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Studie: IT-Trends 2008

IT-Leiter im Spagat zwischen Technik-Dienstleister und Partner des Managements

Portale, Kundenbeziehungsmanagement und Mobillösungen zählen zu den zentralen Investitionsbereichen der nächsten fünf Jahre und werden mehrheitlich Budgetzuwächse verzeichnen können. Dies gilt auch für Business Intelligence, also die IT-gestützte Aufbereitung von Geschäftsdaten. So eine aktuelle IT-Trend-Studie vom Berater Capgemini Österreich, die heute präsentiert wurde.

Auf der aktuellen Agenda 2008 der IT-Leiter stehen jedoch andere Themen an der Spitze: IT-Security war und bleibt das Thema Nummer eins bei den IT-Leitern. IT-Infrastruktur/IT-Servicemanagement liegt zwar an zweiter Stelle, muss sich allerdings trotz der derzeit hohen Bedeutung in den nächsten Jahren mit kleiner werdenden Budgets begnügen - hier wird nur noch investiert, um mittel- und langfristig die Kosten zu senken. Business Intelligence folgt auf der Agenda auf Platz drei und kann damit sowohl bei der aktuellen Aufmerksamkeit punkten als auch bei den künftigen Budgets.

Zentrale Herausforderung für IT-Leiter wird in den nächsten Jahren die Weiterentwicklung zum Business Partner: "Es zeichnet sich der Spagat zwischen Dienstleister und Business Partner ab. Die Richtung ist klar, allerdings ist der Weg dorthin noch nicht gefunden", erläutert Dr. Josef Matulka, Mitglied der Geschäftsleitung bei Capgemini Österreich. Das zeigt die aktuelle Ausgabe der IT-Trends Studie des Beratungs- und IT-Dienstleistungsunternehmens Capgemini. Für die Ausgabe 2008 der jährlichen Untersuchung wurden knapp 100 Großunternehmen aus dem deutschsprachigen Raum befragt. In Österreich wurden insgesamt 31 Unternehmen interviewt, die heimischen Ergebnisse fügen sich in die erhobenen Trends der Studie ein.

Kostendruck zu Lasten von Innovationen

Die IT-Leiter gehen mit insgesamt leicht steigenden Budgets in das Jahr 2008, aber für Innovationen steht weniger Geld als in den Vorjahren zur Verfügung. Die Quote sinkt und liegt inzwischen bei 22% (Österreich 20%), so dass Neuerungen durch Einsparungen an anderer Stelle finanziert werden müssen. "Wer die Innovationskraft der IT nutzen will, muss das auch bei den Ausgaben angemessen berücksichtigen. Sparen ist die eine Sache, gezielte Investitionen sind die andere", so DI Bernd Bugelnig, Vice President bei Capgemini Österreich und verantwortlich für den Bereich Softwareentwicklung und Systemintegration.

Spagat zwischen internem Dienstleister und Partner des Managements

Seit einigen Jahren wird immer wieder die notwendige Orientierung der IT-Abteilung hin zu den Geschäftseinheiten propagiert. Die Antworten auf die Frage "welche Rolle soll der IT-Leiter zukünftig in Ihrem Unternehmen einnehmen" unterstreichen das: die Rubrik "Business Partner des Managements" wird von fast 90% der befragten IT-Leiter genannt. Ihr derzeitiger Status sieht jedoch immer noch anders aus. Knapp 80% sehen sich heute als IT-Dienstleister, nur etwas mehr als 50% (in Österreich immerhin 67%) als Business Partner. "Die IT-Leiter sind immer noch tief im Tagesgeschäft gefangen, sodass es ihnen schwer fällt, sich vom reinen IT-Dienstleister zum angesehenen Business Partner zu entwickeln, der vollverantwortlich die technischen Lösungen für die Umsetzung geschäftlicher Anforderungen liefert", so Bugelnig.

Anteil der Eigenleistung sinkt geringer als erwartet

Der Anteil der im eigenen Haus erbrachten IT-Leistungen wird den aktuellen Daten zufolge weniger stark sinken als in den vergangenen Jahren prognostiziert. Am stärksten lagern die Unternehmen die Softwareentwicklung aus. Hier sinkt der Eigenfertigungsanteil in den kommenden fünf Jahren von einem heute schon niedrigen Niveau von 32% auf 25%. Bei der Infrastruktur und den Anwendungen nimmt die Eigenleistung von heute etwa 50% auf etwa 37% bei Infrastruktur beziehungsweise 44% bei den Anwendungen ab. Bugelnig schlussfolgert: "Die Industrialisierung der Informationstechnologie ist auf einem guten Weg. Das Vertrauen in die externen IT-Dienstleister hat zugenommen."

SOA wird erwachsen

Nach Jahren einer technischen Debatte um Service-orientierte Architekturen (SOA) nimmt nun die geschäftliche Dimension zu. Vor allem die "höhere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit an neue Anforderungen" wird von 95% der befragten IT-Leiter als Motivation für den Einsatz von SOA betont. Die Flexibilität erstreckt sich auch auf die Ebene der Integration von Standard- und Individualsoftwarekomponenten. Mehr als 50% sehen durch SOA die Chance, sich unabhängiger von den Standardprodukten zu machen und Spezial- oder Branchenlösungen wie auch Individualsoftware leichter integrieren zu können. "Der Nutzen von Standardsoftware wird damit wieder individueller", fasst Bernd Bugelnig von Capgemini zusammen.

http://www.at.capgemini.com

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Alexandra Riegler

Alexandra Riegler arbeitet als freie Journalistin in den USA. Zu ihren Spezialgebieten zählen die Themen Technologie und Forschung. ..mehr..

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