Netzpolitik EU-DSGVO
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Accenture-Studie

"Digitale Fragmentierung" schafft neue Grenzen

Zu viele nationale Gesetze und Vorschriften behindern den freien Daten-Fluss und bedrohen das Wirtschaftswachstum – so das Ergebnis einer Studie von Accenture.

Eine aktuelle Accenture-Studie warnt vor der "Digitalen Fragmentierung": Zahlreiche neue nationale Gesetze und Vorschriften würden den freien Fluss von Daten, IT-Produkten, IT-Dienstleistungen und auch Fachkräften behindern. "Der Gesetzgeber schafft nicht nur neue Grenzen. Er bedroht damit das Wirtschaftswachstum und die Innovationskraft eines Landes", ist Michael Zettel, Country Managing Director von Accenture Österreich, überzeugt.

In der Studie mit dem Titel "Digital Fragmentation: Adapt to Succeed in a Fragmented World" wird die Behauptung aufgestellt, dass politische Vorgaben auf nationaler Ebene oft in guter Absicht erfolgen, um zum Beispiel den Datenschutz zu verbessern oder die Sicherheit im Internet zu erhöhen, aber die Nebeneffekte oft massive Einschränkungen für Unternehmen bedeuten. "Der restriktive Datenschutz erweist der Wirtschaft einen Bärendienst", kommentiert Zettel die Studienergebnisse, die auch für Österreich größte Relevanz hätten. "Der Staat darf nicht nur einseitig den Wünschen der Datenschutz-Verfechtern nachkommen, er muss genauso ein innovationsfreundliches Klima schaffen, den Einsatz neuer Technologien vorantreiben und Wirtschaftswachstum fördern", so Zettel. Notwendig sei ein engerer Austausch zwischen Unternehmen und Regierungen, um politische Vorgaben umzusetzen.

Manager befürchten Rückzug

74 Prozent der weltweit 400 befragten CIOs und CTOs erwarten, dass sich ihr Unternehmen in den kommenden drei Jahren aufgrund neuer Vorschriften aus einem Markt zurückzieht, einen geplanten Markteintritt verschiebt oder auf die Erschließung eines neuen Marktes verzichtet, so die Studie. Dass international neue Hürden aufgebaut werden, wird durch zwei Vergleiche deutlich: So haben sich Maßnahmen der G20-Mitglieder, die den Handel einschränken, zwischen 2010 und 2016 von 324 auf 1.263 vervierfacht. Die Zahl der Länder mit Datenschutzgesetzen hat sich zwischen 1995 und 2015 verdreifacht – von 34 auf über 100.

Welche konkreten Auswirkungen neue Regeln und Vorschriften auf die Geschäftstätigkeit haben können, zeigt die Studie ebenfalls. So sind mehr als die Hälfte der Befragten weltweit der Meinung, dass die Nutzung cloudbasierter Dienste, der Einsatz von Daten- und Analytics-Services sowie die Abwicklung von Geschäftsprozessen über unterschiedliche nationale IT-Standards hinweg durch wachsende regulative Hemmnisse erschwert werden. Zudem wird ein Anstieg der IT-Kosten erwartet.

Balance zwischen Regulierung und Freiheit schaffen

"Der Erfolg der digitalen Wirtschaft liegt in der Nutzung von Daten", unterstreicht Zettel. "Daten bilden die Grundlage für neue digitale Dienstleistungen rund um vernetzte Produkte. Dies ist eine Chance für die österreichische Wirtschaft und für unsere Unternehmer, hier einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu erarbeiten. Deshalb brauchen wir eine Balance zwischen notwendiger Regulierung und erforderlicher Freiheit."

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