Der Name Infoniqa ist in Österreich bekannt: bereits 1988 wurde in Wels die Infoniqa Informationstechnik gegründet. Der langjährige IBM-Partner und Softwareentwickler (etwa im Bereich Portale/HR) erfuhr 2006 durch ein Finanzinvestment der Gamma Capital Partners eine neue strategische Ausrichtung.
„Es ist notwendig gewesen, sich den neuen Marktgegebenheiten anzupassen“, erläutert Manfred Terzer, seit 2006 als Managing Director verantwortlich. „Die Kunden erwarten heute zunehmend einen einzigen Ansprechpartner für ihre Lösungen. Sie erwarten Internationalität, Verlässlichkeit bei kurzen Response-Zeiten und eine rasche Berücksichtigung des technologischen Wandels – zum Beispiel in der Softwareentwicklung. Viele kleinere Dienstleister kommen hier an ihr Limit.“
Mittelfristig an die Börse
Auch für Infoniqa wäre es wichtig gewesen, eine bestimmte Marktgröße zu erreichen und sich verstärkt international zu positionieren. Seit 2006 gab es eine Reihe an Firmenübernahmen, mit denen, so Terzer, eine regionale Abdeckung im deutschsprachigen Raum und ein sinnvolle und nachhaltige Ergänzung der drei Geschäftsbereiche angestrebt wurde.
Dazu zählte unter anderem die Abrundung im Lohnbereich durch die Übernahme der Personalrabrechnungsoftware LOGA/400 in Deutschland, die Übernahme der ERP/PPS-Spezialisten FW/SRZ und IBees sowie der Ausbau des Dienstleistungssektors in der Schweiz mit Übernahme des Handels- und Systemgeschäftes von T-Systems in der Romandie. Zudem peile man mit der neuen HR-Software „engage!“ internationale Märkte an.
2007 erreichte die Infoniqa Gruppe einen Umsatz von rund 30 Mio. Euro, 2008 werde man sich, je nach Zukäufen, zwischen 40 und 50 Mio. Euro bewegen, so Terzer. Er sieht 2008 als Reifungsphase auf dem Weg zu den angepeilten 100 Mio. Euro Umsatz im Jahr 2010 an: als gute Ausgangsbasis für einen eventuellen Börsegang.
"Integration von Welten"
„Wir fokussieren uns auf drei Säulen“, erläutert Siegfried Milly, seit der Gründung 1988 an Bord. „Mittelständische Branchenlösungen im Bereich ERP/PPS mit Schwerpunkt auf die Fertigungsindustrie; brancheneutrale Lösungen mit Schwerpunkten im Bereich Personalmanagement, Lohn, E-Learning sowie DMS, Archivierung und Workflow. Außerdem sind wir Gesamtlösungsanbieter im Infrastrukturbereich bis zur Software-Individualentwicklung und dem Projektmanagement.“
Eine besondere Stärke von Infoniqa sieht Milly in der Fähigkeit, Lösungen unterschiedlicher Hersteller zu integrieren. „Dabei können wir nicht nur von unserer langjährigen Erfahrung als IBM-Partner profitieren“, so Milly. Als Partner von IBM, Microsoft, Symantec, VMware und Oracle kann man den gesamten IT-Lifecycle abdecken.
Großer Bedarf herrsche derzeit an Lösungen im Umfeld von Microsoft SharePoint, so Terzer, der darin auch ein strategisches Engagement von Infoniqa sieht: „Sharepoint ist nicht einfach ein Collaboration-Produkt, sondern zielt darauf ab, einen Standard zu schaffen.“ In diese Kerbe schlug auch die Teilnahme an den Microsoft Big Days 2008, bei denen unter anderem über die Absicherung von MS Office SharePoint-Servern referiert wurde.
Heuer war die Infoniqa Gruppe zum ersten Mal auf der CeBIT in Hannover vertreten, um sich als „IT-Vollversorger“ zu präsentieren und um den Firmennamen international bekannter zu machen. „Wir bieten unseren Anwendern Perspektiven für die Zukunft, denn sie können mit uns wachsen – funktional, aber auch international“, so Terzer.
Insgesamt werden derzeit mit rund 200 Mitarbeitern etwa 2.000 Kunden im deutschsprachigen Raum betreut. Bekannte Kundenreferenzen sind unter anderem Hilti, Intersport, Silhouette, STRABAG, REWE.




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Mag. Carl-Markus Piswanger, MAS ist freier Journalist, Projektberater und hauptberuflich IT-Architekt. Er ist ausgebildeter Versicherungskaufmann, studierter Historiker und postgradualer E-Government-Experte. Er war beim ISP Netway, der Österreichischen Post und der Seibersdorf Research beschäftigt und seit 2004 als IT-Architekt im Bundesrechenzentrum. Der Wiener ist glücklich nicht verheiratet und hat einen Sohn. 