Bild: Microsoft
Thomas Lutz ist Head of Communications bei Microsoft Österreich.
Bild: Microsoft

Gastkommentar - Thomas Lutz, Microsoft

Einfach mal loslassen!

Das Intranet ist tot. Wirklich? Wirklich! Zumindestens bei uns bei Microsoft und wie ich nach kurzer Rundschau bemerke, auch bei vielen unserer Kunden. Die Gründe dafür sind schnell bei der Hand.

Da wäre zum einen mal Social Media. So wie sich die Metapher des Posten, Teilens, Likens und Kommentierens im externen Bereich durchgesetzt hat, so sehr entspricht sie auch immer mehr der Realität im unternehmensinternen Bereich. War das "Bloggen" noch vor einem Jahrzehnt das Privileg der Jungen, der "digital natives", Gen-Y, oder wie immer man sie gerne benannte, überspannt diese Kulturtechnik der Kommunikation inzwischen fast alle Generationsbänder und gilt heute als "state-of-art".

Und bleiben wir für einen Moment noch bei den Jungen. Viele Unternehmen haben heute ein Überalterungsproblem, benötigen dringend junge "frische" Geister aus der Generation der Millenials und müssen sich daher auch als attraktiver Arbeitgeber für die High Potentials darstellen, die frisch von der Uni in die Wirtschaft kommen. Da gehört ein zeitgemäßer Kommunikationsstil im Unternehmen einfach dazu; neben vielen anderen Kriterien eines modernen Arbeitsumfeldes wie Mobilität, Diversität oder Vereinbarkeit von Beruf und Familie, um nur ein paar Faktoren zu nennen, die im Employer Branding zeitgemäßer Unternehmen nicht mehr wegzudenken sind.

Auch Mobilität spielt in der Mitarbeiterkommunikation eine große Rolle. Die Mitarbeiter arbeiten immer verteilter, sind unterwegs und müssen von überall aus auf Informationen zugreifen können. Auch wenn viele Mitarbeiter keine eigenen Laptops haben, ein Smartphone hat praktisch jeder. Und über die jeweilige Social Media App ist die mobile Anbindung ein Klacks, während normale Webseiten oft nicht so einfach zur Darstellung auf mobilen Endgeräten optimiert sind.

Ein weiterer – nützlicher wie manchmal auch zwingender – Grund für ein Abgehen von traditionellen Intranet Plattformen sind schlicht die Kosten. Einmal ganz abgesehen von den Kosten der Anwendung selbst: Während ein klassischer Intranet Ansatz immer einer Art Redaktion bedarf, ein Redaktionssystem, Redaktionssitzungen, ein Freischalten von Kommentaren und neben der Technik auch die personellen Ressourcen dazu, sind firmeninterne Social Media Plattformen wie beispielsweise Yammer oder das letzten Monat auf den Markt gekommene Microsoft Teams weit stärker auf einem selbsttragenden Prinzip aufgebaut. Es sind die Mitarbeiter selbst, die die Beiträge schreiben, diese kommentieren, teilen und damit auch als Geschichte größer oder kleiner machen. 

Da entsteht natürlich auch schon mal eine gesunde Eigendynamik, aber das muss man als Unternehmen auch aushalten. Oder anders ausgedrückt: Wenn die Unternehmenskultur passt, dann hat man auch mit freien Meinungsäußerungen von MitarbeiterInnen kein Problem. Sie passen weitgehend automatisch und es gibt viel weniger "Ausreißer" als es die Apologeten von kontrollierten Umgebungen vermuten würden. Ich selbst kann hier aus Erfahrung sprechen: Die Angst, die Kontrolle zu verlieren, ist unbegründet. Loslassen statt Kontrolle. Probieren Sie es doch einfach mal aus.     

Thomas Lutz ist Head of Communications bei Microsoft Österreich und verantwortet die externe wie interne Kommunikation des Unternehmens.

Mehr Artikel zum Thema: Social Media Digitalisierung

Digitalisierung pusht Industrie Informatik

Die Digitalisierungs-Welle verschafft dem Linzer Unternehmen...

Weiterlesen

Google Glass: Auf den Kopf gestellt

Mit der Enterprise Edition von Google Glass wagt das...

Weiterlesen

Österreich braucht "Digital Manager"

Wir stehen inmitten der vierten industriellen Revolution....

Weiterlesen

Digitale Transformation bei Henkel

Atos hat einen Fünfjahres-Vertrag mit der Henkel Group...

Weiterlesen

Online-Meeting-Kultur trifft auf Kaffeehauskultur

Das Kaffeehaus ist in der österreichischen Landeshauptstadt...

Weiterlesen

Digitalisierung zeigt sich im Budget

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe hat die Zahlen ihres...

Weiterlesen

Die Baustelle der Zukunft ist digital

Um ein Infrastrukturgroßprojekt in London optimal...

Weiterlesen

Digitalisierung: 4 Erfolgsfaktoren innovativer Unternehmen

Immer mehr Mitarbeiter werden durch Roboter ersetzt....

Weiterlesen

IT in der Formel 1

Sport ist heutzutage kommerziell – und jedes Team agiert wie...

Weiterlesen

E-Government: Was Österreich von Estland lernen kann

Bürgerkarte, digitale Signatur, elektronische Amtshelfer und...

Weiterlesen

It‘s a journey, not a destination

Die digitale Transformation ist eine Reise. So lautete der...

Weiterlesen

Sicherheit bleibt bei der Digitalen Transformation nahezu unberücksichtigt

Eine Vielzahl von Unternehmen beschäftigt sich momentan mit...

Weiterlesen

CA und Automic sind zusammengewachsen

Wir haben uns mit Günther Flamm, VP Area Services, seit 1999...

Weiterlesen

E-Government: Österreich unter fünf besten EU-Ländern

Österreich gehört laut einer Studie in Sachen E-Government...

Weiterlesen

"Smart Future - Und jetzt?"

Der Österreichische IT- und Beratertag feierte heuer sein...

Weiterlesen

Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein

Unter dem Motto "Wir machen das jetzt" erarbeitet adesso mit...

Weiterlesen

Omni-Channel und IoT verändern Zahlungsverkehr

Moderne Bezahlmethoden wie Mobile Payment beginnen das...

Weiterlesen

15. Österreichischer IT- & Beratertag

Zum 15. Mal findet am 23. November 2017 der "Österreichische...

Weiterlesen

NGR startet Dialogoffensive für Lesemuffel

Dass Wartungshandbücher nicht zur Lieblingslektüre von...

Weiterlesen