Infrastruktur für das Informationsmanagement
Auf der Infrastrukturseite erfordert das Informationsmanagement eine mehrstufige Storage-Struktur, die unterschiedlichen Datenklassen Rechnung trägt. Neben primärem Speicher, der als online Speicher die höchste Performance- und Verfügbarkeitsstufe und damit auch den teuersten Speicherplatz repräsentiert, sind nearline Speicher erforderlich und unter Umständen auch offline Storage wie Tape. Performance, Verfügbarkeit und Kosten nehmen mit jeder Storage-Stufe entsprechend ab.
Software mit Klassifizierungs- und Suchfunktionen sind ein weiterer wichtiger Baustein. Unternehmen können so unter anderem juristisch erforderliche Unterlagen schneller bereitstellen, Compliance-Aspekte der Datenspeicherung erfüllen, aber auch Daten für das Informationsmanagement klassifizieren.
Die optimale Lösung vereinfacht das Datenmanagement und führt mehrere Storage-Systeme unabhängig vom Standort zusammen. Und das heißt im Einzelnen: hoher Automatisierungsgrad, zentrales Management für heterogenen Storage, richtlinienbasierte Datenmigration zwischen Storage-Ebenen, unterbrechungsfreie Datenübertragung und eine Unternehmenssicht auf Daten, unabhängig von physischen Storage-Ebenen.
Eine einheitliche Infrastruktur erlaubt zudem die effizientere Integration von Applikationen und eine nahtlose Migration. Mithilfe einer integrierten Funktionalität der Compliance-Migration lässt sich beispielsweise jedes Dokument verfolgen, das jemals aus Compliance-Gründen migriert worden war. Auch der Schutz der gespeicherten Daten vor Diebstahl und Missbrauch sollte in der Strategie enthalten sein. Verschlüsselungsappliances sorgen für umfassenden Datenschutz, da die Daten und Dokumente ohne den Schlüssel nicht lesbar sind. Die Sicherheitslatte darf folglich noch höher gelegt werden. Letztlich würde das ideale Framework auf einer festplattenbasierten Architektur aufbauen müssen, um Schlüsselfunktionen wie Klassifizierung, Security und Suchen nutzen zu können.
Die dritte und in manchen IT-Umgebungen bereits ausrangierte Technik ist Magnetbandspeicher. Tape wandelt sich vom typischen Backupmedium zu einem Archivmedium mit Langzeitperspektive. Aus Sicherheitsgründen werden ältere Bänder oder aber eine Kopie der Bänder ausgelagert. Preislich gesehen ist Tape das günstigste Medium im Vergleich zu den beiden Festplattenvarianten der online und nearline Systeme. Der Hintergrund für die Verschiebung der Bedeutung von Tape ist nicht nur die höhere Performance und Speicherkapazität einer Festplatte, sondern auch der Zwang zur schnellen Verfügbarkeit einer möglichst aktuellen Sicherungskopie.
Die Daten lassen sich am schnellsten per Snapshot-Technik auf Festplatte sichern. Ein Snapshot der Daten auf dem online Speicher wird für kurzfristige Restores dort vorgehalten und gleichzeitig auf ein zweites System - in der Regel nearline Storage - übertragen. Das Backup auf Tape würde schließlich von hier aus erfolgen.




1/2012
8/2011
7/2011


Dunja Koelwel ist freie Journalistin in München. Die studierte Juristin arbeitet für Verlage und Agenturen und betreut vor allem die Themen Internet und Business-Software aus einem strategisch- wirtschaftlichen Blickwinkel. 