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Thema: Infrastruktur

Die Basis derInfrastruktur

Strukturierte Verkabelung

Damit in einem Unternehmen viele Leute mit ihrem PC arbeiten können, benötigt man immer noch eine Verbindung zwischen den PCs. Das sind heute Kupfer- und Glasfaserkabel, für manche Bereiche auch drahtlose Verbindungen. Während aktive Komponenten wie Switches, Router und vor allem die Server zu den Liebkindern der IT-Verantwortlichen zählen, werden die "dummen" Kabel oft übersehen.

Gerhard Lagler

„Sauberer“ Verteilerschrank

Doch über diese "dummen" Kabel werden die für jedes Unternehmen wertvollen Daten übertragen. Dabei bildet die Verkabelung die Basis für die Infrastruktur. Sie ist das Fundament - und je besser das Fundament, umso stabiler steht das "Gebäude" darauf. Leider wird dies nicht immer von allen Beteiligten so gesehen. Planer, Bauherrn oder Endnutzer wollen zumeist hohe Qualität zum günstigsten Preis - und wenn es später Probleme geben sollte: ein Tausch der Verkabelung ist nicht so einfach zu bewerkstelligen wie der Austausch eines PCs.

Qualität ist wichtig

Genau betrachtet bedeutet Qualität (lateinisch "qualitatis": Beschaffenheit, Verhältnis, Eigenschaft) eigentlich die "Beschaffenheit". Das bezeichnet die Gesamtheit der wesentlichen Eigenschaften und Beziehungen von Objekten beziehungsweise Prozessen in einem bestimmten Zeitintervall, durch die sie sich von anderen Objekten beziehungsweise Prozessen unterscheiden können.

„Unsaubere“ Verkabelung

Laut ISO 9000 ist Qualität die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produktes oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen. Die ISO 9000:2000 definiert Qualität als "Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale Anforderungen erfüllt" (ISO 9000:2000: S. 18). Eine höhere Qualität bedingt in der Regel auch höhere Kosten. Hier muss entsprechend den Vorgaben aus der strategischen Planung ein Kompromiss gefunden werden.

Dazu ein Beispiel: Ein Unternehmen mit 400 Mitarbeitern möchte in ein neues Gebäude übersiedeln. Die Standortfragen sind geklärt, alle Rahmenbedingungen mit dem Betriebsrat besprochen. Was meistens unbeachtet bleibt, ist die Verkabelungsinfrastruktur. Im vereinbarten Quadratmeterpreis ist dann auch "die Verkabelung" enthalten. Das böse Erwachen kommt meist, wenn der IT Beauftragte des Unternehmens das hinterfragt. Da sind dann z. B. zwei Anschlüsse pro Arbeitsplatz vorgesehen. Pro Etage finden 70 Mitarbeiter Platz, das ergibt 140 Strecken. Natürlich werden auch vier Unterverteiler pro Etage vorhanden sein. Was aber, wenn das Unternehmen vier Anschlüsse pro Arbeitsplatz und nur einen Verteiler pro Etage und 90 Mitarbeiter unterbringen will? Das wird dann teuer: Der Vertrag ist unterschrieben, es bleibt nur mehr die Bezahlung der Sonderwünsche übrig.

Einfluss auf die Qualität der Verkabelungsstrecke erzielen Sie dadurch aber auch nicht - Sie bekommen das, was sich jemand anders überlegt hat. Niemand fragt nach, welchen Normen und Standards diese Verkabelung entspricht. Ist z. B. Kategorie 7 installiert, könnte das bedeuten, dass Sie alle Anschlusskabel austauschen müssen. Oder ist vielleicht nur das Kabel der Kategorie 7 entsprechend und die Anschlussdosen entsprechen der Kategorie 6?

Sind dann alle eingezogen, wird die IT-Abteilung gerufen: Das Netzwerk ist zu langsam, man kann nicht drucken usw. Werden dann zur Beruhigung "Pflaster" auf die klaffenden Wunden gelegt (leistungsstärkere PCs, Switche und Server), hilft das meist gar nichts. Die so entstehenden Kosten lassen sich gut mit einem Eisberg vergleichen: Man sieht nur dessen Spitze, der ganze Eisberg bleibt aber unter der Oberfläche verborgen.

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