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Mobilfunk & Gesundheit

Aktuelle Studienlage kein Hinweis auf Gefährdung

Zu diesem Schluss kommt der "Wissenschaftliche Beirat Funk" (WBF) offizielles beratendes Gremium des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT).

Am WBF-Expertenforum 2008 (Konsensus-Konferenz) nahmen zwölf Wissenschafter aus Naturwissenschaft und Medizin teil; einerseits die im WBF vertretenen Experten und andererseits eine Reihe externer Experten aus Deutschland und Österreich. Nach eingehender Analyse, Bewertung und Diskussion von insgesamt 68 wissenschaftlichen Studien/Arbeiten, die zwischen August 2006 und Jänner 2008 publiziert wurden, kamen die Experten – einstimmig – zu folgendem Konsens: Es gibt keinen Beweis, dass es bei Einhaltung der Grenzwerte eine gesundheitliche Gefährdung im Umgang mit dem Mobilfunk gibt.

Der WBF wurde 2004 auf Initiative einiger österreichischer Wissenschafter gegründet, mit dem Ziel, die öffentliche Diskussion über die Auswirkungen des Mobilfunks auf die menschliche Gesundheit auf wissenschaftlicher Basis zu führen. Im Dezember 2007 berief der Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie den WBF zu seinem offiziellen beratenden Gremium in allen Fragen rund um die Thematik „Mobilfunk und Gesundheit“, wobei der WBF nach wie vor in seiner Expertise und in seinem Selbstergänzungsrecht vollkommen unabhängig ist.

„Nicht nur die Zahl der wissenschaftlichen Studien zum Thema ‚Mobilfunk und Gesundheit’ ist in den letzten beiden Jahren angestiegen, auch jene der erfassten Fachgebiete. Deshalb haben wir weitere Wissenschafter zur Mitarbeit eingeladen“, so Univ.-Prof. DI Dr. Norbert Vana, Professor an der TU Wien (Atominstitut der Österreichischen Universitäten, Bereich "Strahlenphysik, Strahlenschutz, strahlenphysikalische Archäometrie, nukleare Messtechnik") und Vorsitzender des WBF.

Studien, die vom WBF zur Meinungsbildung herangezogen werden, müssen wissenschaftlichen Mindestanforderungen entsprechen. Dazu gehören Kriterien wie Nachvollziehbarkeit, Reproduzierbarkeit, eindeutig nachgewiesene Kausalität und die klare Unterscheidung zwischen biologischen und tatsächlich gesundheitsrelevanten Effekten. Zusätzlich erforderlich sind die Konzeption, Leitung und Durchführung der Studie durch wissenschaftlich allgemein anerkannte Experten sowie die Publikation der Arbeit in einem ebensolchen Fachmedium.

Dazu Univ.-Prof. Dr. Christian Wolf, Leiter der Arbeitsmedizinischen Ambulanzen an der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin II und Stv. Vorsitzender des WBF: „Für unseren Experten-Konsens ist das wissenschaftliche Gesamtbild ausschlaggebend. Unsere Aussagen werden nie an einer einzelnen Studie festgemacht. Nicht selten erweisen sich – auf den ersten Blick wissenschaftlichen Kriterien durchaus entsprechende – Arbeiten bei genauerer Prüfung als mangelhaft oder nicht aussagekräftig.“

Im Rahmen des WBF-Expertenforums 2008 wurde grundsätzlich festgestellt, dass sich die wissenschaftliche Qualität der Studien in den letzten Jahren weiter verbessert hat. „Diese Entwicklung ist sehr zu begrüßen. Wir haben alle Studien auch in Hinblick auf die Erfüllung dosimetrischer Gesichtspunkte analysiert und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass nur mehr rund 10% der Arbeiten eine unzureichende Dosimetrie aufweisen“, betont Prof. Vana.

Ein interessanter Aspekt sei auch – so Prof. Vana – die wichtige Rolle des Auftraggebers von Studien: Die höchste Qualität (Design, Auswertung) findet sich bei Studien, die von der öffentlichen Hand und der Industrie gemeinsam finanziert wurden. Bei Studien, die durch staatliche Stellen oder Non-Profit-Organisationen allein finanziert wurden, zeigte sich eine Überschätzung der Effekte, bei nur von der Mobilfunk-Industrie in Auftrag gegebenen Arbeiten, eine Unterschätzung.

Fazit

Der Wissenschaftliche Beirat Funk kommt zu dem Schluss, dass die gegebenen  Grenzwerte ausreichend sind. Es gibt derzeit keinen Beweis, dass es bei Einhaltung der Grenzwerte eine gesundheitliche Gefährdung im Umgang mit dem Mobilfunk gibt.

Obwohl sich die Qualität der in den letzten zwei Jahren erschienenen Studien im Allgemeinen stark verbessert hat, wird in folgenden Bereichen Forschungsbedarf gesehen:

  • Epidemiologische Studien zu möglichen Langzeiteffekten bei Kindern und Erwachsenen
  • Grundlagenforschung zu Mechanismen und Modellen
  • Weitere dosimetrische Untersuchungen zur Energieaufnahme im menschlichen Körper

Der WBF stellt außerdem fest, dass im Hinblick auf die Einführung und Verwendung neuer Technologien grundsätzlich ein umsichtiger Umgang mit diesen Technologien sinnvoll ist.

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MONITOR-Autoren
Christian Henner-Fehr

Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. ..mehr..

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