich ein Großteil Österreichs in die Weihnachtsferien flüchtet, haben T-Mobile und UPC die Bombe platzen lassen. Die heimische T-Mobile-Tochter kauft die österreichische Liberty-Global-Depandance UPC Austria. Der Mega-Deal hat laut den beiden Unternehmen ein Volumen von knapp 2 Milliarden Euro und zählt damit hierzulande zu den größten Geschäftsabschlüssen der letzten Dekade. Wenn die Übernahme durchgeht – Einreichungen bei den Wettbewerbsbehörden sowie dem Telekom-Regulator erfolgen in den nächsten Wochen – entsteht dadurch ein ernstzunehmender Konkurrent für den bisherigen Marktführer A1 Telekom Austria mit gemeinsam 6,7 Millionen Kunden und einem Umsatz von 1,2 Milliarden Euro im Jahr 2017. Die beiden Unternehmen gehen davon aus, dass der Abschluss der Übernahme im 2. Halbjahr 2018 unter Dach und Fach sein soll.

T-Mobile schreibt in seiner Pressemitteilung: "Kunden können aus Bündelangeboten durch die Integration von Mobil- und Leitungsnetz Preisvorteile erwarten, wie sie die Deutsche Telekom in einer Reihe von europäischen Märkten bereits anbietet. Auf dem Geschäftskundenmarkt entsteht durch den Zugang zum leistungsstarken Kabel- und Festnetz eine starke neue Konkurrenz zum Marktführer."

Vor allem in städtischen Räumen will T-Mobile Austria durch die Kombination von digitalem Koaxialkabel und Glasfaseranbindungen für Haushalte und Betriebe eine "führende Rolle als leistungsstarker Breitbandanbieter einnehmen". Um die Versorgung weniger dicht besiedelter Regionen – außerhalb der Ballungsgebiete hat UPC kaum Infrastruktur im Boden – sicherzustellen, will T-Mobile massiv in den Ausbau von LTE sowie 5G investieren. Die bereits vorhandene T-Mobile-eigene Glasfaserinfrastruktur soll zusammen mit der Glasfaserinfrastruktur von UPC Austria außerdem auch die Basis für den Aufbau des künftigen 5G-Netzes bilden. 

T-Mobile Austria bietet bereits ab Jänner 2018 hybrides Breitband-Internet durch die Kombination von Mobilfunk und Festnetz in einem Router an. Dazu wird derzeit jedoch noch ein Wholesale-Vertrag mit A1 Telekom Austria genutzt. "Die Integration von UPC Austria mit einem eigenen Leitungsnetz als auch die TV- und Entertainment-Angebote werden uns zu einem starken Konkurrenten für den derzeitigen Marktführer A1 machen und T-Mobile Austria in ein völlig neues Unternehmen verwandeln. Zusammen mit unserer Schwester T-Systems Austria können wir sowohl für Privatkunden ebenso wie für kleine und große Unternehmen alle Möglichkeiten der Digitalisierung voll ausschöpfen", erklärte Andreas Bierwirth, CEO von T-Mobile Austria.

T-Mobile wird alle Geschäftsbeziehungen und -Verpflichtungen von UPC Austria übernehmen. Darüber hinaus übernimmt T-Mobile das Recht zur Nutzung der aktuellen und künftigen Produkte von Liberty Global sowie die Verwendung der Marke. Für die Privat- und Geschäftskunden der UPC Austria soll sich zunächst nichts ändern. Auch alle Verträge der rund 1.000 UPC Austria Mitarbeiter werden den Angaben zufolge vom neuen Eigentümer übernommen.

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