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Cyber-Security-Hotline der WKO: Da werden Sie geholfen.
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Cyber-Security-Hotline der WKO

Notfall-Hilfe bei Security-Vorfällen

Die österreichische Wirtschaftskammer hat für ihre Mitglieder eine Cyber-Security-Hotline eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar und läuft als gemeinsames Projekt der Wirtschaftskammern Steiermark, Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol.

Cybercrime wird für Österreichs Betriebe zu einer immer größer werdenden Bedrohung. Im Vorjahr stieg die Zahl der angezeigten Fälle von Computer- und Internetkriminalität um ein Drittel auf mehr als 13.000. Vor allem KMUs seien vermehrt betroffen, so die Wirtschaftskammer. Aus diesem Grund hat die Wirtschaftskammerorganisation (WKO) eine Cyber-Security-Hotline eingerichtet. Unter der Nummer 0800 888 133 erhalten Mitglieder der WKO Hilfe bei Cyberattacken aller Art – rund um die Uhr, sieben Tage die Woche erreichbar.

Die Cyber-Security-Hotline wurde am 22.5.2017 gestartet. Bis 30.6.2017 läuft ein Probebetrieb, ab dann soll es in den Regelbetrieb übergehen.

Getragen und finanziert wird das Projekt gemeinsam von den Wirtschaftskammern Steiermark, Burgenland, Kärnten, Oberösterreich, Vorarlberg und Tirol. Unterstützt wird es auch von der Wirtschaftskammer Österreich. Die Hotline stelle laut WK-Präsident Christoph Leitl außerdem einen ersten Schritt im Zuge der Kammerreform WKO 4.0 dar. Zur "Steigerung der Effizienz der Gesamtorganisation" diente bei der Cyber-Security-Hotline der Grundgedanke des Leadorganisationsmodells als Vorbild. Dabei müssen bestimmte Leistungen nicht mehr parallel von allen Landeskammern angeboten werden, sondern eine Kammer übernimmt die Initiative und fungiert als Leadorganisation. In diesem Fall war das die WK Steiermark.

Laut den Angaben kosten die Folgen aus Cyberkriminalität und Betriebsspionage Österreichs Wirtschaft alljährlich 1,6 Mrd. Euro. "Ein Riesenproblem, das nicht nur hochtechnologische Start-ups betrifft, sondern auch den Hotelier, die Werkstatt oder den Händler von nebenan. Aus diesem Grund weiten wir im Zuge der WKO-4.0-Reform unsere Services und Dienstleistungen in diesem Bereich aus", erklärt WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk.

So hilft die Hotline

Die Cyber-Security-Hotline unterstützt laut der WKO in "allen kritischen Fällen von Sicherheitsvorfällen mit Bezug auf IKT-Infrastruktur" (also PC und Server, aber auch Handy, etc.), beispielsweise bei Virenbefall, Verschlüsselungstrojanern oder digitaler Erpressung zur Zahlung mit Bitcoins – also bei allen Fällen, die unter dem Begriff Cyber-Kriminalität zusammengefasst werden. Für andere Störungen, etwa Probleme mit dem Drucker oder Laptop, ist die Hotline nicht zuständig.

Für Hilfe darüber hinaus sorgt ein ebenfalls neu eingerichteter Bereitschaftsdienst von IT-Security-Experten (Montag bis Freitag: 8 bis 18 Uhr). "Insgesamt stehen hier 27 hochspezialisierte IT-Unternehmen zur Verfügung, die allesamt Mitglied der UBIT-Experts Group IT-Security sind. Auch hier ist das vom Callcenter zugewiesene Erstgespräch kostenlos, erst ein weiterer Einsatz muss dann vom Kunden an die Firma bezahlt werden", erklärt UBIT-Obmann Dominic Neumann.

Die Hotline unterstützt alle Mitglieder der Wirtschaftskammern. IT-Security-Expertenteams stehen derzeit in den Bundesländern Steiermark, Kärnten, Burgenland, Vorarlberg, Oberösterreich und Tirol zur Verfügung, weitere Bundesländer sollen folgen.

Vorbild für Deutschland und die Schweiz

Aus der IT-Security-Branche gib es bereits erste Kommentare zur neuen Hotline. Jörg von der Heydt, Channel Director für Deutschland, Österreich und die Schweiz bei Skybox Security, zeigt sich begeistert: "Die Zusammenarbeit zwischen der österreichischen Wirtschaftskammer, die hier aktuell ihre Organisationstruktur in sechs Bundesländern und die Verbindungen zu allen in ihr verbundenen Unternehmen einbringt, sowie Unternehmen, die über die notwendige Expertise zur Abwehr von Cyber-Security-Angriffen verfügen, ist vorbildhaft. Ziel sollte es sein, derartige Strukturen auch in den übrigen österreichischen Bundesländern zu schaffen."

Er sieht in dem Projekt auch eine Vorbildwirkung für unsere deutschsprachigen Nachbarländer: "Auch in Deutschland und der Schweiz muss diese Modell Schule machen. Hier sollte eine übergreifende Organisation – wie beispielsweise die jeweiligen Industrie- und Handelskammern – sich des Themas annehmen und entsprechende Strukturen schaffen. Dabei wäre es gut, wenn alle wichtigen Akteure aus Industrie, Wissenschaft und Verwaltung mit an Bord sind. So kann vor allem der Zugriff auf die neuesten Erkenntnisse zu Risikobewertung und zu Schwachstellen-Management in einer zentralen Struktur besser organisiert und gesichert werden. Im Rennen um Schadensbegrenzung und Schadensabwehr ist dies ein wichtiger Schritt, um Zeit zu gewinnen."

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