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Thema: Infrastruktur

Die Basis derInfrastruktur

Strukturierte Verkabelung

Wie bekomme ich die richtige Verkabelung?

Der Tera-Stecker sieht so aus: Keine Ähnlichkeit mit einem RJ-45-Stecker - bedeutet auch, dass die Patchkabel etwas teurer sind und defakto dem Kunden nichts bringen, da Switchhersteller wie Cisco, Nortel, Enterasys usw. nur einen RJ45- Stecker haben.

Jedes Unternehmen sollte einen Verkabelungsstandard kreieren. Das bedeutet, dass man einmal definiert, welche Anforderungen im jeweiligen Unternehmen zu berücksichtigen sind. Wird z. B. SAP eingesetzt, sollten Sie der Leistungsfähigkeit zuliebe an Gigabit-Ethernet denken. Dazu brauchen Sie die Verkabelungsklasse D mit Kategorie 5 Komponenten. Denn die Schwerpunktfrequenz von Gigabit Ethernet liegt bei ca. 80 MHz.

Gegen etwaige Einwände der Anbieter wie "Das ist ja nicht mehr zeitgemäß, man muss heute unbedingt Kategorie 7 oder Kategorie 7A Komponenten verbauen" finden Sie im Folgenden einige Grundlagen für Ihre Argumentation:

  • Kategorie 5 Komponenten mit einem Frequenzbereich bis 100 MHz Klasse D, ermöglichen Ethernet Applikationen mit 10,100 und 1.000 MBit/s.
  • Kategorie 6 Komponenten mit einem Frequenzbereich bis 250 MHz Klasse E ermöglichen Ethernet Applikationen mit 10,100,1.000 und 10.000 MBit/s (Manche Systeme schaffen auch die Parameter um 10.000 MBit/s zu übertragen, jedoch ist eine Nachmessung erforderlich).
  • Kategorie 6A Komponenten mit einem Frequenzbereich bis 500 MHz Klasse EA ermöglichen Ethernet Applikationen mit 10,100,1.000 und 10.000 MBit/s
  • Kategorie 7 Komponenten mit einem Frequenzbereich bis 600 MHz Klasse F ermöglichen Ethernet Applikationen mit 10,100,1.000 und 10.000 MBit/s
  • Kategorie 7A Komponenten mit einem Frequenzbereich bis 1.000 MHz Klasse FA ermöglichen Ethernet Applikationen mit 10,100,1.000 und 10.000 MBit/s

Wichtig ist auch noch, dass Kategorie 7 und 7A nicht mit einem RJ45 Steckgesicht ausgestattet sind:

  • GG45 schaut aus, als ob es ein RJ45 Steckgesicht ist, jedoch werden die mittleren Paare nach links und rechts unten geklappt. Dies geschieht mittels Kippschaltern im Inneren des Steckers.
  • Der Tera Stecker sieht so aus: Keine Ähnlichkeit mit einem RJ 45 Stecker - bedeutet auch, dass die Patchkabel etwas teurer sind und defakto dem Kunden nichts bringen, da Switchhersteller wie Cisco, Nortel, Enterasys usw. nur einen RJ45 Stecker haben.

Ein Blick in die Praxis

GG45 schaut aus, als ob es ein RJ45 Steckgesicht ist, jedoch werden die mittleren Paare nach links und rechts unten geklappt. Dies geschieht mittels Kippschaltern im Inneren des Steckers.

Die Mindestanforderung für Gigabit Ethernet sind Komponenten der Kategorie 5. 95% der österreichischen Unternehmen nutzen heute 10 und 100 MBit/s als Übertragungsgeschwindigkeiten in ihren Netzen. Also 1/100 bis zu 1/10 dessen, was über ein Klasse D System übertragbar ist.

Ich kenne Installationen aus dem Jahre 1999 - da gab es den ersten Hype mit Kategorie 7-Kabel und Kategorie 6-Komponenten mit der Begründung: Wenn Sie mal Kategorie 7 benötigen, dann brauchen Sie nur die Steckverbindung der Verkabelungsstrecken austauschen. Heute kenne ich kein einziges Unternehmen, das dies getan hätte. Vielmehr kenne ich Aussagen von Herstellern, die im Jahr 2002 und 2003 zugaben, dass die Kategorie 6-Komponenten die bis dahin verbaut wurden, nicht der Kategorie 6 entsprachen. Inzwischen hat man diese Problematik im Griff. Aber: Wenn man nur 1/10 der möglichen Übertragungsrate nutzt, ist das so ähnlich, als ob man mit einem 500 PS Auto auf der Autobahn mit 130km/h unterwegs ist.

In Zukunft wird man sicher 1GBit/s verwenden können und es wird da und dort Probleme geben. Aber da sorgt die Industrie schon für den nächsten Hype: 10GBit/s wird als das einzig Wahre bezeichnet und zwar über eine geschirmte Kategorie 7 oder 7A Verkabelung. In Wahrheit kann das aber eine Kategorie 6 Verkabelung auch.

Umfassende Information

Gerhard Lagler ist selbständiger Berater für strukturierte Verkabelungssysteme sowie allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger für strukturierte Verkabelung; Mitglied bei BiCSi, IEEE, CENELEC, ÖVE; Vortragstätigkeit: ÖVE Akademie, KFE

Wichtig ist also, sich ganzheitlich zu informieren und eine spezielle Lösung zu finden. Dies erreichen Sie, indem Sie einen Unternehmensstandard definieren. Ihr gutes Unternehmen soll ja auch auf eine passende Verkabelungsinfrastruktur zurückgreifen können. Aktiennotierte Unternehmen sind da Vorreiter, den sie werden bereits entsprechend geprüft. Da müssen die Abläufe definiert sein, es gibt eine Überprüfung der Verkabelungsinfrastruktur mit Themen wie Wegeredundanz, Ausfallrechenzentren usw.

Um Ihnen die Kosten beim Ausfall Ihrer Verkabelung vor Augen zu führen, hier ein praktisches Beispiel von einer Fertigungsstraße in der Automobilindustrie; Pro Tag sollen 600 Fahrzeuge gefertigt werden. Im Probelauf waren es nur 200. Warum? Nein, nicht weil die Angestellten zu langsam gearbeitet hätten. Schuld war die Kupferverkabelung, die nicht korrekt installiert wurde, durch Störungen am Schirm des Kabels dauerte ein Ping 20 Sekunden. Lösung: Austausch der gesamten Infrastruktur in einer aufwändigen Aktion. Die Kosten verdreifachten sich letztlich. Der Schaden für das Unternehmen liegt bei einem angenommenen Herstellungspreis pro Fahrzeug von 20.000 Euro bei acht Millionen Euro pro Tag.

Vergleichen Sie auch, was in Ihrem Unternehmen jährlich für Lizenzierungskosten der verwendeten Software ausgegeben wird und dann vergleichen Sie diese Kosten mit denen der Verkabelungsinfrastruktur. Sie werden aus dem Staunen nicht herauskommen.

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