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"Digitalisierung funktioniert nur, wenn es eine Win-Win-Situation für uns & unsere Kunden ist." - Henrik Andreasen, CIO Zumtobel Group. Hintergrund: Oracle-Chef Martin Winkler.
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Zumtobel Group und die Digitale Transformation

Licht und Services kombinieren

Auch bei dem österreichischen Traditionsunternehmen Zumtobel Group steht die Digitalisierung ganz oben auf der Tagesordnung. Digitalisiert wird nach innen, außen und drumherum.

von: Rudolf Felser

Die Firma Zumtobel ist ein Traditionsunternehmen und ein österreichische Erfolgsgeschichte. Seit den 1950er-Jahren produziert der familiengeführte, aber börsennotierte Konzern mit Sitz in Dornbirn Lichtlösungen und Komponenten für Kunden auf der ganzen Welt. 

Die Zumtobel Group sieht sich mit einem Thema konfrontiert, das bei vielen Traditionsunternehmen – nicht nur in Österreich – derzeit auf der Agenda steht: der Digitalen Transformation. Kunden und Partner erwarten von einem Anbieter heute mehr, als "nur" gute Produkte. Oder, wie es Henrik Andreasen, der CIO der Zumtobel Group bei einem Pressegespräch im neuen Oracle-Office im Wiener DC Tower ausdrückte: "Wir kommen aus einer sehr konservativen Industrie: Blech biegen und Glas einsetzen – das hat hundert Jahre lang gut funktioniert. Dann ist die Industrie von der LED getroffen worden. Im Prinzip heißt das, dass wir einen Computer in das Licht bringen und diesen Computer auch mit Sensoren ausrüsten können. 

Zumtobel entschloss sich deshalb, einen weiteren Schritt in die Zukunft, bzw. in diesem Fall in die Cloud, zu gehen. Einer der Partner dabei ist Oracle. Aktuell digitalisiert der Konzern Schritt für Schritt sämtliche Prozesse in den Bereichen Verkauf, Service, Angebotslegung, Online-Commerce und Marketing. Zusätzliche Herausforderung des Projektes: Alle neuen Systeme müssen mit dem bestehenden SAP-System, das nicht in die Cloud verlagert wird, verbunden werden. Denn dieser businesskritische Bereich soll, wie bei vielen anderen Unternehmen auch, nicht nach außen wandern. 

Warum die Cloud?

Warum fiel eigentlich die Entscheidung für die Cloud? Andreasen: "Wir wollen uns auf den Prozess konzentrieren, nicht auf Hardware. Außerdem ist es schneller auf einer Cloud-Plattform zu realisieren. Mit einer Cloud-Lösung sichern wir uns ab, dass wir immer die neuesten Markttrends bekommen, ohne sehr viel selber machen zu müssen. Cloud erleichtert außerdem die Mobilität der Lösung, was für den Vertrieb wichtig ist." 

Doch nicht nur die Prozesse, auch die Produkte werden digitalisiert. Durch den neu gegründeten Geschäftsbereich Zumtobel Group Services werden zum Beispiel vernetzte Lichtlösungen inklusive Finanzierung, Projektmanagement und Datenservices aus einer Hand angeboten. Das IoT-Business ist von besonderem Interesse: Durch Sensoren in den Lichtsystemen kann Zumtobel für seine Kunden etwa Daten über Besucherströme sammeln oder Konsumenten beim Einkauf mittels Lichtsignalen zum gesuchten Produkt im Supermarkt führen. Auch "Licht-as-a-Service" ist in der Angebotspalette des Vorarlberger Unternehmens enthalten. 

Der Vorteil, den Zumtobel gegenüber anderen Anbietern ausspielen kann: Lichtlösungen sind immer verkabelt, diese Verkabelung lässt sich auch für die Datenübertragung nutzen – das ist zuverlässiger als drahtlose Systeme und bietet im Zweifelsfall auch eine höhere Übertragungskapazität für Daten. Andreasen: "Es gibt keine Räume ohne Licht und wo Licht ist, hat man die Möglichkeit es mit einem Sensor und Services zu kombinieren." 

Der Cloud-Vorstoß ist ein strategisches Projekt innerhalb der Zumtobel-Gruppe, "eines der Top-Projekte", so CIO Henrik Andreasen. "Wir haben uns vor ungefähr anderthalb Jahren für Oracle als Partner auf der digitalen Reise entschieden, weil der Fokus auf die Cloud und die Produkte uns überzeugt haben." Was die Umsetzung von Digitalisierungsprojekten betrifft hat er einen wichtigen ratschlag aus der Praxis, den jedes Unternehmen bei der Umsetzung eine solchen Vorhabens beherzigen sollte: "Digitalisierung braucht Input von beiden Seiten – Business und IT – auf Augenhöhe. Sonst kann man ein IT-Projekt machen oder ein Business-Projekt, aber keine Digitalisierungsprojekt." 

"Am Anfang einer riesigen Entwicklung"

Martin Winkler, Chef von Oracle in Österreich, ist wie so viele andere überzeugt, dass Cloud Computing in Zukunft das vorherrschende Modell sein wird, "ob Private oder Public, wir werden viele Schattierungen sehen". "Wir stehen erst am Anfang einer riesigen Entwicklung in dieser Richtung", so Winkler. 

Das sieht man auch an Oracle selbst. Im Cloud-Geschäft stiegen die Erlöse im vierten Quartal um 64 Prozent auf 1,4 Mrd. Dollar. Winkler räumte ein, dass es auf der anderen Seite natürlich ein Minuswachstum bei "klassischer Hardware und klassischen Lizenzen" gäbe, denn die seien jetzt im Cloud-Geschäft enthalten. Aber insgesamt bleibt es bei einem Wachstum. "Was von klassischen Investment-Projekten wegfällt, wird durch den Cloud-Umsatz mehr als wettgemacht." 

Zum Abschluss sagte Henrik Andreasen einen Satz, der universelle Gültigkeit besitzt: "Die Digitalisierung funktioniert nur, wenn es eine Win-Win-Situation für uns und unsere Kunden ist." Dieser Merksatz mit Faustregel-Charakter sollte bei jedem Digitalisierungs-Projekt ganz oben stehen, wenn es ein Erfolg werden soll.

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