Bild: CC0 - pixabay.com
Bild: CC0 - pixabay.com

So arbeitet man heute – Teil 5

Social Collaboration, moderne Form der Zusammenarbeit

Durch den Zuwachs an E-Mails ist die Produktivität vieler Wissensarbeiter gesunken. Gefragt sind intelligente Kommunikationslösungen.

Die Zusammenarbeit im Unternehmen, sowie mit externen Partnern, Kunden und Lieferanten, ist zu einem der wichtigsten Erfolgsfaktoren in Zeiten der Digitalisierung und raschen Veränderungen geworden. Unternehmen sehen sich mit immer komplexeren Herausforderungen konfrontiert, welche sich nur in interdisziplinär zusammengestellten Teams lösen lassen. Die Teamarbeit muss dabei einerseits auf einer Vertrauenskultur basieren, andererseits müssen auch moderne Kommunikationslösungen vorhanden sein, die einen flexiblen und sicheren Austausch sicherstellen.

Die technologischen Entwicklungen der letzten Jahre unterstützen dabei eine immer bessere synchrone Zusammenarbeit - beispielsweise über Online Meetings. Hingegen wird die asynchrone Kommunikation und Zusammenarbeit immer noch primär über E-Mails abgewickelt. Der Zuwachs an E-Mails ist in den letzten Jahren in einem solchen Ausmaß gestiegen, dass die Produktivität vieler Wissensarbeiter gesunken ist. Gefragt sind also intelligente Kommunikationslösungen, welche die asynchrone Zusammenarbeit unterstützen und diese nachhaltig verbessert.

Aus Social Network wird Social Collaboration

Der Grundgedanke, flexible Zusammenarbeit zu ermöglichen, findet sich heute in einer Vielzahl von Social-Collaboration-Lösungen wieder. Lösungen, die von Grund auf für den Unternehmenseinsatz konzipiert wurden und gemeinsames Arbeiten sowie die Vernetzung von Mitarbeitern, Partnern und Kunden unterstützen. Man könnte es auch so beschreiben, dass die Zusammenarbeit in einer ähnlichen Art ermöglicht wird, wie wir es aus den Sozialen Netzwerken aus dem privaten Umfeld kennen. Jeder Anwender ist dabei sowohl Autor und Leser bzw. Sender und Empfänger. Beiträge, Artikel oder Kommentare können einfach erstellt und von allen "geliked" und bewertet werden. Als Zentrum im Arbeitsalltag eingesetzt, bietet Social Collaboration dadurch eine ganz neue Art, Kommunikations- und Zusammenarbeitsprozesse zu unterstützen. Informationen können einfach weitergegeben und geteilt werden - unabhängig, ob sich die Mitarbeiter im oder außerhalb des Unternehmens befinden. Social-Collaboration-Plattformen dürfen jedoch nicht als Dateninsel verstanden werden, sondern integrieren sich beispielsweise in bestehende Lösungen für Online Meetings und sichere Dateiübertragung. Moderne Social-Collaboration-Lösungen gehen noch einen Schritt weiter und erlauben es, eigene Anwendungen ohne Programmierkenntnisse zu erstellen.

Vorteile von Social Collaboration Lösungen

Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zufolge zahlt sich die Vernetzung von Unternehmen und Mitarbeitern mit Hilfe von Collaboration-Werkzeugen aus. "Unternehmen, die stark auf Collaboration setzen, erzielen doppelt so hohe Zuwächse beim Umsatz und Ertrag im Vergleich zu Firmen, die eher konventionell vorgehen", bilanziert der Autor der entsprechenden Studie Prof. Dr. Wilhelm Bauer.

Die Nutzenpotenziale im Detail:

  • Förderung von konstruktiver Kommunikation und Zusammenarbeit
  • Sicherer Zugriff auf Dokumente, Besprechungsprotokolle usw. von jedem Endgerät zu jeder Zeit
  • Schnelleres Auffinden von benötigten Daten und Informationen
  • Nachhaltiger Wissensaustausch
  • Deutliche Steigerung der Transparenz in sämtlichen Kommunikations- und Zusammenarbeitsprozessen
  • Deutliche Reduktion interner E-Mails
  • Erhöhung der Arbeitgeberattraktivität durch Nutzung einer Social-Collaboration-Lösung 

Da die Anzahl der Social-Collaboration-Lösungen in den letzten Jahren explosionsartig zugenommen hat und es dadurch immer schwieriger wird, die passende Lösung zu finden, sollte ein erfahrener Berater den Auswahlprozess begleiten und die Entscheidung absichern. Wollen die Vorteile im eigenen Unternehmen realisiert werden, ist es am Ende des Tages keine reine Toolfrage. Das begleitende Changemanagement darf keinesfalls vergessen werden, um nachhaltig positive Verbesserungen in der Zusammenarbeit sicherzustellen. Die Mitarbeiter müssen zum Teil behutsam an die neue Lösung herangeführt werden. Dabei ist jedenfalls zu beachten, dass generationsbezogene Bedürfnisse berücksichtigt werden. Last but not least muss jedenfalls das Top-Management hinter dem Projekt und der Social-Collaboration-Lösung stehen, um die Nutzenpotenziale nachhaltig zu verankern.

Über den Autor

Daniel Holzinger begleitet als Geschäftsführer von Colited Management Consultancy Unternehmen und Organisationen auf der Reise zu neuen Arbeitswelten. Er blickt auf rund 20 Jahre Erfahrung in der Beratungs- und Informationstechnologiebranche zurück. Dabei bekleidete er internationale Managementpositionen als COO, Vice President und Geschäftsführer in den Bereichen Vertrieb, Marketing, Public Relations, Partnermanagement, Business Development, IT und HR. Darüber hinaus war er mehrere Jahre als Lektor für Marketing- und Vertriebscontrolling an der FH Wien tätig. Als Architekt neuer Arbeitsformen übernimmt er, mit einem End-to-End Beratungs- und Transformationsansatz, die Verantwortung über die verbundenen Veränderungsprozesse. Für monitor.at wirft er regelmäßig einen Blick auf verschiedene Aspekte der "neuen Welt der Arbeit".

Mehr Artikel zum Thema: Karriere Tipps Collaboration

Überlegen, was Kunden interessiert

Ein Suchmaschinen-Treffer steht heute zumeist am Anfang...

Weiterlesen

UBIT: Uni-Pläne von Innenminister fatales Signal

"Eine weitere Abschottung der Universitäten, wie sie...

Weiterlesen

"Das ist ein Wahnsinn"

"Wir brauchen drei bis sechs Monate, um gute Leute auf...

Weiterlesen

Die besten IT-Manager Österreichs

Kürzlich wurde von Confare wieder der CIO AWARD vergeben,...

Weiterlesen

Takuya Marubayashi neuer KYOCERA-Präsident

KYOCERA Document Solutions hat seit 1. April mit Takuya...

Weiterlesen

Graf neuer Co-Geschäftsführer von Datenpol

Gregor Graf ist seit Ende März neben Stefan Wailand der neue...

Weiterlesen

Netzwerklösungen mit ein bisschen "Exotik"

Seit 19. Februar, also seit nicht ganz zwei Monaten,...

Weiterlesen

Keine Angst vor digitaler Transformation mit VDI

Virtual Desktop Infrastructure bzw. Desktop-Virtualisierung...

Weiterlesen

Programmierkurse für sozial benachteiligte Kinder

Ab April 2018 werden 25 Stipendien für Programmierkurse...

Weiterlesen

Vorsicht, Open-Source-Falle!

Die Euphorie rund um das 20-jährige Open-Source-Jubiläum ist...

Weiterlesen

EU-DSGVO: Was ist noch machbar?

Die neue Datenschutz-Grundverordnung der EU steht...

Weiterlesen

Alexandra Kittinger neu bei Commvault

Commvault verstärkt sein Marketing in Österreich und der...

Weiterlesen

weXelerate mit neuer, weiblicher Geschäftsführung

Das Innovations- und Startupzentrum weXelerate betraut...

Weiterlesen

ESET: Suhl neuer Country Manager DACH

Holger Suhl übernimmt ab sofort die Position des Country...

Weiterlesen

Erwachsenenbildung in Österreich: Diese Möglichkeiten gibt es

Ob aus Eigenmotivation oder über den Arbeitgeber im Beruf:...

Weiterlesen

FH Wiener Neustadt lehrt innovative Robotertechnik

Eine interdisziplinäre High-Tech Ausbildung erwartet 30...

Weiterlesen

Best Architecture Practices für Kettle und IoT

Was müssen Verantwortliche von Pentaho Data Integration...

Weiterlesen

"Das Lernen muss sich verändern"

"Wir sind gedanklich noch nicht an den Grenzen des Möglichen...

Weiterlesen

66 Prozent schützen Office-365-Umgebung nicht!

Barracuda hat kürzlich eine Umfrage unter seinen...

Weiterlesen

EU-Datenschutz-Grundverordnung: Die Zeit wird knapp

Die neue Datenschutz-Grundverordnung gilt ab 25. Mai 2018 in...

Weiterlesen