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Storage & Informationsmanag.

Speicherstrategien

Wege aus der Komplexitätsfalle

Virtualisierung gut geplant

Seit Jahren in aller Munde, gilt Virtualisierung als eine Art Wundertechnologie des Speicherbusiness. Diese hat es inzwischen ins Tagesgeschäft der Rechenzentren geschafft. "Virtualisierung macht Kapazitätsplanung ganzheitlicher", erklärt Thomas Bittman, Vice President bei Gartner. Hardware ließe sich damit, wenn gewünscht, asynchron einkaufen, zudem dauere die Bereitstellung neuer Systeme nicht mehr Wochen und Monate, sondern oft nur noch Tage. Hinzu komme vereinfachtes Management und im Laufe der Zeit ein deutlich erhöhter Automatisierungsgrad.

Doch nicht alles ist Gold, was glänzt. Forrester-Marktforscher Reichman formuliert beim Thema etwas vorsichtiger. Im Vergleich zu Server- und zuletzt auch Client-Virtualisierung würde Speichervirtualisierung geringere Auswirkungen auf den Geschäftserfolg der Unternehmen haben. Zwar preisen Anbieter die Verbindung von Speicherinseln an, doch der Mangel an architektonischen Übereinstimmungen und Probleme bei der Skalierbarkeit würden die Umsetzung behindern. Dennoch könnten Unternehmen von einer virtualisierten Storage-Landschaft "gewaltig profitieren", ein entsprechend weitsichtiges Vorgehen vorausgesetzt. Demnach sollten Firmen bei der Auswahl der Architektur besonders auf Skalierbarkeit und den Funktionsumfang der Lösungen achten. Auch solle in Pilotprojekten zunächst überprüft werden, ob das Angebot auch wirklich hält, was es verspricht.

In die Wolke gespeichert

Der Simple Storage Service von Amazon kostet in Europa 18 Cent pro Gigabyte

Die Einführung des On-demand-Prinzips bei IT-Diensten versprach neueste Technologie zum Häppchenpreis. Auf diese Weise sollten etwa Startups Zugriff auf ausgewachsene Infrastrukturen bekommen und die Großen ihre Angst vor plötzlichen Kapazitätsengpässen verlieren. Laut IDC ist nun die Zeit für Storage as a Service gekommen - wie "Software as as Service" mit SaaS abgekürzt.

Die Internet-Wolke zur Datenspeicherung bietet unter anderem Amazon im Rahmen seiner Web Services an. Die Verwendung des Simple Storage Service - kurz Amazon S3 - kostet in Europa 18 Cent pro Gigabyte. Über ein einfaches Web-Interface lassen sich dabei Daten rund um die Uhr in die Internet-Wolke speichern und von dort abrufen. Entwicklern wird Skalierbarkeit und hohe Sicherheit garantiert, immerhin betreibt Amazon auf der Hardware auch sein eigenes Geschäft. Eng verflochten mit S3 ist etwa das Business des Flickr-Mitbewerbers SmugMug. Eine Woche nachdem man bei dem Startup die erste Code-Zeile geschrieben hatte, speicherte das Unternehmen bereits sämtliche Bilder bei S3. SmugMug beziffert seine Storage-Einsparungen in einer von Amazon veröffentlichen Case Study mit rund 500.000 Dollar.

Unbeweglich und sparsam

„Virtualisierung macht Kapazitätsplanung ganzheitlicher“, Thomas Bittman, Gartner.

Mehr Ökonomie im Rechenzentrum versprechen auch Solid State Disks (SSD). Die vergleichsweise teuren Speicherlinge punkten mit geringen Betriebskosten und setzen derzeit zum Einzug im untersten Storage-tier an. Angesichts der raschen Weiterentwicklung der Technologie könnten in Zukunft Einsparungen die teureren Anschaffungskosten bald wieder aufwiegen. Ob SSDs vollständig rechenzentrumstauglich sind, gilt es allerdings erst unter Beweis zu stellen. Festspeicher können nicht so häufig überschrieben werden wie Festplatten und unterliegen beweglichem Storage daher bei der Lebensdauer.

Zuletzt präsentierte das kalifornische Unternehmen Stec auf der Storage Networking World in Florida eine SSD mit nativer Unterstützung von vier Gigabit Fibre Channel. Sollten sich Hersteller zur Integration eines solchen Festspeichers in ihre Systeme entschließen, könnte eine Trendwende bevorstehen.

Neues aus der Storage-Welt
Zukunftsmusik - InPhase Technologies, ein Spinoff der Bell Labs, hat nach einigen Verzögerungen seinen holografischen Speicher Tapestry 300r zur Markteinführung bereit. Gleichzeitig ist fraglich, ob das technologisch interessante Produkt dem Markt standhält, immerhin soll eine Einheit rund 12.000 Euro kosten. Als Archivierungslösung soll Tapestry allerdings eine kleine Ewigkeit halten: Der Hersteller nennt 50 Jahre.

Selbstheilung - Xiotech präsentierte auf der Storage Networking World eine verstärkt selbstheilende SAN-Lösung. Mit Hilfe der Technologie Intelligent Storage Element (ISE) sollen eine Reihe typischer Fehlerquellen elimniert und etwaige Zwischenfälle ohne Interventionen gelöst werden. Die mit ISE ausgestatteten Produkte Emprise 5000 und 7000 sind von einem Terabyte bis zu einem Petabyte skalierbar.

 

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MONITOR-Autoren
Mag. Carl-Markus Piswanger

Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. ..mehr..

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