9-5-2008 | Aus MONITOR 5/2008 Gedruckt am 24-04-2014 aus www.monitor.co.at/index.cfm/storyid/9954
Strategien

Kolumne: Green-IT

Zurück zu den Wurzeln

Server Based Computing rückt als grüne Alternative zu PC-Infrastrukturen in den Fokus.

Alexander Hackl

In ihren Anfängen spielte sich EDV nur auf Zentralrechnern ab. Verteilte Systeme auf Basis der heute vorherrschenden Client-Server-Architektur traten erst mit Erfindung des PCs ihren Siegeszug an. Aber in den letzten Jahren gewinnt das Konzept der serverbasierenden Datenverarbeitung - ob es nun unter dem Titel Thin Clients, Terminal-Server-Lösung oder Desktop-Virtualisierung verkauft wird - wieder deutlich an Boden.

Seit der Klimaschutz ins öffentliche Interesse gerückt ist, führen einschlägige Anbieter selbstverständlich auch das grüne Argument im Munde. Die deutsche IKT-Branchenvertretung BITKOM hat sich ebenfalls des Themas angenommen und propagiert mit einer eigenen Expertengruppe "Thin Client & Server Based Computing" als grüne Technologie, die Ressourcen spart und den Energiebedarf deutlich senkt.

Schlank und grün

Die Argumente sind einleuchtend: Auf den extrem abgespeckten Endgeräten, den Thin Clients, laufen weder Betriebssystem noch Anwendungen. Sie dienen lediglich zur Darstellung der Benutzeroberfläche und zur Übertragung der Benutzereingaben. Die eigentliche Verarbeitung spielt sich nur mehr auf einem zentralen Server ab. Die Thin Clients kommen daher ohne Festplatte, Kühlung und auch sonst mit sehr geringen Systemressourcen aus. Darüber hinaus haben sie im Vergleich zu PCs die bis zu zweifache Lebensdauer - ein zusätzlicher Vorteil in puncto Materialeffizienz und Recycling-Aufwand.

Eine Fraunhofer-Studie liefert die wissenschaftliche Bestätigung der positiven Klimaeffekte. Unter Einbeziehung von Produktion und Lebenszyklus der Endgeräte sowie der notwendigen Serverleistung verursachen demnach Thin Clients nur halb so viele Treibhausgase wie funktional gleichwertige PCs.

Dreckschleuder PC

Die größten Umweltsünder sind nicht die Rechenzentren. Laut Gartner sind PCs und Monitore für 39% des CO2-Ausstoßes der IKT verantwortlich, Server samt Kühlung nur für 24%. Die Masse macht es aus. Rund 8,2 Mio. der jährlich in den alten EU-15 beschafften PCs ließen sich durch Thin-Clients ersetzen, postuliert die Fraunhofer-Studie. Auf eine Nutzungsdauer von fünf Jahren gerechnet würde man der Umwelt damit 5,4 Mio. Tonnen CO2 ersparen. "Zurück zur Natur und den Wurzeln der EDV", könnte man als Devise ausgeben.

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