Die Standbauten haben sich verändert, es gibt kaum noch Aussteller, welche ein Obergeschoß haben, viele Fahnen und Transparente schmücken die Stände und die Hallen wirken hell und freundlich. Vieles ist auf Kommunikation ausgerichtet, vor allem was die Betreuung von Bestandskunden betrifft.
Die Aussteller sind durchwegs zufrieden mit der Messe und dem Publikum, denn viele Leads, die zur Zeit in der Pipeline der ERP-Anbieter sind, kommen auf die Messe, um sich ein weiteres Bild über Business-Software und die Firmen zu machen. Kritisch wird von vielen gesehen, dass zu viele Gratiskarten verteilt werden und Streiks, wie sie zur Zeit in Deutschland ja immer häufiger vorkommen.
Es würde hier den Rahmen sprengen, über alle Anbieterneuigkeiten zu berichte. Daher seien hier ein paar Anbieter die sich auch auf dem österreichischen Markt behaupten wollen, mit ausgewählten Highlights angeführt.
Für Abas gewinnt die Internationalisierung immer mehr an Bedeutung. Daneben setzt man auf Neuerungen in den Preisfindungslogiken, die mit der Usergroup entwickelt worden ist, forciert die Entwicklung der Serviceabteilung zum Serviccenter und neue Vorstellungen von E-Learning.
ams++ wartet auf der Messe mit einigen Neuerungen auf, nämlich die Integration von DMS und PLM, ein Webportal (Service Management Tool) inkl. Ersatzteilwesen, strategische Planung und die Einbindung von myOpenFactory. Die sehr sehr positive Entwicklung im letzten Jahr setzt sich heuer fort. Für die Zukunft wird das Wachstum auf 3 Säulen gestellt: Mit Neukunden in Deutschland, Bestandskunden (es besteht sehr großer Organisations- und Weiterentwicklungsbedarf in den Unternehmen) und der Weiterentwicklung in der Schweiz und Österreich
AP zeigt auch mit seinem neuen Release AP Plus 5.0 einiges Neues wie z.B. Module für SaaS, APS, BI und Prozess-Management. Das Unternehmen setzt sehr stark auf den österreichischen Markt, da es hier zur Zeit viele Leads gibt.
Bei Oxaion steht ganz klar die neue plattformunabhängige Lösung im Vordergrund. oxaion open wurde auf Java entwickelt und neben der Abbildung aller Module und Funktionen der alten Lösung wird vor allem auf die Ergonomie gesetzt.
Auch bei proAlpha steht die Präsentation vom neuen Rel. 5.2 im Vordergrund. Dabei werden die neuen beziehungsweise weiterentwickelten Module für Service Management, Projektabwicklung, Integration von SCM in die Lieferkette und EDI vorgestellt. Auch proAlpha setzt sehr stark auf myOpenFactory (Quasi-Transaktionsstandard für den überbetrieblichen Datenaustausch).
Semiramis präsentiert das neue Rel. 4.4 mit u.a. neuen Modulen QM, Zoll, DMS Integration mit Archivkopplung zu InfoStore und d3, Standard BI, Business Prozess Management und vor allem das neue Rechnungswesen SharkNex auf Basis der J2EE-Entwicklungsplattform Bison Solution (entweder als eigenständige Lösung oder OEM-Produkt). Die Partner entwickeln immer mehr Branchenlösungen, die bei Projekten in Österreich mit einbezogen werden. Internationalität ist im Moment nicht oberste Priorität; wenn ein Neukunde internationale Standorte hat, dann geht man mit dem Kunden mit.
Mit immer mehr Engagement versucht sich Softengine am ERP-Markt zu etablieren; dies ist sichtbar mit einem sehr großen Stand auf der CeBIT, als auch in Wien auf der ITnT. Die Entwicklung der Partner nimmt immer größere Dimensionen an und jeder der Partner versucht sich mit Branchenlösungen zu etablieren und zu entwickeln.
Einige ERP-Anbieter fehlten zum ersten Mal auf der CeBIT, dies betrifft u.a. Infor, die eigene Veranstaltungen planen bzw. andere Messen für wichtiger erachten. In Österreich wird der Vertrieb sehr stark nun von Deutschland aus gesteuert. Bezüglich Infor LN zeigt man sich optimistische, da viel Entwicklung in die neue Ergonomie gesteckt wurde. Andere Anbieter wie IFS, Lawson oder Oracle sind schon seit längeren nicht mehr auf der CeBIT vertreten.




1/2012
8/2011
7/2011


Christian Henner-Fehr schreibt als freier Autor für den MONITOR und arbeitet als Trainer und Berater in den Bereichen Projektmanagement und Kommunikation. Sein Interesse gilt dem Web 2.0 und den Einsatzmöglichkeiten von Social Media in Organisationen und Unternehmen. 