Bild: Martina Draper
Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich
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Studie zu Österreichs Top-100-Unternehmen

KI macht Österreich zum Wachstums-Sieger

Künstliche Intelligenz kann Österreichs Unternehmen von Hidden Champions zu Global Leadern machen, ist man bei Accenture überzeugt.

"Österreichs Wirtschaft basiert bis heute auf der Old Economy. Mit Hilfe der neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz können unsere Hidden Champions zu Global Leadern werden und damit einen neuen Wachstumstrend starten", erläutert Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich das Ergebnis der jüngsten Accenture-Studie zu Österreichs Top-100-Unternehmen. In der aktuellen Untersuchung werden die Potenziale und Wachstumsmotoren der heimischen Unternehmen untersucht und konkrete Handlungsempfehlungen gegeben, um Österreichs Unternehmen zu den Digitalisierungs-Siegern zu machen.

"Der erfolgreiche Einsatz von neuen Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) kann in Österreich den jährlichen Anstieg des BIP bis 2035 von 1,4 auf 3 Prozent anheben", so Zettel weiter. Dies sei möglich, weil Routine-Prozesse in der Fertigung und im Büro mithilfe von KI deutlich effizienter zu bewältigen seien.

Accenture formuliert in der Studie konkret drei Handlungsempfehlungen für mehr Wachstum in Österreich:

  • Innovationsagenda aufsetzen: Die Top-Manager müssen eine digitale Roadmap definieren, Plattformstrategien entwerfen und neue Geschäftsmodelle erkunden.
  • Maschinen verstehen und einsetzen: Die Fähigkeiten der Maschinen sind komplementär zu den menschlichen Fähigkeiten. Es muss ein kulturelles und funktionales Klima für diesen "Change" geschaffen werden.
  • Lernen und Soft Skills entwickeln: Mit KI kann man die Innovationsgeschwindigkeit in Unternehmen dramatisch erhöhen. Die Weiterbildung wird damit zu einem alltäglichen Bestandteil des Arbeitsprozesses, und die Digitalisierung fordert und fördert die Kreativität, die emotionale Intelligenz und die geistige Flexibilität. 

Probieren statt Bewahren

In der Studie hat Accenture Österreichs größte Unternehmen unter die Lupe genommen. Dabei kommen die heimischen Top-100-Betriebe nahezu ausschließlich aus der Old Economy. Die Vergleichswerte zeigen, dass die Umsätze der größten Unternehmen im vergangenen Jahr sehr deutlich gesunken sind, aber gleichzeitig die Profitabilität gesteigert werden konnte. Deutschlands Top-Player agieren in die andere Richtung: Sie opfern die Profitabilität für ein höheres Wachstum. "Österreichs Konzerne halten an dem fest, was sie haben, sie bewahren und optimieren ihr Geschäft. Die Welt der Digitalisierung ist aber keine Welt des Bewahrens. Sie ist eine Welt des Probierens", so Zettel.

Auch wenn Österreichs Volkswirtschaft noch nicht zu den Vorreitern beim Einsatz von künstlicher Intelligenz zählt, sieht Zettel die Ergebnisse der Studie für die heimischen Unternehmen optimistisch. "Die Bewusstseinsbildung und die Investitions-Bereitschaft zeigen klar, dass unsere Manager verstanden haben, wohin die Reise geht", unterstreicht er. So haben 88 Prozent der für die Studie befragten österreichischen Unternehmenslenker angegeben, dass sie innerhalb der nächsten drei Jahre eine "komplette Transformation" oder "eine signifikante Veränderung" durch KI in der eigenen Industrie erwarten. Diese Zahl ist weit höher als die Vergleichszahlen aus Deutschland und der Schweiz. Punkto Investitions-Bereitschaft liegt Österreich auf dem gleichen Niveau wie Deutschland und knapp vor der Schweiz. So planen 33 Prozent der befragten Manager "erhebliche Investitionen".

Weiterbildung wird zum "Must-have"

Mit der Digitalisierung und dem Einsatz von KI ist Accenture zufolge eine positive Produktivitätsentwicklung der österreichischen Beschäftigten zu erwarten. "Wir rechnen mit einem Anstieg der Produktivität um 30 Prozent", schätzt der Accenture-Österreich-Chef. "Wir können davon ausgehen, dass sich die Art der Arbeit verändert. Es ist aber unwahrscheinlich, dass die Beschäftigungszahl geringer wird", so Zettel. Als den entscheidenden Faktor nennt Zettel die Bildung: "Lebenslanges Lernen war bislang ein Nice-to-have. Jetzt ist es ein Must-have! Das Konzept, als Uni-Abgänger mit 25 ‚ausgelernt’ zu haben, ist vollkommen überholt. Bildung wird uns künftig unser Leben lang begleiten."

Automatisierung als Wachstumstreiber

Die Benchmarks in vielerlei Hinsicht werden heute von den globalen Wachstums-Leadern wie Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) gesetzt. Sie definieren neue und hochwertige Nutzererfahrungen, die Kunden als Standard über Branchen- und Landesgrenzen hinweg erwarten. GAFA verwenden Algorithmen und schaffen die Grundlage für die Automatisierung von intelligentem Verhalten. Jeder Nutzer, jeder Dateninput verbessert dabei die Technologie. "Die intelligente Automatisierung wird Wachstumstreiber Nummer 1", so Zettel abschließend.

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