"Zu einem anständigen Rechenzentrum gehört auch ein anständiges Sicherheitssystem", weiß Ing. Armin Schreiegg, Leiter der Datenverarbeitung bei Knauf GmbH Österreich. Diese Meinung wird leider noch nicht in jedem Unternehmen vertreten. Häufig werden die Gefahren, die von Brand, korrosiven Gasen oder Löschwasser ausgehen, unterschätzt. Tagelange Ausfälle können die Folge sein. Und was das bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen: enorme finanzielle Verluste bis hin zur Schließung des Unternehmens.
Meist findet erst nach solchen elementaren Schadensfällen ein Umdenken statt. Da ist es umso erstaunlicher, dass sich die IT-Verantwortlichen bei Knauf mit ihrer Einstellung durchsetzen konnten. Ohne offensichtliche Gefahrenquellen und Sicherheitsrisiken für die Produktion hat man sich für einen Sicherheitsraum der Firma Lampertz entschieden. "Für uns ist der Raum wie eine Versicherung. Abgeschlossen für den Fall des Falles", sagt Schreiegg.
Bestens geschützt
Knauf, im obersteirischen Weißenbach bei Liezen gelegen, ist Spezialist für Trockenbausysteme. Die Knauf-Gruppe Osteuropa ist derzeit in 20 Ländern Zentraleuropas tätig und unterhält 16 Produktionsstätten mit etwa 1.900 Beschäftigten. In Weißenbach werden die IT-Systeme der Vertriebsbüros in Wien und Linz sowie der Niederlassungen in Serbien, Slowenien, Bosnien und Montenegro betreut und verwaltet.
Anfänglich wurde zur Sicherung der Daten nur an einen Lampertz Datensafe gedacht. Dieser war allerdings für den Standort im 1. Stock des Bürogebäudes zu schwer. Deshalb folgte die Planung eines neuen Raumes im Erdgeschoß, der nun von einem LSR 9.3 umschlossen wird. Der LSR 9.3 hält bei einer Beflammung von 90 Minuten die Grenzwerte der DIN 4102 ein und darüber hinaus auch die strengeren Grenzwerte der Euro-Norm EN 1047-2 bei 30-minütiger Beflammung für die Temperaturerhöhung und relativen Luftfeuchtigkeit. Zudem ist er gas- und wasserdicht. Und Schreiegg fügt hinzu: "Nun sind wir doppelt gesichert, denn die Innenwände unseres Büros sind ja aus Knauf-Trockenbausystemen."
Einfache Montage
Der Raum wurde modular aus einzelnen Bauteilen gefertigt und konnte so flexibel an die räumlichen Begebenheiten angepasst werden. Ein sehr wichtiger Punkt, denn das neue Rechenzentrum muss nun auch den bereits im Raum vorhandenen Niederspannungsverteiler beherbergen. Was anfangs nach einem notwendigen Übel aussah, hat sich sehr schnell zu einer durchaus sinnvollen Einrichtung gewandelt. Der Verteiler nimmt nun auch die Verkabelung des Rechenzentrums in sich auf.
Fazit
Neben den gängigen Maßnahmen - redundant ausgelegte Hardware-Virenschutz-programme und Firewalls - ist die Auseinandersetzung mit möglichen physikalischen Gefahren im Rechenzentrum ein Muss - und das nicht erst nach dem Eintreten einer Katastrophe. Für Armin Schreiegg von der Knauf GmbH Österreich war die Errichtung entsprechender Sicherungsmaßnahmen selbstverständlich.
Das neue Rechenzentrum konnte nun im Jänner in Betrieb gehen. "Ich kann nur jedem empfehlen, den Umbau nicht im Winter zu beginnen. Ein halber Meter Schnee am Dach war bei der Verlegung der Klimaleitungen nicht sehr hilfreich. Aber sonst sind wir mit unserem neuen Rechenzentrum sehr zufrieden", schließt Schreiegg ab.
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