Mit ihren rund 1.500 Geschäftsstellen verfügt die BAWAG P.S.K. über das flächen-deckendste Filialnetz Österreichs. Damit ist sie zugleich das Kreditinstitut mit den meisten Zahlungsverkehrs-Dokumenten der Republik. Bis zu 400.000 Belege täglich gilt es, über zentrales und dezentrales Scanning zu digitalisieren und die Daten an das Kernbanksystem in die Unternehmenszentrale in Wien zu überführen.
Eine Herausforderung, bei der die BAWAG P.S.K. auf Hard- und Software sowie das Spezialwissen der Mitarbeiter der Beta Systems Software AG vertraut. Aufgrund seiner Skalierbarkeit ist das System darüber hinaus in der Lage, den kompletten österreichischen Zahlungsverkehr in einer Fabrikabwicklung darzustellen. So wird die Idee, die um die Jahrtausendwende entstand, nämlich eine Zahlungsverkehrsgemeinschaft für ganz Österreich zu bilden, zur Realität.
2003 hat die BAWAG P.S.K. die Abwicklung ihres gesamten Zahlungsverkehrs in eine eigenständige Gesellschaft, die BAWAG P.S.K. Zahlungsverkehrsabwicklungs GmbH, ausgegliedert. Durch deren Kooperation mit anderen Instituten sollten dabei auch die Skaleneffekte bei der Verarbeitung der Zahlungsverkehrsströme in Österreich gesteigert werden. Eine wichtige Voraussetzung dafür war die Anschaffung einer modernen IT-Infrastruktur.
Das neu eingerichtete Zahlungsverkehrssystem der BAWAG P.S.K. ist die größte Anwendung ihrer Art im Finanzdienstleistungs-Sektor in Österreich. 1.500 Filialen wurden in den vergangenen Monaten mit Scanner-Hard- und Software ausgestattet sowie insgesamt drei Kleindienst Großscanner der Reihen SC 1660 und SC 80 h mit der Steuerungs-Software ProSort im zentralen Rechenzentrum der BAWAG P.S.K. an der Wiener Quellenstraße eingerichtet. 150 Arbeitsplätze wurden dort mit FrontCollect Payment ausgestattet, dem Verarbeitungssystem für den Zahlungsverkehr von Beta Systems.
Ein Drittel des österreichischen Zahlungsverkehrs
Was auch an Papierdokumenten in der Bank aufläuft, wird künftig an FrontCollect Payment weitergeleitet. Pro Jahr sind dies zwischen 80 und 100 Mio. Belege - 30% des gesamten österreichischen Zahlungsverkehrs. Es sind vor allem Überweisungs-, Bareinzahlungs- und Spendenbelege, wie sie traditionell im Postamt anfallen.
Knapp 40% der Belege werden über die Kleindienst-Hardware in der Zentrale gescannt, der Rest dezentral in den Filialen und dann als Bilddatei in die Zentrale geschickt. Dort schließt FrontCollect Payment den Medienbruch zwischen Papier und digitaler Welt, übernimmt die Interpretation, Extraktion, Korrektur und Prüfung der Daten aus den Belegen und übergibt diese an die weiterverarbeitenden Systeme im Unternehmen zur Buchung und anschließenden Archivierung. Im Herbst 2007 schaltete das Unternehmen zunächst den eigenen Zahlungsverkehr auf das System auf und verarbeitet mit den Produkten von Beta Systems seinen kompletten Input-Strom.
Die BAWAG P.S.K. ist damit auch für SEPA (Single Euro Payment Area) gerüstet, den europaweit einheitlichen Zahlungsraum. Bislang wurde in Österreich nicht mit Volldatenerfassung im Zahlungsverkehrsbereich gearbeitet. Mit SEPA ändern sich auch hier die Rahmenbedingungen. Die Belege in den Filialen werden dann zwar nach wie vor nur gescannt, doch die im Rechenzentrum eintreffenden Images müssen nicht mehr abgetippt werden, sondern FrontCollect Payment übernimmt das Auslesen und die Weiterleitung der relevanten Daten aus den Scans. Dazu Rudolf Pendl, Geschäftsführer der BAWAG P.S.K. Zahlungsverkehrsabwicklungs GmbH: "Mit der Software sind wir in der Lage, jetzt sehr einfach und für uns auch überaus kostengünstig die Belege automatisch interpretieren zu lassen und damit auch den Mandanten codierte Informationen an die Hand zu geben, die sie selber weiterverarbeiten können."
Durch die Erkennung und Analyse der eingehenden Daten durch Beta Systems Infrastruktur kann die BAWAG P.S.K. ihre Arbeitskräfte sinnvoller einsetzen und arbeitet wesentlich effizienter als zuvor. Bei ihren Rentabilitäts-Berechnungen kamen die Planer auf einen Return on Investment von 18 bis maximal 24 Monaten. Arbeitsweise, Schnelligkeit und Fassungsvermögen des bisherigen Verarbeitungssystems wurden dabei den Einsatzmöglichkeiten gegenübergestellt, die sich durch die Beta Systems Lösung mit ihren Qualitäten im Bereich der Skalierbarkeit und Mandantenfähigkeit ergeben.




1/2012
8/2011
7/2011


Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. 