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Miroslav Mikuš, unter anderem Sales und Marketing Director EMEA bei ESET
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Interview - Miroslav Mikuš, ESET

Das Ziel ist, die User zu beschützen

Ist es für einen IT-Security-Anbieter ein Vor- oder ein Nachteil, wenn das Unternehmen seine Wurzeln in der Slowakischen Republik hat? Diese Frage – und einige andere – haben wir Miroslav Mikuš, unter anderem Sales und Marketing Director EMEA bei ESET, gestellt.

von: Rudolf Felser

Miroslav Mikuš ist nicht nur Sales und Marketing Director EMEA bei ESET, sondern darüber hinaus auch Managing Director der Niederlassungen in UK und Deutschland. Er hat Management studiert und war, bevor er 2009 zu ESET stieß, unter anderem als Techniker, Datenbank-Ingenieur und bei Avnet Technology Solutions (mittlerweile ein Teil von Tech Data) als IBM Design Specialist tätig. Monitor hat mit Mikuš in Bratislava über die Entwicklung von ESET und die Ziele für die Zukunft gesprochen.

Warum ist ESET heute so erfolgreich? War es von Vorteil, aus der Slowakei zu kommen?

Es gibt nicht nur einen Faktor, der dafür verantwortlich ist, dass ESET heute an diesem Punkt steht. Ich denke nicht, dass es leichter war, weil wir aus der Slowakei kommen. Unternehmen wie unseres sind in der Slowakei selten. Es war also vielleicht eine noch größere Herausforderung, so ein Unternehmen hier aufzubauen als zum Beispiel in den USA – besonders, wenn man die Größe des Heimmarktes einbezieht. Der wichtigste Faktor ist sicher das tolle Produkt. Ein weiterer Schlüssel zum Erfolg war, dass die richtigen Entscheidungen für die Distribution getroffen wurden. Der Großteil der Welt wird bei uns von 50 bis 60 Partnern abgedeckt, in EMEA sind es ungefähr 30. Das sind alles Unternehmen, die als Distributoren für Software sehr ungewöhnlich sind. Die meisten von ihnen haben nicht wir gefunden, sondern sie haben uns kontaktiert. Als unser Distributions-Netzwerk zu wachsen begann war unser Produkt so gut, dass diese Unternehmen als sie darauf gestoßen sind und gemerkt haben, dass es in ihren Ländern nicht erhältlich ist, auf uns zugekommen sind. Das Geschäft wurde damals aus den USA gesteuert und einer der Besitzer, Anton Zajac (heute President von ESET North America), hat sich damals mit den Distributoren getroffen, Verträge unterzeichnet und die Strategie besprochen. Ansonsten hat er ihnen weitestgehend freie Hand gelassen. Das war ein einzigartiger Go-to-market-Ansatz. Andere Unternehmen hätten die Kontrolle über Marketing und Verkauf nicht aus der Hand gegeben. Das war bevor ich bei ESET angefangen habe. Ich kam vor rund acht Jahren dazu, als ESET sein Hauptquartier in Bratislava aufgebaut und das Management für EMEA aus den USA hierher geholt hat. Damals hat man auch begonnen, viel intensiver selbst Marketing zu betreiben.

Was uns immer noch von anderen Unternehmen unterscheidet, wenn wir zum Beispiel Gespräche mit potenziellen neuen Country Managern führen: Wir geben keine exakten Verhaltensweisen vor, wie sie ihre Aufgabe erledigen sollen. Es gibt natürlich Dinge, die wir zentral steuern, dort wo es Sinn macht. Aber sie sollen ihren "local flavour" hinzufügen und sicherstellen, dass diese Maßnahmen auch zur Situation auf ihrem Markt passen. Wir behandeln nicht alle Märkte gleich sondern gehen unterschiedlich auf die individuellen Gegebenheiten ein.

Diese Änderung in der Strategie, rund um die Jahre 2006 bis 2008, ist auch an der Anzahl der Mitarbeiter erkennbar. Das hat aber auch mit dem finanziellen Erfolg damals zu tun, oder?

Ja, das waren die Jahre in denen das Unternehmen beständig gewachsen ist und sich die Expansion leisten konnte.

War es eine bewusste Entscheidung zu wachsen, war es Zufall, etwa durch Verkaufserfolge in einem großen Markt, oder war es eine Kombination?

2008 haben die Märkte begonnen sich zu stabilisieren. Es gab viele Mitbewerber, aber manche davon konnten mit den wachsenden Gefährdungen nicht mithalten. Andere waren durch ihre Technologien besser darauf vorbereitet und konnten so neue User von sich überzeugen. Wie Sie vielleicht wissen hatte ESET niemals Investoren von außen, die hunderte Millionen Euro in das Unternehmen gepumpt hätten. Bei ESET wurde immer nur Geld investiert, dass vorher auch verdient wurde. Wenn wir erfolgreich waren konnten wir wieder Geld ins Unternehmen investieren. Das ist auch das Ziel der Besitzer. Ihre Motivation ist – ich weiß nicht wie ich das sagen soll, ohne dass es nach einem Klischee klingt – die User zu beschützen. Sie meinen das wirklich ernst. Das Ziel ist also nicht, sich in alles zu involvieren, was Profit abwirft. Geld wird nur in Technologien investiert die Sinn machen, um den Endkunden besser zu schützen. Sie wollen die beste Security-Software produzieren, die möglich ist. Um das zu erreichen müssen sie sich nach vorne bewegen und dürfen nicht stagnieren.

ESET-Lösungen kann man auf der ganzen Welt kaufen, ihre Umsätze sehen super aus. welche Ziele hat das Unternehmen noch für die Zukunft?

Unser Ziel ist es, die weltweite Nummer drei aller IT-Security-Anbieter zu werden. Im Moment sind wir auf Platz fünf.

Das sieht nach einem erreichbaren Ziel aus.

Es ist nicht unerreichbar. Platz vier ist schon in Reichweite, für Platz drei brauchen wir noch etwas Zeit. 

Was sind Ihre Pläne für die nächsten 30 Jahre?

Das ist sehr schwer zu sagen. Wir müssen beobachten, wohin sich die Malware-Schreiber und Hacker bewegen, um die User dann so schnell wie möglich vor diesen Bedrohungen zu schützen. Natürlich bieten wir viele Technologien die vor Gefahren schützen, die man vorher nicht genau kennt. Aber was wir entwickeln hängt stark davon ab, was die bösen Jungs tun werden. 

Bei unserem Besuch in Bratislava haben wir übrigens auch mit ESET-CTO Juraj Malcho gesprochen. Das Interview mit ihm finden Sie hier.

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