Es wird viel präsentiert und diskutiert - doch wie soll ein Anwender dabei die passende ECM-Lösung für das gesamte Unternehmen finden? Fakten sind gefragt!
Auf folgende Fragen stößt man als unabhängiger Berater in der Praxis oft:
- Welche ECM-Lösungen gibt es? Und welche Funktionen können diese abdecken?
- Welche Vorteile und Möglichkeiten bieten die unterschiedlichen Produkte?
- Wie können diese Lösungen auch gemeinsam eingesetzt werden?
- Wir haben schon Microsoft Produkte im Haus, einige Abteilungen arbeiten bereits mit Funktionen wie Collaboration - wie komme ich zu einer ECM-Strategie?
ECM-Funktionen kennen und identifizieren
Zu Beginn ist es wichtig, die Begriffsvielfalt zwischen DMS, Archiv, ECM, ... zu klären. Ein Dokumenten Management System (DMS) im engeren Sinn umfasst:- Verwaltung und Strukturierung von Dokumenten in Netzwerken,
- Zugriffskontrolle,
- Darstellung auf der Basis von Dokumentenmerkmalen.
DMS im erweiterten Sinn bedeutet Enterprise Content Management (ECM) und ist ein Sammelbegriff für die sich zunehmend mischenden Systemkategorien Imaging, Groupware, E-Forms, Workflow, Archivierung, ...
Das Akronym "ECM" umfasst folgende Gebiete und Lösungen:
Capture: Darunter versteht man den Eingang und die Aufbereitung (Klassifikation, Beschlagwortung etc.) verschiedenster Informationen und Dokumente
Store: Store steht für die Kurzzeitspeicherung und die damit verbundenen Funktionalitäten wie Check-In/Check-Out oder auch der Versionierung
Deliver: Darunter wird die Bereitstellung und Verteilung der Objekte eines ECM-Systems über beliebige Ausgabekanäle verstanden (Mail, FAX, Intranet, Internet,...)
Preserve: Preserve steht für Langzeitarchivierung
Dokumentenmanagement (DM): Kernfunktionalität eines ECM mit Dokumentenablage mit Unterstützung von Metadaten, Verwaltung und Zugriffskontrolle
Collaboration: Unterstützung von Teamzusammenarbeit mit Funktionalitäten wie Teamräume, Aufgabenverwaltung, Diskussionsforum, etc.
Workflow: Workflowfunktionalität mit Workflowdesign und Runtimekomponenten. Leistungsfähige Workflowlösungen unterstützen sequentielle und parallele Szenarien
Web Content Management (WCM): Erstellung und Bearbeitung des Inhalts von Text- und Multimedia-Dokumenten für das Internet
Records Management: Kann mit "Aktenführung" oder "Schriftgutverwaltung" übersetzt werden. Im ECM-Bezug steht der Begriff für die Möglichkeit, Akten/Dokumentklassen auf Basis von Attributen (wie Aufbewahrungszeit) abzulegen und Vorgänge wie Archivieren oder auch Löschen automatisiert zu steuern
Mailmanagement: Im ECM Zusammenhang zumeist mit dem Schwerpunkt der Mailarchivierung verstanden. Darüber hinaus steht es für die Möglichkeit, Mails zu Geschäftsfällen (z.B. bestimmten Projekten) zuzuordnen.
Digital Asset Management: Ablage und Pflege von Mediadaten mit dem Schwerpunkt auf Bildern/Photos
Search: Suchfunktionalität auf Basis Metadaten und Volltext
Portal: Portalfunktionalität
Eine ECM-Lösung besteht aber nicht nur technisch aus einer Vielzahl von Komponenten, sondern in erster Linie funktional: Postkorb, elektronische Bestell-Formulare, Weiterleitung und Genehmigung von Kredit-Anträgen, Diskussionsforum für Produktentwickler, Archivierung von Versicherungs-Verträgen... und vieles mehr. Der organisatorische Teil eines ECM-Projektes ist sehr groß und kommt vor der technischen Spezifikation. ECM-Funktionen sollen Geschäftsprozesse im Unternehmen unterstützen, sie sollen das Arbeiten der Fachbereiche untereinander erleichtern und auch wirtschaftlichen Nutzen bringen.





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bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen, war nach dem Studium der Wirtschafts- wissenschaften, Organisation und Informatik zunächst mehrere Jahre als Gruppen- und Projektleiter an einem Institut für angewandte Informatik beschäftigt. Heute ist er in vielfältiger Form als freiberuflicher Management- und Organisationsberater sowie in der Weiterbildung tätig. Schwerpunktmäßig geht es dabei um die Einführung, Entwicklung und Beratung für den praxisgerechten Computereinsatz. 