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Kommunikation

Das Reisebüro in der Westentasche

Mobile Travel Technology stachelt das Fernweh an

Auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin gewinnt Informationstechnologie weiter an Stellenwert: Der individuelle Reiseassistent wird in Zukunft zwar selbstverständlich sein, sagt die Reisebranche. Jedoch dauert es noch einige Zeit, bis das Internet auch auf kleinen Geräten wirklich flügge wird. Jedenfalls diskutierten die Experten heftig über neue technologische Reisetrends.

Auf der weltweit größten Reisemesse, der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, dominierte heuer nicht nur bunte Erholungslandschaften, sondern auch modernste Hightech. IT-Lösungen waren fast überall vertreten. In den Hallen 6.1, 8.1, 10.1 und 25 dominierte die Technik sogar das Gesamtbild. Travel Technology lautet das neue Zauberwort in der IT-Branche.

Vertreten waren nicht nur die bekannten IT-Player wie Hotelsoftware-Anbieter und Spezialisten wie Bewotec, Trust International, Partners Software, Serenata Intra-Ware, Micros-Fidelio und andere mehr. Auch die Zahl asiatischer Unternehmen aus den aufstrebenden Tourismusindustrien nimmt kontinuierlich zu. Neben Yatra Online und TI Infotech aus Indien reichte das Spektrum über thailändische Unternehmen wie Comanche Hotel Solutions bis hin zu Ausstellern aus Osteuropa, der Türkei und Ägypten.

Hinzu kamen zahlreiche innovative Start-ups, die der Konferenz neues Leben einhauchten. Denn der Megatrend lässt sich am besten unter dem Schlagwort interaktive Travel 2.0 Dienstleistungen zusammenfassen. Individuell konfigurierte Reisesuchmaschinen und Community-Portale dominieren längst die Szene. Wohl dem, der da nicht den Überblick verliert.

Silver agers, Empty nesters, Baby Boomers oder DINKS heißen die neuen Zielgruppen im Fachjargon, auf deren Bedürfnisse die Reisebranche mit individuellen Angeboten reagieren muss, berichtet die Unternehmensberatung Deloitte. Eine begleitende Fachkonferenz von PhoCusWright@ITB unterstrich den Trend, wonach klassische EDV, Softwareentwicklung, Multimedia, E- und M-Commerce weiter verschmelzen.

Blogger-Hype

Ein äußeres Kennzeichen war ein eigens angesetzter Blogger-Event, zu dem sich rund 30 der weltweit bekanntesten Tagebuchschreiber in der Szene versammelt hatten. Österreich spielt in diesem neuen Kunstmetier übrigens ganz vorne in der ersten Liga mit, ganz im Gegensatz zu Deutschland, wo es noch kaum derartige Internetseiten gibt, die neue Reisetrends in ihren Tagebüchern kritisch unter die Lupe nehmen.

Zwar wird angesichts des Medienhypes um das Web 2.0 die eine oder andere Seite bald wieder verschwinden. Spezialisierte Seiten jedoch, auf denen "Reiseblogger" im Internet auch kritische Themen und Trends aufgreifen, sorgen aber für deutlich mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zwischen den Anbietern und deren Dienstleistungen.

Auch Diskussionen über Umweltprobleme, sanfter Tourismus oder spannende neue Reiseziele machen heute im Internet sofort die Runde und finden ein breites Echo. Ein Überblick über aktuelle Blogger-Plattformen in den einzelnen Ländern findet sich auf der so genannten "T-List" unter:

http://www.happyhotelier.com

Vertriebskanäle verschmelzen

Die Verschmelzung zwischen klassischen Vertriebs- und Online-Kanälen zeigt deshalb vor allem eines: Die Nachfrage nach Reisen wird zunehmend dynamischer, weil individueller, kurzfristiger und flexibler. Durch die weite Welt des Webs ist der Reisende zudem selbst immer besser informiert, es stehen neben dem Reisebüro via TV, Call Center oder eben das Internet multiple, weitere Vertriebskanäle zur Verfügung.

Bewertungsportale gewinnen Auftrieb. Intelligente Metasuchmaschinen, die alle relevanten Angebote im Web durchforsten, helfen bei der Auswahl und bei Preisvergleichen. Selbst versteckte Zusatzkosten wie Treibstoffzuschläge beziehen intelligente Search Engines ein. Über das Digitale Schaufenster, einer innovativen Werbeplattform für Reisebüros, bieten IT-Spezialisten wie Siemens heute schon "location based Services" an, um Kunden "auf den Punkt" genau mit attraktiven Angeboten anzusprechen.

In erweiterter Form ist dies in naher Zukunft als mobile Commerce Anwendung auch auf mobilen Endgeräten des Kunden vorstellbar, maßgeschneidert auf die Vorlieben und Neigungen der potentiellen Kunden. Vielen Nutzern erscheint etwa die mobile Hotel- oder Flugreservierung immer noch als sehr umständlich, verdeutlichte eine Expertendiskussion auf der diesjährigen ITB in Berlin.

Zwar kann der Nutzer von einem technisch aufgerüsteten mobilen Endgerät wie Personal Digital Assistant (PDA) oder Blackberry aus schon heute seinen Flug buchen, etwa in den USA bei Delta Airlines über die Seite delta.com. "Nicht jeder Nutzer hat jedoch einen teuren Blackberry zur Verfügung", kritisiert Gerry Samuels, Gründer des irischen Beratungsunternehmens Mobile Travel Technologies.

Denn um wirklich in den Genuss der mobilen Reisebuchung zu kommen, benötigt auch der durchschnittliche Handy-Nutzer ein schnelles und kostengünstiges Internet. Das ist bislang nicht in Sicht, obwohl mobile Kartendienste mittlerweile auch für neue Geräte wie das iPhone optimiert sind.

Das Web lasse sich also kaum Eins zu Eins vom stationären PC aufs Mobiltelefon übertragen, bilanziert Experte Gerry Samuels. Künftig dürfte jedoch der technologische Fortschritt der Verschmelzung zwischen Web, Mobilfunk und satellitengestützter Navigation allmählich den Weg bereiten, etwa durch neue Produkte wie das iPhone, Google Android oder Nokia, das im vergangenen Jahr den Navigationsspezialisten Navteq für immerhin 5,4 Milliarden Euro übernahm.

Negativ zu Buche aus Kundensicht schlagen jedoch nicht nur die teuren Einwahlgebühren ins mobile Web. Zu umständlich ist außerdem das Scrollen mit den kleinen Alleskönnern durch Suchmaschinen wie Google. Hinzu kommt, dass die Homepages der meisten Hotels oftmals noch gar nicht für die mobile Nutzung optimiert sind.

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Mobile Business

Der Markt für mobile Unternehmenslösungen kommt in Schwung. Hohe Bandbreiten und attraktive Tarife steigern die Nachfrage bei Standardprodukten wie Mobiles Breitband und Mobile E-Mail. Immer öfters setzen Firmen auch auf spezielle Branchenlösungen. Zu den Vorreiterbranchen in Österreich zählen das Gesundheits- und Sozialwesen sowie die Industrie.

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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