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Umzug von Data Centern in der KVM-Branche

Mammutprojekt Umzug der Unternehmens-IT

Der Umzug eines Unternehmens ist nicht nur eine logistische Herausforderung, sondern berührt mit Blick auf die Verlegung der IT-Architektur sensible und komplexe interdependente Vorgänge. Schnell kann ein solches Mammutprojekt unkalkulierbar werden und massive Mehrkosten verursachen. Ein deutscher Anbieter von digitalen und analogen KVM-Produkten setzte deshalb bei der Umsiedlung seines Rechenzentrums im Rahmen eines Unternehmensumzugs auf einen etablierten IT-Infrastruktur-Experten, um alle physikalischen und virtuellen Systeme zu migrieren.

Das 1985 gegründete Unternehmen Guntermann & Drunck GmbH bietet als Hersteller von digitalen und analogen KVM-Produkten (Keyboard, Video and Mouse) zahlreiche Kontrollraum-Anwendungen im Bereich der Industrieprozesskontrolle, in der Flugsicherung, im Broadcast-Sektor sowie im Marine-Bereich an. Das Portfolio umfasst Produkte zur Verlängerung, Umschaltung und Verteilung von Keyboard-, Video und Mouse-Signalen sowie die Installation in Prozessleitständen.

Gestartet als Drei-Mann-Betrieb hat sich Guntermann & Drunck seit seiner Gründung zu einem 100 Mitarbeiter umfassenden Unternehmen entwickelt, das als einer der "Hidden Champions" aus der Wirtschaftsregion Südwestfalen hochspezialisierte IT für zahlreiche Kontrollanwendungen in die gesamte Welt liefert. Als im Rahmen der Unternehmensexpansion Ende 2016 der Umzug von Wilnsdorf nach Siegen in ein größeres Firmengebäude notwendig wurde, war die Umsiedlung der IT-Infrastruktur einer der "Hot Spots" des Projekts.

"Mit unseren Produkten optimieren wir den IT-Einsatz unserer Kunden", erklärt Roland Ollek, Geschäftsführer Guntermann & Drunck. "Um ihnen dies bieten zu können, benötigen wir als Unternehmen eine jederzeit zuverlässig performante IT. Die QOSIT sorgt bereits seit fast zehn Jahren dafür, dass unsere Systeme ihre Aufgaben erwartungsgemäß erfüllen." Somit zeichnete sich ab, dass G&D die QOSIT Informationstechnik GmbH für Beratungs- und Umsetzungsdienstleistungen engagieren würde, denn im Laufe der Zeit hatte sich bereits eine vertrauensvolle Zusammenarbeit entwickelt. Seit 2011 besteht zwischen beiden Firmen eine Ausbildungskooperation.

Bereits ein Jahr vor Inbetriebnahme des neuen Rechenzentrums, in der vorbereitenden Phase des Umzuges, stand der IT-Dienstleister dem KVM-Hersteller bei den Planungen zum Bau des Rechenzentrums beratend zur Seite. Für den Umzug selbst entschied sich das Unternehmen nach eingehender Risikobetrachtung für einen sogenannten Hard-Cut, bei dem anders als beim Parallelbetrieb, die Systeme bis zum letzten Tag laufen, umgesiedelt und wieder hochgefahren werden. Die Daten werden dabei zugleich in die produktiven Systeme überschrieben. Im Vorfeld wurden gemeinsam Fragen zur Architektur oder zu baulichen Maßnahmen geklärt. Unter anderem betraf dies die Ausstattung der Serverräume mit Klimaanlagen und Verkabelung sowie die Koordination der Gewerke, um auch das Gebäude rechtzeitig mit der nötigen Verkabelung auszustatten. Dies war die Voraussetzung dafür, dass das Netzwerk am neuen Standort implementiert und in Betrieb genommen werden konnte. Ein frühes Einbinden des Partners hat hierbei dafür gesorgt, mögliche Probleme zu vermeiden und Herausforderungen in der Umsetzung frühzeitig zu erkennen und zu lösen, um so die Leistungsfähigkeit der gesamten neuen IT-Architektur gewährleisten zu können.

Herausforderungen klimatischer Art

Drei Monate vor der Migration wurde der erste Switch im neuen Gebäude installiert. Die Inventarisierung übernahm der KVM-Hersteller selbst. Jeder einzelne Server, jede Applikation, jede Netzwerkverbindung, jedes Storage Array sowie alle weiteren Teile der IT wurden genauestens dokumentiert. Für QOSIT war dies die grundlegende Voraussetzung der physischen Migration, um die Infrastruktur am Umzugstag planmäßig ab- und an neuer Stelle wieder aufbauen zu können.

Der Umzug zum Jahreswechsel brachte jedoch auch Herausforderungen spezieller Art mit sich, da die Komponenten sowohl hitze- als auch kälteempfindlich reagieren: "Der Umzug fand in einem kalten Monat statt und diese klimatischen Bedingungen sind für technische Komponenten, die sonst in klimatisierten Räumen stehen, alles andere als ideal. Dies kann durchaus auch zu einem Ausfall führen", erklärt Hartmut Berg, Projektleiter der QOSIT. "Dem sind wir begegnet, indem wir gezielt für kürzeste Transportwege sowie vorgeheizte Transportmittel gesorgt haben. Außerdem haben wir zuvor ein obligatorisches, vollständiges Backup gemacht." Etwaige Ausfälle der Geräte konnten durch diese Vorgehensweise effektiv verhindert werden. Zusätzlich empfiehlt Berg Unternehmen, die vor einem Umzug ihrer IT-Infrastruktur stehen, eine entsprechende Versicherung für den schlimmsten Fall eines Systemdefekts abzuschließen. "Wichtig dabei ist, dass nicht der Materialwert der Systeme versichert wird, sondern der Unternehmenswert der Daten", betont Berg.

Bei der Umsiedlung des Rechenzentrums des KVM-Herstellers wurden alle physikalischen und virtuellen Systeme erfolgreich migriert. Kritische sowie unkritische Systeme liefen bereits am selben Abend des Umzugstags am neuen Rechenzentrums-Standort. Funktionstests waren somit am darauffolgenden Tag möglich. "Am ersten Arbeitstag im neuen Jahr konnten – wie geplant – alle Mitarbeiter ohne Einschränkungen arbeiten und auf die Systeme zugreifen. Ein solch reibungsloser Ablauf entsprach unseren Wünschen sehr", berichtet Christoph Seyfert, IT-Leiter/CIO Guntermann & Drunck. "Die Erfahrung, die die QOSIT mit solchen Projekten hat, stellte für uns einen wichtigen Vorteil dar."

Pro Jahr begleitet und unterstützt QOSIT etwa drei Umzüge, bei denen Kunden ihre IT-Infrastruktur ebenfalls migrieren. "Erfahrungsgemäß war die Zusammenarbeit mit Christoph Seyfert und seinem Team von Professionalität auf Augenhöhe gekennzeichnet", so Daniel Wille, Leitung Vertrieb bei der QOSIT. "Somit hat das Projekt, in das 174 Projektstunden geflossen sind, vor allem auch von der langfristigen Partnerschaft profitiert, die ihm vorausgegangen ist."

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