Zum Vergleich: Herkömmliche LCD-Displays kommen auf etwa 450-650 cd/m², sie können aber kein vollständiges „Schwarz“ liefern, da die geringere Bilddynamik nach oben und unten Grenzen setzt. Die besten TV-Heimprojektoren kommen an der Linse gemessen auf ein Kontrastverhältnis von 50.000:1 bei einer Helligkeit 1.600 ANSI-Lumen. Eine Angabe der Leuchtdichte in cd/m² ist bei Projektion nicht sinnvoll, da vom Projektionsabstand abhängig. „High Dynamic Range“ (HDR) nennt Dolby die Technologie. Gewinner sind bei HDR auch die Halbtöne mit sehr fein gestuften Übergängen.
Das Geheimnis dahinter ist das Backlight, welches für alle LCD-Displays benötigt wird, weil die einzelnen Pixel „passiv“ sind, d.h. nicht selbst strahlen. Das von SIM2 entwickelte, direkt hinter dem Flüssigkristallschirm befindliche Rücklicht verwendet 1.838 Leuchtdioden, um das 46-Zoll-Display (1,16 m Bilddiagonale) von hinten gleichmäßig auszuleuchten. Der 16:9-Bildschirm hat 1.920x1.080 Pixel, deren Luminanz schrittweise mit 16 bit „Tiefe“ gesteuert wird. Bei der Dolby HDR-Technologie wird zunächst das Standard-Videosignal (8 bit) Bitframe für Bitframe analysiert und auf 16 bit „gedehnt“. Dann werden für alle LEDs einzeln die benötigten Treiberpegel ermittelt und so ein bildabhängiges Rücklicht neu berechnet. Das liefert brillante Farbdetails bei gleichzeitig sanft abgestuften Farbübergängen. Auch hier zum Vergleich: Gute Heimprojektoren bieten 10 bit Tiefe an, was deutlich hinter der HDR-Entwicklung zurückbleibt.
Die heutigen LCD-Fernsehgeräte arbeiten standardmäßig mit Kaltkathodenröhren für das Rücklicht. Sie sind um den Faktor 2 bis 3 billiger als das von Dolby/SIM2 erstmals demonstrierte LED-Rücklicht mit seinen fast 2.000 Elementen. Um das „Superbild“ zu optimieren, werden auch noch spezielle Treiber-Chips benötigt: Sie müssen erheblich schneller sein als die Video-Refresh-Rate. Das alles treibt die Kosten. So bleibt also abzuwarten, ob bei ständig fallenden Preisen für die LCD-Flachbildschirme der Kunde für den HDR-Bildschirm mit höchster Bildqualität auch einen höheren Preis zahlen würde.


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Mag. Dominik Troger gehört seit 1992 zum MONITOR-Team. Er begann als News-Redakteur und betreute viele Jahre die MONITOR Weiterbildungsbeilage "Job Training". Seit dem Jahre 2000 war er als Chef vom Dienst tätig, mit Dezember 2009 übernahm er die Chefredaktion. 