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IKT-Ausbildung Teil 4

IT ist nicht "in": Unis und FHs kämpfen um Maturanten

Im vierten Teil der großen Monitor-IT-Ausbildungsserie haben wir Vertreter der Ausbildungsinstitutionen und der Wirtschaft zur großen Gesprächsrunde geladen. Thema: "IT-Ausbildung in Österreich - Chancen und Probleme".

Totale der Gesprächsrunde von vorne im Uhrzeigersinn: Moderatorin Christine Wahlmüller, Bernd Lauer/TA, Erich Schikuta/Uni Wien, Christian Malus/FH des bfi, Werner Fritz/FH Joanneum, Wolfgang Gmeinbauer/BEKO, Gabriele Kotsis/Uni Linz, Hans-Georg Mayer/Kapsch CarrierCom

Wunderbar sieht es heute - fast fünfzehn Jahre nach Gründung der FHs - in punkto Ausbildungsmöglichkeiten aus. Allein: Die Maturanten wollen nicht mehr IT studieren. Und trotz vieler Initiativen geht der Frauenanteil wieder zurück. Dem jetzt schon vielfach beklagten Facharbeitermangel ist damit in naher Zukunft Tür und Tor geöffnet.

Ohne IT läuft heute gar nichts mehr. Wer in der globalisierten modernen internetbasierten Kommunikationsgesellschaft mithalten will, braucht die IT wie Wasser und Brot - sowohl im Business - als auch im Privatbereich. So gesehen ist ein Beruf in der IT-Branche eine absolut gute und richtige Investition in die Zukunft. Allerdings auch ein beinharter. Denn der Hire-and-Fire-Alltag ist allgegenwärtig, und der Umgang mit weiblichen und älteren Arbeitskräften in der Branche ist nicht gerade zimperlich. Vielleicht schreckt das viele Maturanten ab, ein IT-Studium zu beginnen.

Dabei ist die Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre im IT-Ausbildungsbereich geradezu á la Schlaraffenland: Aus einer schier unüberschaubaren Fülle an Angeboten in allen Bundesländern, insbesondere natürlich Wien, können angehende Studenten ihr Lieblingsstudium auswählen.

Totale (Rest der Runde) im Uhrzeigersinn, beginnend vorne rechts: Werner Fritz/FH Joanneum, Wolfgang Gmeinbauer/BEKO, Gabriele Kotsis/Uni Linz, Hans-Georg Mayer und Thomas Schöpf/beide von Kapsch CarrierCom, Heinz Dobler, FH Hagenberg, Walter Hanus/IVM, Helmut Gollner/FH Technikum Wien, Thomas Fischer/FH Campus Wien

"Am Anfang hatten die Unis sicher Angst vor der neuen Konkurrenz, dass ihnen damit die Studenten abhanden kommen. Aber wie das so ist, Konkurrenz belebt das Geschäft", erinnert sich Erich Schikuta, Vizedekan an der Fakultät für Informatik der Universität Wien, der dann gleich auf die österreichische Ausbildungsstruktur einging: "Ich halte von allen drei Bereichen: HTLs, Universitäten und FHs sehr viel - sie arbeiten komplementär zusammen". Schikuta legte allerdings gleich ein provokantes Statement nach: "Für mich ist die Vision der universitären Ausbildung Leadership, bei der FH liegt der Hauptfokus auf der Kompetenz".

Womit die Diskussion gleich ordentlich in Schwung kam. "Persönlichkeit, Technik, Wirtschaft - dieses Drei-Säulen-Modell prägt die FH, ich sehe eigentlich die rundere Ausbildung in Richtung Leadership bei den FHs", konterte Helmut Gollner, Studiengangsleiter Wirtschaftsinformatik an der FH Technikum Wien, mit 2.500 Studierenden derzeit die größte FH in Österreich. "Die FHs haben Ende der 90-er Jahre mit ihrem Angebot für berufstätige Studierende begonnen eine Nische zu bedienen", erläuterte Thomas Fischer von der FH Campus Wien, der damit auf eine immer größer werdende Nachfrage einging: Die IT-Aus- (bzw. Weiter-)bildung neben dem Job. "FH-Absolventen können sehr vielfältige Berufspositionen bekleiden, das kann sehr wohl auch schon eine Führungsposition ein", zeigte sich Christian Malus, Studiengangsleiter "Projektmanagement und Informationstechnik" an der dritten Wiener FH des bfi (Berufsförderungsinstituts), von den Qualifikationen "seiner" Absolventen überzeugt. Man müsse sicher die Positionierung Kompetenz versus Leadership differenzierter sehen, gab sich Werner Fritz, Studiengangsleiter Informationsmanagement von der FH Joanneum, kompromissbereit, da es sowohl an Unis als auch an den FHs unterschiedliche Studiengangsprofile gibt.

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Serie: IKT-Ausbildung

Wer in Österreich eine Ausbildung im Bereich Informations- technologie (IT) oder Telekommunikation (TK) anstrebt, hat die Qual der Wahl. Universität oder doch Fachhoch- schule? Informatik oder Wirtschaftsinformatik? Oder ein spezielles Studium wie z.B. Medizininformatik? MONITOR beleuchtet in einer vierteiligen Serie das Angebot in Österreich.

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Dr. Manfred Wöhrl

Dr. Manfred Wöhrl ist Geschäftsführer der R.I.C.S. EDV-GmbH (Research Institute for Computer Science, www.rics.at), spezialisiert auf Securitychecks und Security-Consulting. ..mehr..

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