Mit der Zukunft auf du und du
Zu den Technologien, die IT-Verantwortliche im Auge behalten sollten, zählt insbesondere 10 Gigabit Ethernet (10GbE). Dieses wird laut dem Report großen Einfluss auf zahlreiche Innovationen haben, darunter verteiltes Computing und die Formfaktoren bei Servern.
Entscheidend für den Durchbruch von 10GbE ist, dass optische oder teure CX4-Verkabelung nicht mehr unbedingte Voraussetzung sind. Ein wichtiger Schritt wurde mit der Schaffung des IEEE-Standards P802.3an-Standard getan, der 10GbE auch über Twisted Pair oder Kupferverkabelung der Kategorie 6 oder höher ermöglicht. Wichtig ist in weiterer Folge auch die Integration von 10GbE auf Motherboards. Bis 2010, so die Schätzung von Kutz und seiner Kollegen, könnte die Technologie schließlich der allgemeine Standard sein.
Im Zuge von 10GbE gilt das Augenmerk auch Remote Direct Memory Access (RDMA), dessen Anlaufschwierigkeiten auf die hohen technischen Anforderungen zurückzuführen sind. Neben der anspruchsvollen Netzwerkdurchsatzrate, sollten nach ursprünglicher Einschätzung auch so genannte TCP/IP offload engines (TOEs) benötigt werden, um den hohen Traffic zu verarbeiten. Angesichts der stark zugenommenen Rechenleistung seien TOEs aber nicht mehr notwendig, so die Autoren.
Die Kombination der Technologien dürfte die Herzen von Rechenzentrumsadministratoren höher schlagen lassen: Diese könnten über RDMA und 10GbE einem Cluster zusätzliche Netzwerkknoten hinzufügen und hätten damit nahezu unbeschränkte Skalierbarkeit zur Hand. Die große Zeit monolithischer Server-Lösungen dürfte spätestens dann vorüber sein.
Burton Group
Burton Group ist ein Beratungs- und Marktforschungsunternehmen, das sich unter anderem auf Themen rund um IT-Infrastruktur und -Architektur konzentriert. Laut eigenen Angaben stammen rund 80 Prozent der Kunden aus dem Nicht-IT-Bereich, womit man die Herstellerunabhängigkeit herausstreicht.
Der Begriff "katalysieren" wird bei Burton Group häufig verwendet, um wirkungsvolle Strategien für Veränderungen im IT-Bereich zu beschreiben. Entsprechend heißt die wichtigste Konferenz des Unternehmens "Catalyst Conference". Diese findet vom 23. bis 27. Juni 2008 in San Diego statt.
- Die Expertise der IT-Mannschaft mit bestimmten Herstellern berücksichtigen. Laut Burton Group wird dies erstaunlich oft außer Acht gelassen.
- Ebenso: Beziehungen zu Herstellern nutzen, etwaige kombinierte Angebote in Anspruch nehmen. Und auch bei harmonischen Herstellerbeziehungen immer wieder die Rute ins Fenster stellen und sich im Portfolio der Konkurrenz umsehen. Auch andere Mütter haben schöne Töchter.
- Vor der Plattformentscheidung überprüfen, ob Stromversorgungs- und Hitzeableitungsanforderungen erfüllt werden können.
- Steht Virtualisierung am Plan? Dann muss die Plattform in der Lage sein, zahlreiche CPUs, Netzwerkadapter sowie ausreichend Speicher zu unterstützen. Zudem beim Prozessorkauf auf Konsistenz achten. Laut Kutz setzen Live Migration-Technologien wie "VMWare VMotion" und "XenSource Live Migration" dieselbe Prozessorenmarke bei Ausgangs- und Zielserver voraus.
- Direct Attached Storage (DAS) ist in Unternehmen noch beliebter, als dies SAN-Anbietern (Storage Area Network) lieb ist. Wer sich DAS als Option offen halten will, muss dies beim Server-Kauf berücksichtigen.



7/2011
6/2011
5/2011


Dr. Christine Wahlmüller-Schiller ist freie Autorin und Kommunikationsberaterin, spezialisiert auf die IT- und Telekom-Branche. 